GedichtTeil „Nothing Can Come Between Us“
The Mutual Heartache?
Lieber der Schmerz als die ganze Wahrheit: Tupac fürchtet in „The Mutual Heartache?“, seine Geliebte mit der eigenen Härte zu überfordern.
- Buch
- The Rose That Grew from Concrete (1999)
- Teil
- Nothing Can Come Between Us
- Originaltext
- nicht abgedruckt (Urheberrecht); nachzulesen im Buch
Schon die Typografie trägt den Zweifel in sich: Hinter dem Titel steht ein Fragezeichen, genau so im Buch gedruckt. Der Sprecher weiß nicht, ob der Schmerz wirklich beide trifft. Das Gedicht The Mutual Heartache? gehört zum zweiten Teil von The Rose That Grew from Concrete, „Nothing Can Come Between Us“, in dem Tupac Freundschaften, Schwärmereien und Trennungen verarbeitet.
Sie reden ähnlich und verstehen sich trotzdem nicht
Das Gedicht beginnt mit einer harmlosen ersten Begegnung, aus der unerwartet die Person wird, nach der der Sprecher lange gesucht hat. Dann folgt die eigentliche Beobachtung: Beide reden ähnlich, beide sehen die Welt ähnlich, und sie verstehen sich trotzdem nicht. Die Geliebte versteht sein Murmeln nicht, ihr Blick ist von Naivität getrübt. Daraus wird eine Grenze, die er „noch“ nicht überschreiten kann.
Zu viel an ihm würde sie erschrecken
Der stärkste Gedanke steht in der Mitte: Es gebe zu viel an ihm, das sie erschrecken würde. Deshalb lebt er lieber mit dem Kummer, als die Liebe ganz zuzulassen. Am Ende dreht er die Frage um und will wissen, ob ihr Schmerz so scharf ist wie seiner. Er erklärt, er werde sich von diesem gemeinsamen Kummer nie erholen.
Die Angst, andere mit der eigenen Härte zu überfordern
Die Furcht, mit der eigenen Härte und Vergangenheit andere zu überfordern, taucht im Buch mehrfach auf. In In the Depths of Solitude beschreibt Tupac zwei Seelen in einer Brust, in A Love Unspoken eine Liebe, die im Verborgenen bleiben muss. The Mutual Heartache? zeigt dieselbe Spannung im Alltag einer jungen Beziehung: Nähe ist möglich, aber nur bis zu dem Punkt, an dem der Sprecher sich ganz zeigen müsste.
Wann das Gedicht entstand und an wen es gerichtet ist, ist nicht belegt. Laut Vorwort von Afeni Shakur stammen alle Gedichte des Buchs aus den Jahren 1989 bis 1991. Eine Widmung trägt es nicht.
Mehr zum Buch und alle Gedichte in der Einführung.