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Firmen1991 bis 2022

Death Row Records

1,4 Millionen Dollar Kaution, ein Vertrag aus der Zelle und das Rekordjahr 1996: Tupacs Zeit bei Death Row und der Rechtsstreit um seinen Nachlass.

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Nur zwei Plattenfirmen prägten Tupacs Karriere: Interscope Records, das ihn 1991 entdeckte, und ab Oktober 1995 Death Row Records. Beide Häuser waren eng miteinander verflochten, denn Interscope übernahm den Vertrieb für Death Row. Zusammengefasst ist hier, was belegt ist.

Vertrag nach zwei Tagen: Tupac bei Interscope

Jimmy Iovine und Ted Field gründeten Interscope im Jahr 1990. Als Manager Tom Whalley im August 1991 Tupacs Demo hörte, nahm er ihn zwei Tage später unter Vertrag. Bereits im November erschien 2Pacalypse Now. Es folgten Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. (1993), das Gruppenalbum Thug Life, Volume I (1994) und Me Against the World (1995).

1992 übernahm Interscope zusätzlich den Vertrieb von Death Row, dem Label von Dr. Dre und Suge Knight. Das brachte Interscope Millionen, aber auch politischen Druck: Kritiker wie C. Delores Tucker griffen Time Warner, damals Miteigentümer von Interscope, wegen Gangsta-Rap an. Im September 1995 verkaufte Time Warner seinen Anteil.

Ein Vertrag aus der Zelle und fünf Millionen Platten

1995 saß Tupac in New York im Gefängnis, verschuldet durch hohe Anwaltskosten. Suge Knight besuchte ihn mehrfach in der Haft. Im Oktober 1995 hinterlegte Death Row eine Kaution von 1,4 Millionen Dollar. Tupac kam bis zur Entscheidung über seine Berufung frei und flog nach Los Angeles. Grundlage war ein kurzer handschriftlicher Vertrag, den Tupac in der Haft unterschrieben hatte. Interscope blieb als Vertriebspartner beteiligt.

Was folgte, war Tupacs produktivste Zeit. Im Februar 1996 erschien das Doppelalbum All Eyez on Me, das sich bis 1997 rund fünf Millionen Mal verkaufte. Im März 1996 verließ Dr. Dre das Label im Streit (siehe Dr. Dre). Im Sommer 1996 sprach Tupac bereits offen davon, Death Row zu verlassen und ein eigenes Label zu gründen (Seine Firmen). Im November 1996, zwei Monate nach seinem Tod, kam The Don Killuminati: The 7 Day Theory heraus.

Nach dem Tod: Streit um das Erbe und 152 Songs

Nach Tupacs Tod stellte seine Mutter Afeni Shakur nach eigenen Worten fest, dass ihrem Sohn kaum etwas gehörte. Das Haus und der Rolls-Royce, die er für seine gehalten hatte, gehörten ihm nicht, wie sie 1997 in der ABC-Sendung Prime Time Live sagte. Im Dezember 1996 klagte sie gegen den Verkauf von Tupac-Fanartikeln über Death Row. Die Firma stoppte den Verkauf, und ein Bundesrichter sprach dem Nachlass im Januar 1997 einen Anteil an den Erlösen zu: 18 Prozent der Einnahmen aus dem letzten Quartal 1996. Künftig brauchte Death Row für Tupac-Fanartikel die Zustimmung des Nachlasses.

Im April 1997 verklagte Death Row den Nachlass auf 7,1 Millionen Dollar für angebliche Vorschüsse, darunter Forderungen für Autos, Häuser, Schmuck sowie Aufnahme- und Videokosten. Afeni Shakur reagierte mit einer Gegenklage über 17 Millionen Dollar. Der Anwalt der Familie, Richard Fischbein, erklärte, Tupac sei mit wenig mehr als 150.000 Dollar gestorben, während Death Row mit seiner Musik über 100 Millionen eingenommen habe. Die Klage zielte auch darauf ab, den handschriftlichen Vertrag für ungültig zu erklären und 152 unveröffentlichte Songs unter gerichtliche Verwaltung zu stellen. Death Row bestritt jedes Fehlverhalten.

Wie der Streit im Einzelnen beigelegt wurde, ließ sich in den geprüften Quellen nicht belegen. Fest steht: Amaru Entertainment, das Label seiner Mutter, erhielt das Recht, auch Aufnahmen aus der Death-Row-Zeit zu veröffentlichen. Posthume Alben wie Better Dayz (2002) erschienen gemeinsam über Amaru, Death Row und Interscope.

Zerfall, Konkurs und die Rückkehr zu Snoop Dogg

Suge Knight wurde im Februar 1997 wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu neun Jahren Haft verurteilt und kam im August 2001 frei. Snoop Dogg, Kurupt und Nate Dogg verließen das Label. 2006 meldete Death Row Insolvenz an, der Katalog wurde 2009 versteigert und wechselte mehrfach den Besitzer. Im Februar 2022 übernahm ausgerechnet Snoop Dogg die Marke Death Row Records.