- Rolle 1996
- Sicherheitschef von Death Row Records; Inhaber der Firma Wright Way Protective Services
- Herkunft
- früherer Polizist in Compton, Sohn des Compton-Polizisten Reggie Wright Sr.
- Später
- nach Suge Knights Haftantritt Geschäftsführer von Death Row, laut eigener Aussage von Knight ausgewählt
- 2023
- Zeuge vor der Grand Jury im Fall Duane Davis
- 2026
- Zeuge der Anklage im Prozess gegen Davis (18. August 2026)
In der Nacht des 7. September 1996 griff Reggie Wright Jr. immer wieder zum Mobiltelefon. Er rief seinen Vater an, einen Lieutenant der Polizei von Compton, und warnte ihn: Es habe in Las Vegas Streit mit den Southside Compton Crips gegeben, das werde Ärger in Compton geben. So schilderte er es dreißig Jahre später unter Eid. Kurz zuvor waren Tupac Shakur und Suge Knight an einer Ampel beschossen worden.
Wright war der Mann, der bei Death Row für die Sicherheit zuständig war. Wer verstehen will, warum Tupac in jener Nacht so schlecht geschützt war, kommt an ihm nicht vorbei.
Ein Polizist als Sicherheitschef
Wrights Firma Wright Way stellte die Leibwächter für Death Row; das Label machte nach seiner Aussage etwa 95 Prozent seines Geschäfts aus, und er stand selbst auf der Gehaltsliste der Firma. In Las Vegas war er am 7. September 1996 nicht an Tupacs Seite. Für Tupac eingeteilt waren zwei Männer: Frank Alexander und Kevin Hackie. Hackie erschien laut Wright nicht, weil er wegen einer Festnahme und eines Krankenhausaufenthalts verhindert gewesen sei. So begleitete Alexander Tupac allein.
Waffen trugen Wrights Leute an diesem Abend nicht. Sie hätten in Nevada keine Erlaubnis bekommen, sagte Wright 2024 dem Guardian, wie XXL berichtete. Death Row habe sich in Las Vegas zu sicher gefühlt. Sein größtes Bedauern sei, dass er als Verantwortlicher Tupacs Leben nicht gerettet habe. Die Sicherheitsleute in Knights Club 662 dagegen waren bewaffnet, wie deren damaliger Chef 2026 aussagte.
Ein Verdacht, der nie zur Anklage wurde
2007 brachten Frank Alexander und der Filmemacher Richard Bond den Film Tupac Assassination heraus. Seine These: Die Sicherheit um Tupac sei in jener Nacht gezielt geschwächt worden, und die Spur führe zu Wright. Belege dafür legte der Film nicht vor. Wright wies die Vorwürfe scharf zurück und warf Alexander vor, Tupac selbst nicht richtig geschützt zu haben und seinen Tod auszuschlachten. Angeklagt wurde Wright im Fall Shakur nie.
2014 stand Wright auf der anderen Seite. Zusammen mit Lloyd Lake, einem früheren Weggefährten Knights, warb er per Crowdfunding für einen Dokumentarfilm, der Behörden Vertuschung in den Fällen Tupac und Biggie vorwerfen sollte (Meldung).
Zeuge vor der Grand Jury und im Gerichtssaal
Als die Polizei in Las Vegas den Fall 2023 neu aufrollte, sagte Wright vor der Grand Jury aus. Er schilderte eine Begegnung nach den Soul Train Music Awards im März 1996 in Los Angeles: Zu Biggies Begleitschutz hätten damals Mitglieder der Southside Compton Crips gehört, darunter Duane Davis. Eine Waffe sei gezogen, aber nicht geschossen worden. Die Seite The Notorious B.I.G. erzählt die Szene.
Am 18. August 2026 rief die Anklage ihn im Prozess gegen Davis in den Zeugenstand. Er bestätigte, dass Alexander nach der Schlägerei mit Orlando Anderson im MGM Grand nicht bei ihm angerufen habe. Er selbst sei beim Kampf nicht in der Halle gewesen, sondern auf dem Parkplatz des MGM und danach im Club 662. Nach Tupacs Tod habe er die Asche persönlich entgegengenommen und durch einen Mitarbeiter der Familie bringen lassen (Beerdigung, Asche und Grab). Auf die Frage von Oberstaatsanwalt Binu Palal, ob er etwas mit dem Mord zu tun habe, antwortete er: „Absolut nicht.“ Hätte er von einem Anschlag gewusst, hätte er eine „Armee“ um Tupac gestellt.
Die Verteidigung nutzte ihn dennoch. Anwalt Michael Sanft hielt ihm im Kreuzverhör vor, in Knights wichtigster Stunde nicht da gewesen zu sein; Wright gab das zu. In den Schlussplädoyers lenkte Sanft den Blick erneut auf ihn. Die Jury folgte dem nicht: Am 31. August 2026 sprach sie Davis schuldig, am 13. Oktober 2026 verurteilte ihn das Gericht zu 40 Jahren bis lebenslang. Davis bestreitet die Tat, die Verteidigung hat Berufung angekündigt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Den Verlauf schildert Der Prozess gegen Duane Davis 2026.
Wright hat in dreißig Jahren alle Rollen gespielt, die dieser Fall zu vergeben hatte: Verantwortlicher, Beschuldigter in einem Film, Kritiker der Behörden, Zeuge vor Gericht. Angeklagt wurde am Ende ein anderer.