Mike Tyson, geboren am 30. Juni 1966 in Brooklyn, wurde im November 1986 mit 20 Jahren der jüngste Schwergewichtsweltmeister der Boxgeschichte. Für viele junge Schwarze in Amerika war er mehr als ein Sportler, ein Mann aus ähnlichen Verhältnissen, der ganz nach oben gekommen war und dann tief fiel. Tupac sah in ihm einen Verwandten im Geiste: Beide wurden berühmt, beide saßen wegen Sexualdelikten im Gefängnis, beide wurden von der Presse als Symbol schwarzer Gewalt behandelt.
Zwei Häftlinge, ein Comeback
Tyson saß von 1992 bis März 1995 im Gefängnis. Als er herauskam, war Tupac gerade selbst inhaftiert. Erst 1996 waren beide wieder frei, und beide auf dem Höhepunkt eines Comebacks. Tyson hat später in Interviews oft von dieser Freundschaft erzählt.
Der 7. September 1996
Im September 1996 kämpfte Tyson im MGM Grand in Las Vegas gegen Bruce Seldon um den WBA-Titel. Tupac nahm 1996 eigene Einmarschmusik für Tyson auf: Road to Glory für den Kampf gegen Frank Bruno im März und für den Seldon-Kampf Let’s Get It On, laut Produzent Robert Gutierrez in der Dokumentation One Night in Vegas (2010) wenige Tage vorher in rund 20 Minuten eingespielt. Offiziell veröffentlicht wurde keines der beiden Stücke; zu hören sind sie vor allem in den Mitschnitten der Kampfübertragungen.
Am Abend des 7. September saß Tupac mit Suge Knight in der Halle. Der Kampf dauerte keine zwei Minuten: Tyson gewann in der ersten Runde, Seldon wurde danach in der Presse für sein schnelles Aufgeben verspottet. Oft heißt es, Tyson habe „nach einigen Runden“ gewonnen, tatsächlich war nach 109 Sekunden Schluss.
Nach dem Kampf kam es in der Lobby des MGM Grand zu einer Schlägerei, an der Tupac und Leute aus dem Death-Row-Tross beteiligt waren; das Opfer war Orlando Anderson, ein Mitglied der Southside Compton Crips. Wenige Stunden später wurde Tupac an einer Kreuzung nahe dem Strip aus einem Auto heraus angeschossen. Er starb am 13. September. Was in dieser Nacht geschah und wer 2026 dafür schuldig gesprochen wurde, steht auf der Seite zum Shooting 1996.
Was offen bleibt
Mitunter heißt es, Tyson habe Tupac im Krankenhaus besucht, sei zu Ambitionz Az a Ridah in den Ring gegangen, und Tupac habe ihm Lie to Kick It gewidmet. Für keine dieser Angaben fand sich ein verlässlicher Beleg.