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Weitere Personen1974 bis 2026

E.D.I. Mean (Malcolm Greenidge)

Er saß im Wagen hinter Tupac, hielt die Outlawz zusammen und sagte 2026 im Mordprozess aus: Malcolm Greenidge, bekannt als E.D.I. Mean.

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Stand Oktober 2026: Malcolm Greenidge sagte am 25. August 2026 als Zeuge der Anklage im Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis aus. Davis wurde am 31. August 2026 in Las Vegas des Mordes ersten Grades unter Einsatz einer tödlichen Waffe schuldig gesprochen. Das Strafmaß ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt. Davis bestreitet die Tat und hat Berufung angekündigt; das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Er saß im Wagen hinter Tupac, als in Las Vegas die Schüsse fielen. Fast 30 Jahre später stand er als Augenzeuge vor Gericht. Malcolm Greenidge, bekannt als E.D.I. Mean, war dabei, als aus Tupacs Jugendfreunden eine Rap-Crew wurde. Als einziges Mitglied der Outlawz begleitete er die Gruppe vom ersten Vers an.

Aus zwei Familien wird eine Crew

Greenidge kam 1974 in New York zur Welt. Nach seinen Worten sind seine Familie und die Familie Shakur „seit über 50 Jahren“ verbunden. In der dritten Klasse freundete er sich mit Tupacs Cousin Katari Cox an, der später als Kastro auftrat. Über ihn lernte er Tupac kennen. 1992 gründete er mit Kastro und Tupacs Wahlbruder Yafeu Fula, dem späteren Yaki Kadafi, ein Rap-Trio. Sie nannten sich zunächst Thoro Headz, dann Young Thugz. Greenidge rappte als Big Malcolm. Ihre Basis lag an der Ostküste, vor allem in New Jersey.

Tupac holte die Jugendlichen früh mit ins Studio. Schon am 4. Februar 1993 feierten sie auf Flex, der B-Seite der Single Holler If Ya Hear Me, ihren ersten Auftritt auf Platte. Ende 1993 stieß Mutah Beale, der spätere Napoleon, dazu, und das Trio hieß nun Dramacydal. Auf Me Against the World (1995) ist die Gruppe im Titelsong und in Outlaw zu hören.

Ein Diktatoren-Name für den Neuanfang

Nach seiner Haftentlassung im Oktober 1995 formte Tupac aus Dramacydal und weiteren Rappern die Outlaw Immortalz. Jedes Mitglied bekam den Namen eines Diktators oder Gegners der USA. Greenidge erhielt den des ugandischen Machthabers Idi Amin: E.D.I. Mean.

Auf All Eyez on Me vom Februar 1996 rappt er in Tradin’ War Stories, When We Ride und Thug Passion. Im Juni 1996 gehörte er mit Hussein Fatal und Kadafi zu den Gaststimmen auf Hit ‘Em Up, dem Diss gegen Bad Boy. Auch auf dem posthumen Makaveli-Album The Don Killuminati: The 7 Day Theory ist er unter anderem in Bomb First (My Second Reply) und Life of an Outlaw zu hören.

Im Wagen hinter Suge Knight

Am 7. September 1996 kam Greenidge zum Boxkampf von Mike Tyson nach Las Vegas. Vor Gericht erzählte er 2026, er sei vorher mit Tupac und dessen Verlobter im Lexus unterwegs gewesen. Den Kampf selbst verpasste er, weil er auf einen Anruf von Tupac wartete, der nicht kam. Später am Abend fuhr er im Wagen direkt hinter dem BMW von Suge Knight. Am Steuer saß Tupacs Leibwächter Frank Alexander, mit im Auto war Kadafi.

Als an der Kreuzung Flamingo Road und Koval Lane aus einem hellen Cadillac geschossen wurde, sah Greenidge nach eigener Aussage einen Arm und eine Waffe. Laut den Akten der Polizei verneinte er in seiner Aussage auf Band, noch in derselben Nacht, die Frage, ob er die Schützen erkennen könne, mit einem knappen „Nope“. Den genauen Ablauf der Tat beschreibt die Seite Das Shooting in Las Vegas 1996.

