Zum Inhalt
Design:StandardSiebdruck
Die deutsche Tupac-Shakur-Seite · seit 2002 Leben, Werk, Umfeld und Tod Design:StandardSiebdruck
United·Tupac.Com Seit 2002
Menü

12 Einträge

Tupacs Familie: Blut, Name und Bewegung

Ein Vater, den er für tot hielt, ein Name ohne Blutsverwandtschaft, Paten aus der Panther-Bewegung: Tupacs Familie im Überblick.

Afeni Shakur auf der Konferenz „The Dream Reborn“, Memphis, April 2008
Afeni Shakur auf der Konferenz „The Dream Reborn“, Memphis, April 2008 Foto: AidaGagnier, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Seinen Vater hielt Tupac lange für tot. Seinen Nachnamen trug er von einem Mann, mit dem er nicht verwandt war. Und seine Patentante lebte im Exil in Kuba. „Familie“ hatte für ihn zwei Bedeutungen.

Da war die Familie im engen Sinn: eine Mutter, eine Schwester, ein Vater, der erst spät auftauchte. Und da war die große politische Familie der Black Panther, in der Menschen denselben Nachnamen trugen, ohne verwandt zu sein. Wer Tupac verstehen will, braucht beide Kreise.

Der Kern: eine Mutter, ein ferner Vater, eine Schwester

Afeni Shakur (1947-2016), geboren als Alice Faye Williams, war Tupacs Mutter. Sie war Black Panther und saß im Panther-21-Prozess auf der Anklagebank, dem Verfahren gegen 21 New Yorker Mitglieder der Partei. Nach 1996 verwaltete sie das Erbe ihres Sohnes.

Billy Garland (geb. 1949), ein Panther aus Jersey City, ist sein leiblicher Vater. In Tupacs Kindheit spielte er keine Rolle, erst 1994 tauchte er wieder auf. 1997 bestätigte ein DNA-Test die Vaterschaft. Einen Anteil am Erbe sprach ihm das Gericht trotzdem nicht zu.

Sekyiwa „Set“ Shakur (geb. 1975), Tochter von Afeni und Mutulu Shakur, ist Tupacs jüngere Halbschwester. Heute leitet sie die Tupac Amaru Shakur Foundation. Ihre Kinder Nzingha und Malik sind Tupacs Nichte und Neffe.

Volle Geschwister hatte Tupac nicht. Über Billy Garland hat er mehrere Halbgeschwister, darunter die Autorin Takerra Allen und die TV-Produzentin N’Neka Garland, die 2023 starb.

Ein Stiefvater in Haft, ein Stiefbruder bei THUG LIFE

Dr. Mutulu Shakur (1950-2023) war von 1975 bis 1982 mit Afeni verheiratet und damit Tupacs Stiefvater. Ab 1986 saß er wegen des Brink’s-Überfalls von 1981 in Haft, eines bewaffneten Raubs auf einen Geldtransporter. Frei kam er erst 2022, da war er bereits todkrank.

Seine Kinder aus anderen Beziehungen sind Tupacs Stiefgeschwister: Maurice „Mopreme“ Shakur, der mit Tupac in der Gruppe THUG LIFE stand, sowie Talib, Ayize Jama-Everett, Nzingha Shakur-Ali und Chinua.

Die Spur der Mutter führt zu Tante Glo

Afeni hatte eine ältere Schwester, Gloria Jean „Glo“. Ihr widmete Staci Robinson die autorisierte Biografie. Nach älteren Angaben dieser Seite ist Glos Sohn Katari Cox, bei den Outlawz als Kastro bekannt, und damit Tupacs Cousin.

Robinson erwähnt außerdem die Cousine Jamala, die ihr für das Buch viele Fragen beantwortete. Auch Tupacs zweiter Geburtsname „Lesane“ stammte laut Afeni aus der Familie ihrer Schwester.

Nach dem Schuldspruch im Mordprozess 2026 sprach die Cousine Aiyisha Obafemi für die Familie (in US-Medien auch „Aiysha“). In der Traueranzeige für Mutulu wird sie als sein Patenkind genannt.

Ein Name aus Harlem, nicht vom Vater

Den Nachnamen bekam Tupac nicht von einem Vater, sondern über die erste Ehe seiner Mutter. Am Anfang stand Saladin Shakur, ein Weggefährte von Malcolm X, der in Harlem für viele junge Aktivisten zum Ziehvater wurde.

Lumumba Shakur (1942-1986), Saladins Sohn, war von 1968 bis etwa 1970 Afenis erster Ehemann. Nach der Trennung behielt sie den Namen und gab ihn an ihren Sohn weiter. Lumumbas Bruder Zayd Shakur starb 1973 bei einem Schusswechsel auf dem New Jersey Turnpike, einer Mautautobahn.

