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Die Schlägerei im MGM Grand am 7. September 1996
Nach dem Tyson-Kampf schlagen Tupac und seine Entourage im MGM Grand auf Orlando Anderson ein. Gut zwei Stunden später fallen die tödlichen Schüsse.
Gut zwei Stunden bevor gegen 23:15 Uhr die Schüsse an der Koval Lane fielen, entlud sich die Gewalt in der Lobby des MGM Grand. Die Prügelei dauerte nur Sekunden und wurde von Hotelkameras aufgezeichnet. Ermittler halten sie seitdem für den Auslöser des Mordes. 2026 beschäftigte sie einen Gerichtssaal in Las Vegas. Den weiteren Abend beschreibt die Seite Das Shooting in Las Vegas 1996.
Tyson schlägt Seldon in der ersten Runde k. o.
Anlass der Reise nach Las Vegas war ein Boxkampf. Am 7. September 1996 traf Mike Tyson, mit dem Tupac befreundet war, in der MGM Grand Garden Arena auf Bruce Seldon, den Weltmeister im Schwergewicht nach Version der WBA. Tupac reiste mit Suge Knight und einer großen Entourage von Death Row Records an.
Der Kampf dauerte lediglich 1 Minute und 49 Sekunden, Tyson schlug Seldon in der ersten Runde k. o. Im Publikum riefen viele „Fix!“, weil sie an einen abgesprochenen Kampf glaubten. Seldon wies das zurück: Er habe nicht zwölf Wochen trainiert, um sich fallen zu lassen. Tupac war begeistert und rief in eine Fernsehkamera, er habe fünfzig Schläge gezählt.
Eine gestohlene Kette in Lakewood
Die Wurzeln des Konflikts lagen einige Wochen zurück. In einem Foot-Locker-Laden in Lakewood, einem Vorort von Los Angeles, hatte eine Gruppe von Southside Compton Crips versucht, Travon „Tray“ Lane seine Death-Row-Kette abzunehmen. Lane gehörte zum Umfeld des Labels und nach Polizeiangaben zu den Mob Piru Bloods, den Rivalen der Southside Crips. Diese Darstellung übernahmen später die Ermittler. Eine Death-Row-Kette galt in diesem Milieu als Statussymbol. Sie jemandem abzunehmen, war eine schwere Demütigung. Einer der Beteiligten soll Orlando Anderson gewesen sein.
Wie belastbar diese Geschichte war, zeigte sich im Prozess 2026. Der Bandenexperte Robert Ladd schilderte den Vorfall dort als Motiv. Im Kreuzverhör räumte er jedoch ein, dass er weder einen Polizeibericht noch einen Bericht des Einkaufszentrums vorlegen konnte. Sein Wissen stammte aus dem, was er gehört hatte, nicht aus eigenen Ermittlungen.
Die Gruppe erkennt Orlando Anderson
Nach dem Kampf ging die Death-Row-Gruppe durch das Hotel. Die Zeitangaben schwankten zwischen 20:45 und kurz nach 21 Uhr, ein Sicherheitsbericht des MGM, der 2026 vor Gericht zugelassen wurde, nannte etwa 20:50 Uhr. In der Lobby erkannte Lane einen jungen Mann: Orlando Anderson aus Compton. Er sagte Tupac, das sei einer der Männer aus Lakewood.
Tupac ging auf Anderson zu, fragte ihn „You from the South?“ und schlug ihn nieder. Suge Knight und andere aus der Gruppe traten und schlugen auf den am Boden Liegenden ein. Nach den Berichten von 1996 zeigte das Video eine Gruppe von sieben oder acht Männern. Sicherheitsleute des Hotels trennten sie schließlich. Anderson wollte keine Anzeige erstatten, die Polizei notierte seinen Namen nicht.
VHS-Bänder als Beweismittel
Die Überwachungskameras des Hotels zeichneten die Szene auf VHS-Bändern auf. Im Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis 2026 beglaubigte der MGM-Ermittler Michael Ingram das Material. Er erklärte, die Bänder seien damals immer wieder neu bespielt worden, was die Qualität gemindert habe. Zu sehen waren der Bereich an den Aufzügen, die Promenade am Food Court und das Casino. Die Bildqualität mache es schwer, einzelne Personen zu erkennen, sagte er. Seine Aufgabe sei es gewesen, die Orte zu bestimmen, nicht die Menschen. Die Verteidigung wehrte sich gegen die Zulassung des MGM-Berichts als Hörensagen. Die Richterin ließ ihn jedoch als Geschäftsunterlage des Hotels zu.
