Hintergrund · 2Pac Live
Konzertaufnahmen von Tupac sind rar. Als Death Row Records im August 2004 mit 2Pac Live das erste offizielle Bühnenalbum herausbrachte, spaltete das Werk die Hörerschaft sofort. Damals fiel die Kritik an der CD ausführlich und ziemlich vernichtend aus. Ihr Kern hält einer Prüfung stand: Das Material ist wertvoll, die Aufmachung nicht.
Vorverlegter Termin und eine gestrichene DVD
Death Row besaß nach Tupacs Tod die Rechte an den Aufnahmen aus den Jahren 1995 und 1996 und veröffentlichte Anfang der 2000er-Jahre über Koch Records mehrere Projekte, darunter die Remix-Sammlung Nu-Mixx Klazzics. 2Pac Live basiert auf Mitschnitten von Clubauftritten aus dem Jahr 1996. Wo und wann genau die einzelnen Stücke aufgenommen wurden, dokumentiert die Veröffentlichung nur lückenhaft. Weil vorab eine Raubkopie im Umlauf war, zog das Label den Termin kurzfristig um einige Tage vor.
Ursprünglich war ein Paket mit DVD angekündigt, die CD erschien schließlich ohne Bildmaterial. Das Konzert im House of Blues vom Juli 1996 folgte erst 2005 gesondert als Live at the House of Blues auf CD und DVD.
Zwischen Publikumslärm und abrupten Abbrüchen
Die Auswahl umfasst vor allem Lieder von All Eyez on Me, dazu So Many Tears, Troublesome und Hit 'Em Up. Die Outlawz stehen fast durchgehend mit auf der Bühne und übernehmen Refrains sowie eigene Strophen, etwa bei Tattoo Tears. Bei 2 of Amerikaz Most Wanted kommt Snoop Doggy Dogg dazu, während How Do U Want It mit K-Ci & JoJo beginnt.
Die Schwächen, die der alte Test beschrieb, sind leicht nachzuhören: Die Tonqualität schwankt stark, Begleitmusik verschwindet stellenweise im Publikumslärm, und mehrere Lieder brechen nach kurzer Zeit ab. Heartz of Men ist nur sieben Sekunden lang. Troublesome bleibt dagegen einer der wenigen Titel, die vollständig und mit voller Energie zu hören sind.
Mehr Ansager als Performer seiner Hits
Die Kritiken fielen entsprechend aus: AllMusic vergab zwei von fünf Sternen, HipHopDX dreieinhalb, RapReviews 7,5 von 10. In der ersten Woche wurden rund 23.000 Exemplare verkauft.
Für Fans bleibt das Album ein Dokument dafür, wie Tupac 1996 live wirkte: atemlos, aggressiv, oft mehr Ansager als Performer seiner eigenen Hits. Wer ein Konzert in besserer Qualität hören will, greift eher zu Live at the House of Blues.
