Delmar Drew Arnaud, geboren am 25. Mai 1973 in Long Beach, ist ein Cousin von Snoop Dogg. Bei Dr. Dre lernte er das Produzieren; erste Credits hatte er auf The Chronic (1992), danach auf Snoops Doggystyle (1993). Mit Kurupt bildete er Tha Dogg Pound, deren Album Dogg Food 1995 erschien.
Beats für „All Eyez on Me“
Als Tupac im Oktober 1995 zu Death Row kam, zog sich Dr. Dre bereits aus dem Studio zurück. Auf All Eyez on Me stammen nur drei Produktionen von Dre, aber fünf von Daz, darunter Stücke wie Ambitionz Az a Ridah, 2 of Amerikaz Most Wanted und Got My Mind Made Up, auf dem Daz und Kurupt mit Method Man und Redman rappen. Daz gehörte damit zu den Leuten, die den Sound von Tupacs erfolgreichstem Album prägten.
Den Beinamen „Dillinger“ habe ihm Tupac gegeben, heißt es; eine Quelle dafür ließ sich nicht finden. Nach Tupacs Tod 1996 und Suge Knights Verurteilung 1997 verließen Snoop Dogg, Kurupt, Nate Dogg und andere das Label. Daz blieb als letzter Platin-Künstler, ging aber Ende 1998 ebenfalls. Sein Soloalbum Retaliation, Revenge and Get Back (1998) war sein einziges Death-Row-Projekt und enthält mit Initiated einen Song mit Tupac und den Outlawz. 2001 erschien auf seinem eigenen Label Don’t Go 2 Sleep, eine EP mit gemeinsamen Aufnahmen von Daz und Makaveli aus den Jahren 1995/96.
Bruch mit Death Row
Nach seinem Abschied gründete Daz das Label D.P.G. Recordz und überwarf sich mit Suge Knight. Im August 2001 verklagte er Death Row und Knight: Laut Klage waren ihm mehr als eine Million Dollar an Tantiemen und anderen Zahlungen vorenthalten worden, berichtete die Los Angeles Times. Wie das Verfahren ausging, ließ sich nicht ermitteln. Weil Death Row die Rechte am Namen „Tha Dogg Pound“ hielt, traten Daz und Kurupt zeitweise als DPG auf.
Ein unbequemer Rückblick
2003 erzählte Daz im Interview mit ThaFormula.com Geschichten, die nicht ins Heldenbild passen. Er behauptete, der Rapper Sam Sneed sei bei einem Treffen im Death-Row-Umfeld zusammengeschlagen worden, und zwar unter Beteiligung von Tupac; Sam Sneed hat über dieses Treffen später in Interviews selbst gesprochen. Außerdem schilderte Daz einen Streit in Cancún, bei dem Tupac auf einen betrunkenen Kurupt losgehen wollte, nachdem dieser im Studio eine Flasche Hennessy umgestoßen hatte, er und Nate Dogg hätten dazwischen gestanden.
Das sind Darstellungen eines Beteiligten, Jahre später und nach einem bitteren Zerwürfnis mit dem Label. Sie zeigen aber, wie angespannt das Klima bei Death Row 1996 war. Das Interview ist hier zusammengefasst. Die Behauptung, Daz habe auch Ja Rule „gedisst“, gehört nicht zu Tupacs Geschichte.