Mobb Deep, das waren Prodigy (Albert Johnson) und Havoc (Kejuan Muchita) aus den Queensbridge Houses in Queens. Mit The Infamous (1995) und Songs wie Shook Ones (Part II) und Survival of the Fittest prägten sie den düsteren New Yorker Sound der Neunziger. Mit Tupac persönlich hatten sie nichts zu tun, und landeten trotzdem mitten in seiner Fehde.
Wie es anfing
Auslöser war ein Streit zwischen den Küsten, nicht zwischen Personen. Ende 1995 veröffentlichten Tha Dogg Pound von Death Row New York, New York, was in New York als Provokation verstanden wurde. Capone-N-Noreaga antworteten Anfang 1996 gemeinsam mit Mobb Deep und Tragedy Khadafi mit L.A., L.A. Hinzu kamen Gerüchte, Mobb Deep hätten Mitglieder der Outlawz bei einem Konzert brüskiert. Die Zeile über „Thug Life“die oft erwähnt wird, lässt sich inzwischen zuordnen: Tupac selbst nannte 1996 im Gespräch mit Kevin Powell für Vibe „Thug life, we still livin’ it“ aus Survival of the Fittest als Auslöser. Havoc vermutete 2025 im Podcast Drink Champs dasselbe, Tupac habe die Zeile als Spott auf seine Ankündigung verstanden, das „Thug“-Leben hinter sich zu lassen.
„Hit ‘Em Up“ und die Antwort
Im Juni 1996 nannte Tupac Mobb Deep in Hit ‘Em Up beim Namen und machte sich über Prodigys Sichelzellenanämie lustig, eine schwere Erbkrankheit. Auch in When We Ride on Our Enemies sowie auf dem Makaveli-Album in Bomb First (My Second Reply) und Against All Odds griff er sie an. Mobb Deep antworteten noch 1996 mit Drop a Gem on ‘Em, zuerst als Promo-Single, dann auf ihrem Album Hell on Earth.
Havoc erzählte später in einem Interview mit Jack Thriller, er habe sich damals eher gefreut: Er habe nicht einmal gewusst, worum es ging, „2Pac disst uns, jetzt verkaufen wir Platten“. Getroffen hätten sie Tupac nie; er habe ihn nur einmal aus der Ferne gesehen.
Nach Tupacs Tod
Nach Tupacs Tod äußerten sich Prodigy und Havoc respektvoll über ihn. Oft heißt es, sie hätten Drop a Gem on ‘Em deshalb vom Album entfernt. Das stimmt so nicht: Laut Havoc wurde die Single nach Tupacs Tod zurückgezogen, auf dem Album Hell on Earth, das am 19. November 1996 erschien, blieb der Song aber enthalten. Prodigy starb am 20. Juni 2017 in Las Vegas, wo er wegen Komplikationen seiner Krankheit im Krankenhaus lag; laut Gerichtsmedizin erstickte er versehentlich. Er wurde 42 Jahre alt.
Aus urheberrechtlichen Gründen und weil die Zeilen vor allem Beleidigungen enthalten, werden die beiden Diss-Tracks hier nicht zitiert. Den größeren Zusammenhang erklärt die Seite Ost gegen West.