Widersprüche und Misstrauen

Ende Februar 1997 sagten Greenidge und Alexander der Los Angeles Times, sie hätten die Täter gesehen und seien nie gebeten worden, Fotos von Verdächtigen anzusehen. Greenidge beschrieb vier Männer in einem weißen Cadillac. Wer abdrückte, habe er nicht gesehen, wohl aber für Sekundenbruchteile alle vier Gesichter: „Ich kann nicht versprechen, dass ich sie erkennen würde, aber niemand hat mich je gebeten, es zu versuchen.“ Die Polizei von Las Vegas hielt dagegen: Die Aussagen beider Männer aus der Tatnacht passten „überhaupt nicht“ zu dem, was sie der Zeitung erzählt hätten.

Im März 1997 trafen Ermittler beide in Südkalifornien. Nach Angaben der Polizei sagte Greenidge auf der Wache in Compton, er habe den Schützen nie gesehen, und wollte die Fotos nicht ansehen. Die Episode zeigt das Misstrauen zwischen Tupacs Umfeld und der Polizei, das die Ermittlungen über Jahre lähmte. Die Los Angeles Times schrieb seinen Namen damals „Greenridge“. Daher stammt die fehlerhafte Schreibweise, die andernorts häufig zu lesen ist.

Per Gerichtsbeschluss in den Zeugenstand

Freiwillig kam Greenidge nicht. Auf Anfragen der Staatsanwaltschaft habe er nicht reagiert, sagte er danach Complex. Die Ermittler hätten daraufhin seine Kinder kontaktiert, bis schließlich ein Zusteller mit der gerichtlichen Ladung vor seiner Tür gestanden habe. Vor Gericht bestätigte er, dass er nur auf richterliche Anordnung aussagte.

Am 25. August 2026 schilderte er der Jury, was er gesehen hatte: einen Arm und eine Waffe, keine Gesichter. Der Schütze habe schwarz gewirkt, die Schüsse seien von der Rückbank gekommen. Dieses Detail deckte sich mit Davis’ früheren Erzählungen. Er berichtete auch, wie der schwer verletzte Tupac ihm beim zweiten Halt zurief: „Get on the ground. They’re going to shoot you.“ Als er sich umdrehte, habe ihm ein Polizist eine Schrotflinte vors Gesicht gehalten (mehr unter Letzte Worte). Auf einem Foto vom Gehweg nach der Tat zeigte er auf sich selbst und ein weiteres Outlawz-Mitglied. Tupac, so gab er an, habe damals ein eigenes Label gründen wollen und mit Quincy Jones über Geschäfte gesprochen.

Nach dem Urteil sagte er, er sei erleichtert, dass „dieser Teil der Saga“ vorbei sei. Für ihn persönlich sei der Abschluss längst gekommen: „Die Straße hatte schon vor vielen Jahren gesprochen, und zwar laut.“ Den Prozess nannte er „eine Show für die Leute“ und ein Stück Abschluss für Tupacs Familie. Zum Verfahren selbst: Der Prozess gegen Duane Davis.

Solokarriere und ein später Grammy für Tupac

Nach Tupacs Tod und dem Mord an Kadafi im November 1996 hielt Greenidge die Gruppe mit zusammen. Er ist auf allen Outlawz-Alben zu hören, von Still I Rise (1999) an. 2002 erschien mit Kastro das Duo-Album Blood Brothers, ab 2010 folgten Soloalben wie The Stash Spot (2010) und O.G. Est. 1992 (2013).

Am 4. Juli 2025 machte er den Tod von Young Noble öffentlich, seinem Partner seit über 30 Jahren. Er bat um Ruhe für die Familie und schrieb, psychische Erkrankung sei „ein echter Kampf, den so viele führen“. Mehr zu Young Noble steht unter Weitere Outlawz.

Am 8. Mai 2026 nahm E.D.I. Mean beim Gala-Abend der Grammy Hall of Fame in Beverly Hills die Ehrung für All Eyez on Me entgegen, im Namen Tupacs, der Familie, des Nachlasses und der Fans. Tupac sei „mehr als ein Künstler“ gewesen: „ein Dichter, ein revolutionärer Geist und eine der furchtlosesten Stimmen seiner Generation“.