Für die Ermittler war das Band schon 1996 wichtig. Für die Öffentlichkeit wurde es zum bekanntesten Bild des Abends. MTV und andere Sender zeigten Ausschnitte, die Aufnahmen kursieren weiterhin im Netz.
Die Anklage sieht einen Racheakt
Für die Ermittler lieferte die Lobby das wahrscheinlichste Motiv. Orlando Anderson war der Neffe von Duane „Keffe D“ Davis. Nach Angaben der Ermittler war Davis ein führender Kopf der Southside Crips. Nach der Darstellung der Anklage, die sich 2026 vor allem auf Davis’ eigene Erzählungen stützte, besorgte er nach der Prügelei eine Waffe für seinen Neffen und suchte mit seinen Leuten nach Tupac und Suge Knight. Staatsanwalt Binu Palal nannte die Schüsse im Eröffnungsplädoyer einen „Racheakt“. Die Jury sprach Davis am 31. August 2026 schuldig; das Urteil ist nicht rechtskräftig (Stand Oktober 2026). Einzelheiten stehen auf der Seite Der Prozess gegen Duane Davis.
Anderson selbst wurde nie angeklagt und bestritt bis zu seinem Tod jede Beteiligung an den Schüssen. „Ich hatte nichts mit Tupacs Ermordung zu tun“, sagte er 1997 der Los Angeles Times. Tupac sei für ihn „wie ein Held“ gewesen. Bereits im März 1997 hatte er in einem CNN-Interview erklärt, er komme sich vor wie ein Sündenbock. Die Seite Verdächtige im Überblick fasst zusammen, welche Verdächtigen im Lauf der Jahre genannt wurden.
Die Prügelei bringt Knight ins Gefängnis
Für Suge Knight hatte die Gewalt in der Lobby unmittelbare Folgen. Er stand in Kalifornien unter Bewährung, die Teilnahme an einer Schlägerei verstieß gegen seine Auflagen. Im Herbst 1996 diente das MGM-Video der Justiz dazu, ihn in Haft zu halten. Im Februar 1997 wurde er wegen des Bewährungsverstoßes zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Nach rund fünf Jahren kam er 2001 frei.
Afeni Shakur und Anderson verklagen sich
Ein Jahr nach der Tat trafen sich Anderson und Tupacs Familie vor Gericht. Im September 1997 verklagte Anderson Tupacs Nachlass, Suge Knight und Death-Row-Mitarbeiter auf knapp eine Million Dollar wegen der Verletzungen und seelischen Folgen der Prügelei. Vier Tage später reichte Afeni Shakur eine Klage wegen unrechtmäßigen Todes gegen Anderson ein. Sie stützte sich auf eine eidesstattliche Erklärung der Polizei von Compton, in der Anderson als Schütze bezeichnet wurde. Anderson nannte diese Erklärung „Fiktion“.
Laut einer später vielfach zitierten AP-Meldung aus dem Jahr 2000 einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich, kurz bevor Anderson starb. Sein Anwalt bezifferte den Betrag, der ihm zugestanden hätte, auf 78.000 Dollar. Eine Bestätigung aus Gerichtsakten liegt dieser Seite nicht vor. Am 29. Mai 1998 wurde Anderson in Compton bei einer Schießerei an einer Autowaschanlage getötet. Die Polizei sah keinen Zusammenhang mit dem Fall Shakur.
Tupac schlägt als Erster zu
Wohin die Fahrt danach führte, beschreiben die Seiten Der BMW 750iL und Flamingo Road und Koval Lane. Die Ermittlungen seit 1996 stehen unter Ermittlungen 1996 bis heute.
Die Kameras dokumentierten in der Lobby, wie eng die Welt von Death Row 1996 mit den Konflikten zwischen Bloods und Crips verflochten war. Das Video zeigte Tupac selbst als Angreifer, eine Seite, die in vielen Erzählungen ausgeblendet wird. Er schlug als Erster zu. Gut zwei Stunden später wurde er angeschossen. Dass beides zusammenhing, hielt eine Jury in Las Vegas 2026 für erwiesen.
Personen in diesem Text
Mike TysonSuge KnightAfeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin