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Firmen1997 bis 2026

Amaru Entertainment: Die Firma hinter Tupacs Nachlass

Afeni Shakurs Label verwaltet Tupacs Masterbänder seit 1997: Rechte, der Streit mit Death Row und offene Klagen von Familie und Produzenten.

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Ob Streaming, Plattenkauf, Kinofilm oder Videospiel: Wer heute Musik von Tupac Shakur begegnet, stößt fast immer auf dieselbe Firma: Amaru Entertainment. Wie Afeni Shakur das Label 1997 gründete, erzählt die Seite Seine Firmen in aller Kürze. Hier geht es um das, was daraus wurde: Rechte, Verträge und Streit.

Der Vergleich von 1997 sichert die unveröffentlichten Masterbänder

Afeni Shakur rief das Label 1997 ins Leben, ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes, zunächst unter dem Namen Amaru Records. Der Name geht auf Tupacs zweiten Vornamen zurück (Namen). Laut Wikipedia hat die Firma ihren Sitz in Marin City, gehört zum Universal-Konzern und wird über Interscope vertrieben. Die ersten Veröffentlichungen liefen über Jive Records, beginnend mit R U Still Down? (Remember Me).

Amaru hält die Rechte an Aufnahmen aus Tupacs Interscope- und Death-Row-Zeit sowie an vier frühen Alben: 2Pacalypse Now, Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z…, Thug Life, Volume I und Me Against the World. Grundlage dafür ist der Vergleich von 1997 mit Death Row und Interscope. Nach späteren Gerichtsschriften machte dieser Vertrag den Nachlass zum alleinigen Eigentümer der unveröffentlichten Masterbänder und Videoaufnahmen. Death Row sollte im Gegenzug Tantiemen auf ein unveröffentlichtes Album zahlen.

Ohne Suge Knight: Platz 1 mit Eminem und Streit um die Konkursmasse

Einen Wendepunkt markierte Loyal to the Game am 14. Dezember 2004: Es war das erste posthume Album, das Afeni Shakur ohne Beteiligung von Suge Knight und Death Row herausbrachte. Produziert von Eminem, stieg das Werk auf Platz 1 der Billboard 200 ein (Album).

Als Death Row 2006 Insolvenz anmeldete, versuchte Afeni Shakur im Juli 2007, den Verkauf von unveröffentlichtem Material aus der Konkursmasse zu stoppen. Ihr Anwalt Donald David erklärte, Interessenten werde ein ganzes Album als Kronjuwel angeboten, was gegen den Vergleich von 1997 verstoße (Hollywood Reporter, XXL). Die Konkursverwalter zogen jedoch eine Optionsklausel aus dem Vertrag von 1995 und brachten 2007 Beginnings: The Lost Tapes heraus.

Im September 2013 verklagte Afeni Shakur den Death-Row-Käufer Entertainment One auf mehr als 1,1 Millionen Dollar Tantiemen und die Herausgabe unveröffentlichter Masterbänder (Okayplayer). Aus Suge Knights Insolvenzverfahren erhielt sie nach Presseberichten einen Anspruch über rund 668.000 Dollar; das Datum ließ sich nicht klären.

Nach Afenis Tod übernimmt Tom Whalley die Leitung

Afeni Shakur starb am 2. Mai 2016. Seither führt Tom Whalley die Geschäfte: Er hatte Tupac 1991 bei Interscope unter Vertrag genommen und leitet den Nachlass als Treuhänder sowie Amaru als Manager. Die Anwältin Dina LaPolt betreut den Nachlass seit Jahren.

Unter Whalley kündigte Amaru Projekte wie die Dokumentation von Steve McQueen (Mai 2017) und einen Film über Afeni Shakur und die Panther 21 (Februar 2022) an. Im Juni 2026 stimmte der Nachlass für das Spiel Stranger Than Heaven einer Tupac-Figur ohne KI-Stimme zu (Videospiele).

Vor Gericht: Die offenen Fronten im Oktober 2026

Sekyiwa Shakur gegen Whalley. Im Januar 2022 verklagte Tupacs Schwester Sekyiwa Shakur mit der Tupac Amaru Shakur Foundation den Treuhänder. Laut Klage ernannte er sich zum Manager von Amaru und zahlte sich in fünf Jahren mehr als 5,5 Millionen Dollar aus; zudem halte er persönliche Gegenstände zurück. Whalley bestreitet das. Ein Richter ordnete eine Abrechnung bis zum 30. Juni 2022 an. Die Anwälte der Klägerin nannten diese im Juli unzureichend und baten um ein unabhängiges Gutachten (Rolling Stone). Nach Kotaku (Juni 2026) ist das Verfahren weiter offen und kommt kaum voran. Eine Entscheidung ist nicht belegt. Mehr unter Nachlass und Tantiemen.

Witwe von Johnny J. Capucine Jackson und ihre Firma Klock Work Entertainment verlangen seit Oktober 2022 Tantiemen für Aufnahmen, die ihr Mann Johnny J für Tupac produzierte, darunter How Do U Want It und Stücke von All Eyez on Me. Grundlage sei ein Produzentenvertrag vom Mai 2001. Amaru beantragte im Dezember 2025 die Abweisung; die Anhörung war für den 19. März 2026 angesetzt. Ein Ergebnis ist in den gesichteten Quellen nicht genannt.

Daz Dillinger. Am 8. Mai 2026 klagte Daz Dillinger in Los Angeles auf Abrechnung und Tantiemen für mehr als ein Dutzend Songs, darunter fünf von All Eyez on Me. Er erhielt im Oktober 2024 rund 91.000 Dollar ohne Abrechnung. Amaru hält dagegen: Daz habe gewusst, dass ihm das Geld nicht zustand, und die Bezahlung für Tupac-Musik sei über Death Row geregelt gewesen. Zudem habe er Archivstücke verkauft, darunter laut Amaru einen Master, handgeschriebene Textwände und mindestens 40 Studiobänder, und so einen Schaden von mehr als einer Million Dollar verursacht (HotNewHipHop, 14.08.2026). Beides sind Parteivorträge, entschieden ist nichts.

Weitere Fälle. Im Februar 2023 wies ein Bundesgericht in Texas eine Klage um das Originalgemälde des Makaveli-Covers ab, weil es sich für Amaru und den Nachlass nicht zuständig erklärte. 2004 drohte Amaru der koreanischen Gruppe Baby V.O.X. wegen eines nicht lizenzierten Tupac-Samples mit einer Klage (Weitere Verfahren).

Verwalter und Geschäft in einem

Amaru ist Verwalter und Geschäft zugleich: Die Firma betreut ein künstlerisches Erbe, verdient aber auch an ihm. Das erzeugt Reibung mit Mitwirkenden, die sich unterbezahlt sehen, und mit Familienmitgliedern, die Einblick fordern. Die Vorwürfe in den laufenden Verfahren sind Behauptungen der Parteien und nicht gerichtlich festgestellt.