Mutulu und Assata nahmen den Namen Shakur als junge Aktivisten an. Mutulu nannte Saladin seinen „revolutionären und spirituellen Vater“, Lumumba und Zayd nannte er seine Brüder.

Wenn von „Onkel“ Zayd oder „Tante“ Assata die Rede ist, ist diese politische Verwandtschaft gemeint.

Paten aus der Bewegung

Assata Shakur (1947-2025) galt als Tupacs Patentante. Nach ihrer Befreiung 1979 tauchte sie unter, ab 1984 lebte sie im Exil in Kuba. Dort starb sie 2025.

Geronimo Pratt (1947-2011), Panther-Führer aus Los Angeles, war Tupacs Pate. Er saß 27 Jahre in Haft, bis 1997 sein Urteil aufgehoben wurde.

Kenneth „Legs“ Saunders war zur Zeit des Panther-Prozesses Afenis Partner und wurde später eine Vaterfigur für Tupac. Er starb in Haft, als Tupac ein Teenager war.

Yaasmyn Fula, eine enge Freundin Afenis, war die Mutter von Yafeu Fula alias Yaki Kadafi, Tupacs Patenbruder bei den Outlawz. Sie überbrachte Afeni 1996 die Nachricht von den Schüssen in Las Vegas. Ihr eigener Sohn wurde zwei Monate nach Tupac erschossen. Mutulus Familie zählt sie zu seinen Schwestern.

Eine Ehe hinter Gittern

Seine einzige Ehe schloss Tupac 1995 im Gefängnis, mit Keisha Morris. Schon 1996 wurde sie annulliert. Ihre Geschichte steht, wie die seiner Partnerinnen, im Bereich Frauen.

Ein Stammbaum in einem Satz

Tupac Amaru Shakur, geboren 1971 als Lesane Parish Crooks, war der Sohn von Afeni Shakur und Billy Garland, Halbbruder von Sekyiwa, Stiefsohn von Mutulu Shakur, Stiefbruder von Mopreme, Cousin von Kastro, Patenkind von Assata Shakur und Geronimo Pratt, und er trug den Namen einer Familie, zu der er nicht durch Blut gehörte, sondern durch Geschichte.

1947

Afeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin

Sie verteidigte sich als Black Panther selbst vor Gericht, gab Tupac seinen Namen und hütete nach 1996 sein Werk: Afeni Shakur (1947 bis 2016).

1947

Assata Shakur

Tupacs Patentante: Black Panther, verurteilt für den Tod eines Polizisten 1973, 1979 befreit, seit 1984 im Exil in Kuba, dort 2025 gestorben.

1949

Billy Garland

Tupacs leiblicher Vater: Panther aus Jersey City, jahrzehntelang abwesend, 1994 wieder da und 1997 vor Gericht im Streit um das Erbe gescheitert.

1950

Dr. Mutulu Shakur: Akupunkteur, Revolutionär, Stiefvater

Nadeln gegen die Sucht, Regeln für die Straße, fast 37 Jahre Haft nach dem Brink's-Überfall 1981: Tupacs Stiefvater Mutulu Shakur (1950 bis 2023).

1947

Geronimo Pratt

Tupacs Pate: Vietnam-Veteran, Panther-Führer in Los Angeles, 27 Jahre in Haft, 1997 Urteil aufgehoben, 2011 in Tansania gestorben.

1953

Jamal Joseph: Panther, Pate und Weggefährte

Vom Gefängnis Leavenworth an die Columbia University: Wie Tupacs Pate Jamal Joseph Afeni Shakur zur Seite stand und das Erbe ihres Sohnes hütet.

1976

Katari Cox (Kastro)

Tupacs Cousin Kastro: von Dramacydal über Me Against the World und All Eyez on Me bis zu den Outlawz, die er bis heute fortführt.

1970

Kenneth „Legs“ Saunders

Afenis Partner im Panther-Prozess und Vaterfigur für den jungen Tupac: Kenneth „Legs“ Saunders, ein Mann aus Harlems Unterwelt, starb mit 41 in Haft.

1942

Lumumba Shakur

Afenis erster Ehemann und Namensgeber: Harlemer Panther, Hauptangeklagter im Panther-21-Prozess, Sohn des Patriarchen Saladin Shakur.

1967

Mopreme Shakur

Mutulu Shakurs Sohn und Tupacs Stiefbruder: Mitgründer von THUG LIFE, früher Outlaw und 2026 Autor und Kläger im Namen der Familie.

1975

Sekyiwa Shakur

Tupacs jüngere Halbschwester „Set“: Tochter von Afeni und Mutulu Shakur, heute Präsidentin der Tupac Amaru Shakur Foundation.

1973

Zayd Shakur

Lumumbas Bruder und Panther aus Harlem: Zayd Malik Shakur starb am 2. Mai 1973 beim Schusswechsel auf dem New Jersey Turnpike.