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Weitere Verfahren 1991 bis 1996: Oakland, Allen Hughes, Michigan und die Klage um Tupacs Musik
Von Polizeigewalt in Oakland bis zum Baseballschläger in Michigan: die kleineren Verfahren gegen Tupac und ein späterer Streit um seine Musik.
Ein junger Mann, der abwechselnd als Kläger, Angeklagter und Angeschuldigter vor Gericht stand: Neben den großen Fällen von Marin City, Atlanta und New York füllen mehrere kleinere Verfahren Tupacs Akte. Den Überblick bietet die Seite Tupacs Rechtsfälle.
Zehn Millionen Dollar gegen die Stadt Oakland
Am 17. Oktober 1991 hielten die Polizisten Alex Boyovic und Kevin Rogers Tupac in Oakland an, weil er bei Rot über die Straße gegangen war. Laut Tupac würgten ihn die Beamten, warfen ihn zu Boden und schlugen seinen Kopf auf den Beton. Er verklagte die Stadt wegen Polizeigewalt auf zehn Millionen Dollar.
Der Fall endete mit einem Vergleich über rund 42.000 bis 43.000 Dollar (Angaben je nach Quelle; Wikipedia beruft sich auf die New York Times). Die Summe lag zwar weit unter der Forderung, doch da es sich um einen Vergleich und kein Urteil handelte, bedeutet die Zahlung kein juristisches Schuldeingeständnis der Stadt.
Allen Hughes 1993/94: ein Schlag und 15 Tage Haft
Ursprünglich war Tupac für die Rolle des Sharif im Film Menace II Society der Regisseure Allen und Albert Hughes besetzt, wurde dann aber durch Vonte Sweet ersetzt. Über den Grund gibt es zwei Darstellungen: Entweder gab es einen Streit mit Allen Hughes oder Unstimmigkeiten über das Drehbuch. Fest steht, dass Tupac im Frühjahr 1993 bei einem Videodreh auf Hughes einschlug.
Beweis im späteren Prozess war unter anderem ein Auftritt bei Yo! MTV Raps, in dem Tupac damit prahlte, den Regisseur verprügelt zu haben (Wikipedia). Am 10. Februar 1994 wurde er wegen Körperverletzung verurteilt. Richter George H. Wu verhängte am 10. März 1994 eine Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit und 15 Tage Haft in Los Angeles County (UPI). Es war Tupacs erste Haftstrafe. Allen Hughes sagte 2023 gegenüber Yahoo Entertainment, Tupac habe sich mehrfach bei ihm entschuldigt und er habe ihn gemocht.
Michigan 1993/94: der Baseballschläger
Nach einem Konzert an der Michigan State University in East Lansing geriet Tupac am 5. April 1993 mit dem Rapper Chauncey Wynn von der Gruppe M.A.D. aneinander. Tupac soll ein Mikrofon geworfen und mit einem Baseballschläger auf ihn eingeschlagen haben, woraufhin er wegen schwerer Körperverletzung angeklagt wurde.
Tupac sagte, der Schläger gehöre zu seiner Show und er habe nie zugeschlagen. Am 14. September 1994 bekannte er sich schließlich eines minderschweren Vergehens schuldig. Die Strafe belief sich laut Wikipedia auf 35 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie 30 Tage Haft, von denen 20 zur Bewährung ausgesetzt wurden.
Waffenbesitz und gebrochene Bewährungsauflagen
Bei einer Verkehrskontrolle in Los Angeles im April 1994 fanden Polizisten eine halbautomatische Pistole in Tupacs Auto. Wegen einer Vorstrafe aus dem Jahr 1993 galt dies als Verbrechen. Tupac bekannte sich im Frühjahr 1996 schuldig.
Zusätzlich verhängte ein Gericht in Los Angeles am 4. April 1996 eine Haftstrafe von 120 Tagen. Tupac hatte Bewährungsauflagen verletzt, unter anderem, weil er seinen gemeinnützigen Dienst nicht abgeleistet hatte. Wegen laufender Berufungen trat er die Haft nicht an. Das Strafmaß für den Waffenfall selbst sollte am 12. September 1996 verkündet werden. Zu diesem Termin lag Tupac bereits schwer verletzt im Krankenhaus (Shooting 1996).
Klagen gegen den Nachlass
Nach Tupacs Tod zogen mehrere Parteien gegen seinen Nachlass vor Gericht. C. DeLores Tucker klagte 1997 wegen Textzeilen über sie in zwei Songs, die Klage wurde abgewiesen (C. Delores Tucker). Auch Jacques Agnant, der Mann aus dem New Yorker Fall, reichte eine Klage ein. Er wehrte sich gegen den Song Against All Odds, in dem Tupac ihn als Spitzel bezeichnet. Ein Bundesgericht in New York wies die Klage 1998 ab (Agnant v. Shakur). Ein weiterer Kläger war Billy Garland: Er forderte die Hälfte des Erbes und scheiterte damit im Dezember 1997 (Billy Garland).
Ein Freestyle-Sample in Südkorea
Ein Streit um nicht lizenzierte Musik steht bei Wikipedia unter dem Stichwort „Tupac-Records-Klage“. Im April 2004 kündigte Amaru Records an, die südkoreanische Gruppe Baby V.O.X. und deren Agentur zu verklagen. Der Vorwurf: Die Gruppe habe eine Tupac-Aufnahme aus dem Gefängnis, einen Freestyle, ohne Erlaubnis in einem Song verwendet.
Baby V.O.X. hielt dagegen, sie habe das Sample legal von einer Firma namens Bungaroo Music erworben. Zudem halte Amaru ohnehin nicht alle Rechte an dem Material. Wie die Sache ausging, schildern die Quellen widersprüchlich. Wikipedia spricht von einem Missverständnis, nachdem der legale Erwerb bestätigt worden sei. Die Gruppe gab die Single auf. Mehr zur Plattenfirma findet sich unter Amaru Entertainment.
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