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Freunde1965 bis 2026

Suge Knight

Er holte Tupac 1995 gegen Kaution aus der Haft und saß in Las Vegas am Steuer. Seit 2018 verbüßt der Death-Row-Chef 28 Jahre wegen Totschlags.

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Suge Knight, 2007
Suge Knight, 2007 Foto: Nick Leisure, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Im Oktober 1995 hinterlegte ein Labelchef aus Compton eine Kaution von 1,4 Millionen Dollar für einen Häftling in New York. Tupac kam frei und unterschrieb bei Death Row. Elf Monate später saß derselbe Mann am Steuer des BMW, auf den in Las Vegas geschossen wurde: Marion Hugh „Suge“ Knight Jr.

Vom Footballfeld ins Musikgeschäft

Knight wurde am 19. April 1965 in Compton geboren. Er spielte College-Football an der UNLV, der Universität von Nevada in Las Vegas, und arbeitete danach als Leibwächter und Manager. 1991 gründete er mit Dr. Dre, The D.O.C. und Dick Griffey Death Row Records. Mit The Chronic und Doggystyle wurde das Label in kurzer Zeit zum mächtigsten der Westküste.

Knights Ruf war von Anfang an der eines Mannes, der Konflikte mit Einschüchterung löste. Die bekannteste Geschichte erzählt, er habe Vanilla Ice an den Füßen über ein Hotelbalkongeländer gehalten. Vanilla Ice selbst hat sie relativiert: Knight habe ihm gedroht, ihn hinunterzuwerfen.

Ein Vertrag aus der Zelle

Mit Knights Geld kam Tupac im Oktober 1995 bis zur Entscheidung über seine Berufung frei. Die Vertragsdetails stehen unter Death Row Records. Für Tupac war Knight in den folgenden elf Monaten Labelchef, Geldgeber und engster Verbündeter im Krieg gegen Bad Boy.

Erst die Lobby, dann die Ampel

Am 7. September 1996 besuchten Knight und Tupac den Tyson-Kampf im MGM Grand. Danach schlugen Tupac und Männer aus dem Death-Row-Tross in der Lobby auf Orlando Anderson ein, laut Polizei ein Mitglied der Southside Compton Crips, einer Straßengang. Überwachungskameras zeichneten das auf. Ein Richter wertete Knight später als „aktiven Beteiligten“ der Schlägerei.

Wenig später fuhr Knight seinen BMW, Tupac saß auf dem Beifahrersitz. An einer Ampel wurde aus einem Cadillac geschossen. Tupac starb sechs Tage später, Knight wurde leicht am Kopf verletzt.

Ein Verdacht ohne Anklage

Jahrzehntelang kursierte die These, Knight habe den Anschlag selbst veranlasst. Prominent vertreten hat sie der frühere LAPD-Ermittler Russell Poole. Belege dafür wurden nie vorgelegt, angeklagt wurde Knight in dieser Sache nie, und er bestritt es stets, schon im März 1997 gegenüber der Presse.

Im Prozess, der am 31. August 2026 in Las Vegas mit dem Schuldspruch gegen Duane „Keffe D“ Davis endete, war er nicht angeklagt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, das Strafmaß soll am 13. Oktober 2026 verkündet werden. Die Anklage beschrieb die Tat als Racheakt der Southside Compton Crips für den Angriff im MGM Grand. Mehr dazu unter Shooting 1996.

Neun Jahre für einen Bewährungsverstoß

Mit der Schlägerei im MGM Grand verstieß Knight gegen Bewährungsauflagen aus einer früheren Verurteilung (Körperverletzung an zwei Nachwuchsrappern 1992). Am 28. Februar 1997 wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt, im August 2001 kam er frei.

In diese Zeit fallen die Klagen von Afeni Shakur gegen Death Row und Knight um Tantiemen und Tupacs unveröffentlichte Aufnahmen. Snoop Dogg und andere verließen das Label, 2006 ging Death Row in die Insolvenz.

Ein Pick-up in Compton, 28 Jahre Haft

Am 29. Januar 2015 überfuhr Knight in Compton zwei Männer mit seinem Pick-up und flüchtete. Terry Carter starb. Am 20. September 2018 erklärte er im Rahmen einer Absprache, den Vorwurf des Totschlags nicht zu bestreiten („no contest“), ohne sich ausdrücklich schuldig zu bekennen.

Am 4. Oktober 2018 wurde er zu 28 Jahren Haft verurteilt: 22 Jahre für die Tat und sechs Jahre Aufschlag nach dem kalifornischen „Three Strikes“-Gesetz, das Wiederholungstäter härter bestraft. Stand Oktober 2026 sitzt er diese Strafe in Kalifornien ab, drei Jahrzehnte nach jener Nacht in Las Vegas.

Gerüchte und Belege

2003 verbreitete die Presse reißerische Behauptungen („vor ihm zittert die US-Rapszene“, angebliche Racheakte, ein „Tupac“-Tattoo); belegen ließen sie sich nicht. Spekulationen über Morde, für die niemand verurteilt wurde, werden nicht wiederholt.