Wenn Tupac Shakur und Johnny J im Studio standen, entstand Musik im Akkord. Mit keinem Produzenten nahm Tupac mehr Stücke auf als mit ihm. Für ein Verständnis von Tupacs Sound in den Jahren 1995 und 1996 ist er unverzichtbar.
Erste Sessions um 1993: Harmonie auf Anhieb
Johnny Lee Jackson wurde am 28. August 1969 in Ciudad Juárez, Mexiko, geboren und wuchs im Süden von Los Angeles auf. Um 1993 fanden er und Tupac zusammen und harmonierten sofort.
Aus dieser ersten Phase stammen Thug Life mit Big Syke, Pour Out a Little Liquor für den Soundtrack zu Above the Rim und Death Around the Corner, das 1995 auf Me Against the World erschien. Im Februar 1995 kam Tupac ins Gefängnis, und die Zusammenarbeit brach ab.
„Sechs oder sieben am Tag“: Elf Songs für „All Eyez on Me“
Nach Tupacs Entlassung im Oktober 1995 arbeiteten beide wieder Tag und Nacht. Johnny J war an elf Songs auf All Eyez on Me beteiligt, darunter die Single How Do U Want It mit K-Ci & JoJo, All About U mit Nate Dogg, Snoop Dogg und den Outlawz sowie Life Goes On. Das Tempo war enorm: „Wir haben sechs oder sieben am Tag gemacht“, sagte Johnny J 2008 in einem Radiointerview über die gemeinsamen Sessions.
Insgesamt nahmen die beiden über hundert Songs auf. Nur ein Teil davon erschien zu Tupacs Lebzeiten; viele bildeten den Kern der posthumen Alben wie R U Still Down?, Until the End of Time und Better Dayz, oft in neu abgemischten Fassungen.
Streit um Tantiemen: Gerüchte und Widersprüche
Auf Fanseiten wie 2pacworld hieß es später, Death Row habe ihm den vereinbarten Vorschuss von 100.000 Dollar und seine Beteiligung von drei Prozent pro Song nie gezahlt. Eine Klage oder ein Urteil dazu ließ sich nicht finden. Sein Freund King Tech sagte 2008 dagegen, Johnny J habe sich um seine Geschäfte gekümmert und gut von den Tupac-Tantiemen gelebt.
Sturz im Zellentrakt: Tod mit 39 Jahren
Am 3. Oktober 2008 starb Johnny J im Twin-Towers-Gefängnis von Los Angeles County, wo er wegen Trunkenheit am Steuer einsaß. Nach übereinstimmenden Berichten stürzte er sich von einer oberen Ebene des Zellentrakts; berichtet wurde von einem mutmaßlichen Suizid. Er wurde 39 Jahre alt. Die Zeitschrift XXL widmete ihm im September 2011 einen ausführlichen Beitrag unter dem Titel Mourn You Til I Join You.