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21.04.1997395 Wörter · 2 Min.

Afeni Shakur verklagt Death Row auf 17 Millionen Dollar

100 Millionen Dollar Umsatz, kaum eine Million für Tupac: Afeni Shakurs 17-Millionen-Klage gegen Death Row und der Streit um 152 unveröffentlichte Songs.

Original: „Tupac’s Mother Goes After Death Row“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 21. April 1997

Unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP meldete MTV im April 1997 die bis dahin größte Klage um Tupacs Erbe. Afeni Shakur forderte 17 Millionen Dollar von Death Row Records und dem inhaftierten Label-Chef Suge Knight. Im Mittelpunkt stand All Eyez on Me, das sich laut der Meldung fünf Millionen Mal verkauft hatte.

Ein Vertrag aus der Zelle und 152 unveröffentlichte Songs

Familienanwalt Richard Fischbein rechnete vor, Tupac habe dem Label Plattenumsätze von 100 Millionen Dollar eingebracht, selbst aber weniger als eine Million erhalten. Die Klage hatte noch zwei weitere Ziele: Der Vertrag, den Tupac 1995 im Gefängnis unterschrieben hatte, sollte für nichtig erklärt werden, und 152 unveröffentlichte Songs sollten unter gerichtliche Zwangsverwaltung kommen.

Wenige Wochen zuvor war Death Row selbst in die Offensive gegangen: Das Label hatte seinerseits den Nachlass auf 7,1 Millionen Dollar verklagt, für angebliche Vorschüsse auf Häuser, Autos, Schmuck sowie Studio- und Videokosten.

Vor dem Bundesgericht: Zahlen, die damals niemand prüfte

Die Klage wurde am Freitag, dem 18. April 1997, vor dem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht. Variety fasste den Vorwurf zusammen: Death Row habe Tupac um Millionen betrogen, die ihm aus dem Verkauf seiner Alben zustanden. Die Zahlen stammten allerdings aus der Klageschrift und von Fischbein; überprüft hatte sie damals niemand.

Auch die Angabe von „fünf Millionen“ ist mit Vorsicht zu lesen, denn bei Doppelalben zählt die US-Branchenstatistik jede CD einzeln. Laut XXL hatte sich All Eyez on Me bis 2011 rund 5,9 Millionen Mal in den USA verkauft; 2014 gab es Diamant.

Treffen in San Luis Obispo: Einigung statt Prozess

Zum Prozess kam es nicht. Im Herbst 1997 meldete die Los Angeles Times die Ergebnisse einer Einigung: Afeni Shakur erhielt das Recht, rund 100 Death-Row-Aufnahmen ihres Sohnes zu veröffentlichen, nachdem sie Suge Knight im Gefängnis von San Luis Obispo getroffen hatte. Die Masterbänder von All Eyez on Me und The Don Killuminati blieben bei Death Row. Aus diesen Rechten entstand ihr Label Amaru, das ab November 1997 die Nachlass-Alben herausbrachte.

Erledigt war das Thema damit nicht. Death Row ging 2006 in die Insolvenz, der Katalog wechselte mehrfach den Besitzer, und 2013 verklagte Afeni Shakur den damaligen Eigentümer Entertainment One erneut auf Tantiemen und die Herausgabe unveröffentlichter Bänder.

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