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Fehden1927 bis 2006

C. Delores Tucker

Die Bürgerrechtlerin kämpfte gegen Gangsta-Rap und gegen Tupac. Er nannte sie in zwei Songs beim Namen, sie verklagte nach seinem Tod seinen Nachlass.

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Cynthia Delores Tucker, geboren am 4. Oktober 1927 in Philadelphia, war eine prägende Figur der Bürgerrechtsbewegung. Sie marschierte 1965 mit Martin Luther King in Selma und wurde 1971 als erste Afroamerikanerin Secretary of the Commonwealth von Pennsylvania. In den Neunzigern machte sie den Kampf gegen Gangsta-Rap zu ihrem Thema, und Tupac zu einem ihrer bekanntesten Gegner.

Die Kampagne

Als Vorsitzende des National Political Congress of Black Women warf Tucker Rap-Labels vor, mit frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Texten Geld zu verdienen. Sie demonstrierte vor Plattenläden, kaufte Aktien von Sony und Time Warner, um auf Hauptversammlungen zu sprechen, und setzte Time Warner wegen dessen Beteiligung an Interscope unter Druck. 1995 verkaufte Time Warner seinen Anteil. Damit traf sie auch Death Row und Tupac, deren Musik über Interscope erschien. Außerdem wandte sie sich dagegen, dass die NAACP Tupac für einen Image Award nominierte.

Tupacs Antwort

Tupac nannte Tucker auf All Eyez on Me (1996) zweimal beim Namen, in How Do U Want It und in Wonda Why They Call U Bytch. Die Zeilen sind beleidigend; sinngemäß warf er ihr vor, junge Schwarze zu zerstören, statt ihnen zu helfen.

Die Klage

Nach Tupacs Tod verklagte Tucker im Sommer 1997 seinen Nachlass auf zehn Millionen Dollar. Die Songs hätten ihr seelisches Leid zugefügt, sie verleumdet und ihre Privatsphäre verletzt; ihr Mann machte geltend, die Texte hätten das Eheleben belastet. Ein Bundesgericht in Philadelphia wies die Klage 1999 ab, das Berufungsgericht bestätigte das im Juli 2000: Die Zeilen seien als Meinungsäußerung geschützt.

Daneben verklagte Tucker Time, Newsweek und Richard Fischbein, Anwalt und Mitverwalter des Nachlasses, weil sie die Klage so dargestellt hatten, als gehe es um ihr Sexleben. Gegen die beiden Magazine unterlag sie 2001 auch in der Berufung; nur die Klage gegen Fischbein durfte weiterlaufen. Ein ähnliches Verfahren gegen zwei Zeitungen aus Philadelphia endete erst im Oktober 2006, als der Supreme Court es nach Tuckers Tod ablehnte, den Fall anzunehmen.

Oft heißt es, ein Richter habe im Februar 1997 entschieden, dass Tucker nichts vom Erbe erhalte, und sie habe gegen Newsweek und Time gewonnen. Beides stimmt nicht: Die Klage wurde erst im Sommer 1997 eingereicht, und gegen die Magazine verlor sie. Auch das Zitat, in dem Tucker Tupac für das Schulmassaker von Columbine mitverantwortlich gemacht habe, ließ sich nicht nachweisen.

C. Delores Tucker starb am 12. Oktober 2005 mit 78 Jahren.