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476 Wörter · 2 Min.

Marin City 1992: der Tod von Qa'id Walker-Teal

Am 22. August 1992 traf eine Kugel aus Tupacs Waffe den sechsjährigen Qa'id Walker-Teal tödlich. Wer in Marin City schoss, wurde nie gerichtlich geklärt.

Am 22. August 1992 fuhr der sechsjährige Qa’id Walker-Teal auf einem Schulhof in Marin City Fahrrad. Etwa hundert Meter entfernt, auf einem Stadtteilfest, eskalierte ein Streit. Eine Kugel traf Qa’id in den Kopf. Er starb. Die Ermittler ordneten das Geschoss laut Wikipedia einer auf Tupac zugelassenen Pistole zu. Wer abdrückte, wurde nie gerichtlich festgestellt. Diese Seite stellt das Kind in den Mittelpunkt, nicht den Ruhm dessen, in dessen Umfeld die Waffe fiel.

Für Tupac war das Fest eine Rückkehr. Im Sommer 1988 war er als Jugendlicher aus Baltimore in die Siedlung nördlich von San Francisco gekommen. Marin City ist ein kleiner, überwiegend schwarzer Ort in einer der reichsten Gegenden Kaliforniens (Biografie). Dass an diesem Tag ein Kind aus der Gemeinde starb, traf den Ort gerade deshalb hart.

Eine gefallene Waffe ohne Schützen

Tupac war bei dem Fest aufgetreten. Danach geriet sein Umfeld mit Männern aus dem Ort aneinander. Nach der Darstellung in den Medienberichten und Zeugenaussagen zog Tupac seine legal getragene Pistole. Sie fiel zu Boden; wer sie aufhob und abfeuerte, wurde nie gerichtlich festgestellt. Tupac selbst sagte, jemand aus seiner Begleitung habe die Waffe aufgehoben, und sie sei versehentlich losgegangen. Unklar ist auch, ob der Streit gezielt gegen ihn gerichtet war. Selbst die Waffe ist nicht eindeutig beschrieben: Die Berichte sprechen teils von einer Colt Mustang, teils von einer .38er, die Quellen stimmen im Kaliber nicht überein.

Zwölf Stunden Gewahrsam, keine Anklage

Tupac wurde zwölf Stunden festgehalten. Festgenommen wurde auch sein Halbbruder Maurice Harding, der später als Mopreme Shakur Musiker wurde. Nach den Berichten war er der Verdächtige, der geschossen haben soll. Angeklagt wurde niemand, vor allem fehlten Zeugen. Die Sausalito Historical Society schrieb 2023, der Täter sei nie identifiziert worden. Das heißt: Aus Tupacs Waffe stammt die Kugel, wer abdrückte, ist offiziell ungeklärt. Tupac wurde wegen des Todes nie angeklagt.

Die Zivilklage endet mit einem Vergleich

Qa’ids Eltern, Ocita Teal aus Marin City und Darrell Walker aus Texas, verklagten Tupac wegen fahrlässiger Tötung. Sie behaupteten, Harding habe geschossen. Im November 1995 endete der Prozess nach der Aussage von nur zwei Zeugen mit einem Vergleich (Deseret News/AP, 13. November 1995). Die Anwälte nannten keine Summe, die Akte wurde versiegelt. In der Presse finden sich Schätzungen von 300.000 bis 500.000 Dollar. Laut Biography.com soll ein Plattenunternehmen, wahrscheinlich Death Row, das Geld angeboten haben. Das ist eine zweite Hand und ließ sich nicht mit einem Dokument belegen.

Ein Opfer, aber kein festgestellter Täter

Wenn es um Tupacs Verhältnis zu Waffen und Gewalt geht, steht der Fall in einer Reihe mit Atlanta 1993 und dem New Yorker Verfahren; einen Überblick gibt Tupacs Rechtsfälle. Von beiden unterscheidet er sich: In Atlanta machte Tupac Notwehr geltend und die Anklage fiel in sich zusammen, in New York wurde er verurteilt. In Marin City wurde nie festgestellt, wer verantwortlich war. Qa’id Walker-Teal war an dem Streit nicht beteiligt.

Personen in diesem Text

Mopreme Shakur