Hintergrund · Greatest Hits
Vier Labels auf einem Cover: Zwei Jahre nach Tupacs Tod legten sein Nachlass und seine früheren Plattenfirmen erstmals eine gemeinsame Werkschau vor. Greatest Hits reicht von Trapped (1991) bis Hail Mary (1996) und enthält vier bis dahin unveröffentlichte Lieder. Eines davon, Changes, wurde zu seinem weltweit bekanntesten Song.
Vier Labels teilen sich ein Cover
Tupacs Aufnahmen lagen 1998 bei verschiedenen Firmen: die frühen Alben bei Interscope, die Death-Row-Jahre bei Death Row und der unveröffentlichte Nachlass bei Afeni Shakurs Label Amaru, das mit Jive zusammenarbeitete. Greatest Hits entstand aus einer seltenen Einigung aller Beteiligten, deshalb stehen vier Labelnamen auf dem Cover.
Die Auswahl deckt alle Phasen ab, von Brenda's Got a Baby und I Get Around über Dear Mama bis zu California Love, das hier in der Originalfassung mit Dr. Dre und Roger Troutman erstmals auf einem Album erschien. Einzelne Stücke wurden verändert: Auf All About U ersetzt Top Dogg die Strophe von Snoop Doggy Dogg, der Death Row inzwischen im Streit verlassen hatte.
Vier unveröffentlichte Tracks und ein später Welthit
Changes trug das Doppelalbum über Jahre hinweg: Tupac hatte den Song um 1992 aufgenommen; die veröffentlichte Fassung baut auf Bruce Hornsbys The Way It Is und thematisiert Rassismus, Polizeigewalt sowie den Krieg gegen Drogen. Produziert wurde sie von Deon „Big D“ Evans, der Refrain stammt von der Sängerin Talent. Unconditional Love und Troublesome '96 stammen von Johnny „J“, God Bless the Dead ist eine Totenklage für verstorbene Freunde.
Im Oktober 1998 erschien Changes als Single und erreichte Platz 32 der Billboard Hot 100. In Europa war der Erfolg deutlich größer: Platz 2 in Deutschland und der Schweiz, Platz 3 in Großbritannien. Im Jahr 2000 wurde das Lied für einen Grammy als beste Rap-Soloperformance nominiert. Unconditional Love folgte Anfang 1999 als zweite Single.
Zehn Millionen Einheiten und Diamant-Status
Das Album stieg auf Platz 5 der Billboard 200 ein und kletterte später auf Platz 3. In Deutschland kam es auf Platz 9, in Großbritannien auf Platz 17. Es hielt sich über Jahre in den Katalogcharts und wurde im Juni 2011 von der RIAA mit Diamant für zehn Millionen Einheiten ausgezeichnet, wie bei allen Doppelalben zählt jede CD einzeln. Neben All Eyez on Me ist es Tupacs zweites Diamant-Album.
Das meistverkaufte Best-of-Album des Hip-Hop
Als reine Hitsammlung bekommt Greatest Hits wenig Kritikerlob, ist aber für viele Hörer der Einstieg in Tupacs Werk. Es gilt als meistverkaufte Best-of-Platte des Hip-Hop. Wer die Alben kennt, findet hier vor allem Changes und God Bless the Dead, die es auf keinem regulären Album gibt.
Oft ist für das Album noch von „9-fach Platin“ die Rede, das war der Stand von 2000. Seit 2011 gilt Diamant, und die Doppel-CD bleibt die Platte, mit der die meisten Hörer Tupac für sich entdecken.
