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874 Wörter · 4 Min.

Verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs: Der Fall in New York

1994 wurde Tupac wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Blick auf die Tatnacht, den Prozess und die Aussagen der Betroffenen.

Im November 1993 zeigte eine 19-jährige Frau in New York an, in Tupac Shakurs Hotelsuite sexuell missbraucht worden zu sein. Ein Jahr später verurteilte ein Gericht in Manhattan den Rapper wegen sexuellen Missbrauchs. Er verbrachte fast neun Monate in Haft. Der Fall veränderte Tupacs Leben und Werk. Es ist das Kapitel, das Fans am liebsten umgehen. Diese Seite erzählt es nüchtern. Einen kurzen Überblick gibt Tupacs Rechtsfälle; die Zeit im Gefängnis dokumentiert die Seite Haftzeit 1995. Die Frau wird hier nicht beim Namen genannt: Sie hat den Fall nie gesucht, und die Anfeindungen, die sie erlebte, sind ein Teil der Geschichte.

Die Nacht im Hotel Parker Meridien

Nach der Darstellung des Prozesses lernte die Frau Tupac Mitte November 1993 in einem Club in Manhattan kennen. Die beiden hatten dort einvernehmlichen Kontakt. Am 18. November besuchte sie ihn in seiner Suite im Hotel Parker Meridien. Vor Gericht sagte sie aus, sie habe dort mit ihm geküsst, bis drei seiner Freunde den Raum betraten. Sie sei festgehalten und missbraucht worden. Noch in der Nacht erstattete sie Anzeige.

Die Polizei nahm Tupac, seinen Road Manager Charles Fuller und Jacques Agnant, einen Bekannten aus dem Umfeld, fest. Ein vierter Mann wurde nie gefunden. In der Suite fanden die Beamten zwei Pistolen. Die Kaution für Tupac betrug drei Millionen Dollar, eine Summe, die sein Anwalt „unmenschlich“ nannte.

Der Prozess: Eifersucht oder Missbrauch?

Fast ein Jahr nach der Tat, im November und Dezember 1994, lief der Prozess unter Richter Daniel P. Fitzgerald. Francine James vertrat die Anklage, Michael Warren die Verteidigung. Der Richter entließ zwei Geschworene, die abfällig über den Angeklagten und seine Musik gesprochen hatten.

Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf die Aussage der Frau. Ein spät offengelegter Umstand betraf Fotos, die am Tag nach der Tat von ihr gemacht und falsch abgelegt worden waren. Die Verteidigung hielt den Kontakt für einvernehmlich und die Anzeige für Eifersucht, da Tupac sich einer anderen Frau zugewandt habe. Fuller und Tupac standen gemeinsam vor Gericht. Das Verfahren gegen Agnant wurde abgetrennt und endete mit einem Schuldbekenntnis zu einem geringeren Vergehen, ohne Haft.

Mitten im Prozess, in der Nacht zum 30. November 1994, wurde Tupac im Foyer der Quad Studios angeschossen und ausgeraubt (Shooting 1994). Er verließ das Krankenhaus gegen ärztlichen Rat und kam im Rollstuhl in den Saal.

Schuldspruch wegen erzwungener Berührung

Am 1. Dezember 1994 sprachen die Geschworenen Tupac und Fuller des sexuellen Missbrauchs ersten Grades schuldig, in der Sache einer erzwungenen Berührung. Berichte zählen zwei oder drei Anklagepunkte, je nach Quelle. Von den Vorwürfen der Sodomie (erzwungener Oralverkehr) und des Waffenbesitzes wurden beide freigesprochen. Zu einer Anklage wegen Vergewaltigung kam es nie. Die Geschworenen sagten nicht, ob sie glaubten, dass die Frau zugestimmt hatte.

Das Strafmaß verkündete Richter Fitzgerald am 7. oder 8. Februar 1995; Quellen nennen beide Tage. Tupac erhielt 18 Monate bis viereinhalb Jahre Haft, Fuller vier Monate und fünf Jahre Bewährung. Der Richter sah Tupac als treibende Kraft der Tat.

Die Frau sagte vor Gericht, Tupac habe seinen Ruhm ausgenutzt. Sie sei zur „Bösen“ gemacht worden, während er von Kollegen und Fans verherrlicht werde. Tupac erklärte laut Berichten unter Tränen, er entschuldige sich nicht für ein Verbrechen; er sei unschuldig. Später sagte er im Vibe-Interview, er habe sich in jener Zeit nicht verantwortungsvoll verhalten.

1,4 Millionen Dollar für die Freiheit

Tupac konnte die Kaution nicht aufbringen und stellte sich am 23. Dezember 1994. Seine Anwälte legten Berufung ein. Erst als die Berufungsinstanz die Kaution auf 1,4 Millionen Dollar festsetzte, kam er am 12. Oktober 1995 frei. Das Geld beschafften Suge Knight und Death Row.

Über die Berufung wurde vor Tupacs Tod nicht entschieden, die Verurteilung blieb damit bestehen. Eine zivilrechtliche Klage der Frau auf Schadenersatz endete mit einem außergerichtlichen Vergleich über eine nicht bekannte Summe. Berichtet wird von einer ursprünglichen Forderung von zehn Millionen Dollar Strafschadensersatz.

Die Sicht der Frau

1995 zeichnete Tupac im Magazin Vibe sein Bild des Abends. Die Frau schrieb der Redaktion daraufhin einen Brief. Sie fühle sich falsch dargestellt: Sie sei gekommen, um ihn zu sehen, und gegen ihren Willen festgehalten worden. Eine Falle sei es nicht gewesen. Der Brief ist unter The Alleged Rape dokumentiert.

Im Jahr 2018 sprach sie im Sender Oxygen erstmals vor der Kamera. Sie sagte, sie sei in jener Nacht vergewaltigt worden. Das war nie der Gegenstand der Verurteilung; es ist ihre Schilderung dessen, was sie erlebt hat. Sie erzählte, dass sie jahrelang beschimpft und bedroht wurde, weil sie einen Star angezeigt hatte, und dass viele Fans sie noch Jahrzehnte später verurteilten.

Folgen

Zu einer ehrlichen Würdigung Tupacs gehört beides: sein Werk, in dem er Frauen oft würdigte, und eine Verurteilung wegen eines Sexualdelikts. Das eine hebt das andere nicht auf. Seine Haltung dazu hat Tupac nicht widerrufen; er blieb bei seiner Darstellung. Die Seite Tupac und das Frauenbild ordnet das ein. Verschwörungserzählungen, die den Fall wegerklären wollen, sind durch nichts belegt.

Für Tupacs Karriere fiel der Fall mit einem Wendepunkt zusammen. Während er in Haft saß, erschien Me Against the World und stieg auf Platz 1 der US-Charts ein. Aus der Haft heraus entstand der Vertrag mit Death Row (Death Row Records). Für die Frau blieb die Öffentlichkeit lange eine, in der andere über sie sprachen, bis sie 2018 selbst sprach.

Personen in diesem Text

Keisha MorrisSuge Knight