Hintergrund · Better Dayz
Vorne regieren die harten Straßen- und Partystücke, hinten die ruhige Nachdenklichkeit: Better Dayz zog einen klaren Schnitt durch Tupacs Death-Row-Archiv. Als viertes posthumes Studioalbum und zweites Doppelalbum in Folge schuf das Werk eine feste Gliederung, die dem Vorgänger Until the End of Time noch gefehlt hatte.
Death-Row-Bänder treffen auf den Sound der 2000er
Das Material stammte größtenteils aus den Death-Row-Sessions von 1995 und 1996, einige Strophen gingen auf frühere Aufnahmen zurück. Die Auswahl verantworteten Afeni Shakur und Suge Knight gemeinsam. Knight war im Sommer 2001 aus der Haft entlassen worden und nannte sein Label inzwischen „Tha Row“.
Johnny „J“ war erneut der wichtigste Produzent. Dazu kamen Namen aus der damaligen Gegenwart wie Jazze Pha und T.I., die Tupacs Stimme mit dem Südstaaten-Sound der frühen 2000er verbanden.
Harte Ansagen auf CD 1, Seelenruhe auf CD 2
Die erste CD beginnt mit Still Ballin' an der Seite von Trick Daddy. Es folgen Changed Man mit T.I. und Jazze Pha, Fuck Em All mit den Outlawz und Mama's Just a Little Girl, eine Geschichte über eine junge Mutter. Den Abschluss bildet eine akustische Fassung von Thugz Mansion mit Nas und J. Phoenix, ein posthumes Duett mit Nas, mit dem Tupac 1996 noch im Streit gelegen hatte.
Auf der zweiten CD steht die bekanntere Fassung von Thugz Mansion mit dem Soulsänger Anthony Hamilton: ein Lied über einen Ort jenseits des Todes, an dem Freunde und Familie wieder zusammenkommen. Never Call U Bitch Again mit Tyrese, der Titelsong Better Dayz und Military Minds mit Buckshot und den Cocoa Brovaz aus der New Yorker Boot Camp Clik zeigen, wie breit das Album musikalisch aufgestellt ist.
Platz 5 in den Billboard 200 und dreifaches Platin
Better Dayz stieg auf Platz 5 der Billboard 200 ein. Thugz Mansion erreichte Platz 19 der Hot 100 und Platz 24 in Großbritannien, Still Ballin' folgte 2003 als zweite Single. Die RIAA vergab 2014 dreifaches Platin, wobei jede CD einzeln zählt.
Gelungene Dramaturgie, umstrittene Nachproduktion
AllMusic bewertete das Doppelalbum mit vier von fünf Sternen und nannte es das beste posthume Tupac-Album seit seinem Tod. Entertainment Weekly vergab dagegen nur die Note C.
Die Trennung in zwei Stimmungen gilt als gelungen, die Nachproduktion bleibt umstritten: Wie bei Until the End of Time bevorzugen viele Fans die Originalbeats aus den Neunzigern, die über Bootlegs bekannt sind.
