Hintergrund · The Don Killuminati
Auf dem Cover hängt Tupac am Kreuz, gemalt nach dem Vorbild von Renaissance-Gemälden. Als das Album in die Läden kam, war er seit acht Wochen tot: Am 13. September 1996 starb er in Las Vegas an den Folgen eines Attentats. Kurz zuvor hatte er die Platte fertiggestellt, unter einem neuen Namen. The Don Killuminati: The 7 Day Theory erschien als Werk von Makaveli.
Es ist sein dunkelstes Album und für viele Fans sein wichtigstes.
Ein Pseudonym aus der Zelle
Den Namen Makaveli hatte Tupac aus der Haft mitgebracht. Dort las er Niccolò Machiavellis Der Fürst und übernahm die Idee, Gegner durch Täuschung zu verwirren. Im Titel stecken gleich mehrere Anspielungen: „Don“ steht für den Paten, „Killuminati“ verspottet Verschwörungsmythen um die Illuminati, „7 Day Theory“ verweist auf die kurze Entstehungszeit.
Sieben Tage im August
Laut den Musikern und Toningenieuren der Sessions nahm Tupac die Lieder im August 1996 binnen einer Woche auf. Die meisten Beats lieferte Produzent Hurt-M-Badd. Ob das Album in dieser Form erscheinen sollte, ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass es zu den letzten Projekten gehörte, die er selbst abschloss.
Moll statt Party
Klanglich setzt sich das Album deutlich von All Eyez on Me ab: weniger Party, mehr Moll, Streicher und Hall. Hail Mary mit den Outlawz und Prince Ital Joe gilt mit seinem Glockenschlag-Beat als einer der bekanntesten Tupac-Songs überhaupt. To Live & Die in L.A. mit Val Young ist eine Liebeserklärung an Los Angeles. Den eingängigsten Moment liefert Toss It Up mit K-Ci & JoJo, Aaron Hall und Danny Boy.
Kampfansagen und stille Stücke
Daneben stehen offene Kampfansagen. Bomb First und Against All Odds richten sich gegen The Notorious B.I.G., Puff Daddy, Mobb Deep, Nas, Jay-Z und Personen, die Tupac mit dem Überfall von 1994 in Verbindung brachte. White Man'z World und Blasphemy sind dagegen nachdenkliche, politische Stücke. Die Outlawz prägen das Album stärker als jedes andere Tupac-Werk.
Ein Kreuz, das Theorien nährte
Das Cover malte der Künstler Ronald „Riskie“ Brent. Ein Hinweis im Booklet erklärt, das Bild sei nicht als Respektlosigkeit gegenüber Jesus Christus gemeint. Nach Tupacs Tod lasen viele Fans das Motiv und den Wechsel zum Pseudonym als Zeichen. Daraus entstanden die Theorien, er habe seinen Tod nur vorgetäuscht, und sie halten sich hartnäckig.
Nummer eins ohne Hit in den Hot 100
Das Album stieg auf Platz 1 der Billboard 200 ein. Als Singles erschienen Toss It Up, To Live & Die in L.A. (UK Platz 10) und Hail Mary. In die Billboard Hot 100 kam keine von ihnen. Die RIAA vergab im Juni 1999 vierfaches Platin.
Vom Verriss zum Lieblingsalbum
Die Kritiken waren zunächst gespalten. AllMusic warf dem Album vor, vom Tod des Künstlers zu profitieren, und vergab zweieinhalb Sterne. Das britische Magazin Muzik nannte es dagegen eines der wichtigsten Alben des Jahres.
Mit wachsendem Abstand stieg das Ansehen. XXL bewertete es später mit der Höchstnote, Rapper wie J. Cole nennen es ihr Lieblingsalbum. Heute gilt The Don Killuminati neben Me Against the World als Tupacs künstlerisch geschlossenstes Werk. Keine einzige dieser Kritiken hat er noch gelesen.