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Weitere Personen1977 bis 2017

Yaki Kadafi (Yafeu Fula)

Im Wagen hinter Tupac in Las Vegas, zwei Monate später mit 19 erschossen: Yafeu Fula alias Yaki Kadafi war Tupacs Patenbruder und Mitgründer der Outlawz.

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In der Nacht der Schüsse von Las Vegas trennte ihn nur eine Wagenlänge von Tupac Shakur. Yafeu Akiyele Fula, als Rapper Yaki Kadafi bekannt, war der Jüngste im engsten Kreis um Tupac: Sohn einer engen Freundin von Afeni Shakur und Mitgründer der späteren Outlawz. Zwei Monate nach Tupac starb auch er, mit 19 Jahren, durch einen Kopfschuss in New Jersey. Um seinen Tod ranken sich viele Gerüchte; diese Seite trennt, was belegt ist, von dem, was behauptet wird.

Zwei Mütter aus der Black Panther Party

Kadafi wurde am 9. Oktober 1977 geboren. Seine Mutter Yaasmyn Fula kam wie Afeni Shakur aus dem Umfeld der Black Panther Party und gehörte zu ihren engsten Freundinnen. Später begleitete sie Tupac auch beruflich. Das Auktionshaus Sotheby’s beschreibt sie als Mentorin, die ihn unter anderem beim Aufbau seiner Firma Euphanasia unterstützte.

Kadafi und Tupac wuchsen wie Brüder auf, in der Familie galt Kadafi als Tupacs Patenbruder. Gerüchte, die beiden seien Halbbrüder, gab es schon 1996. Die Polizei in Orange sagte damals, sie gehe nicht von einer Blutsverwandtschaft aus; verbunden seien vor allem die Mütter, die eng befreundet waren. Auch ältere Fanquellen führten ihn noch als Halbbruder.

Aus Dramacydal werden die Outlaw Immortalz

1992 gründete Kadafi mit Tupacs Cousin Kastro und Malcolm Greenidge, dem späteren E.D.I. Mean, ein Rap-Trio. Er selbst nannte sich damals Young Hollywood. Mit Mutah Beale, dem späteren Napoleon, einem Freund aus Kindertagen, wurde daraus Dramacydal. Die Gruppe ist auf Tupacs Me Against the World (1995) zu hören; in Runnin’ teilen sich Kadafi, Kastro und E.D.I. Mean die erste Strophe.

Laut XXL verabredeten Tupac und Kadafi die eigene Crew, als Tupac 1995 noch in Haft saß. Aus dieser Zeit stammt ein handschriftlicher Brief Kadafis an Tupac, der 2015 bei Bonhams angeboten wurde: Darin kündigt er einen Besuch im Gefängnis an und berichtet über Gespräche mit Big Syke, Mopreme und Tupacs New Yorker Anwalt.

Nach Tupacs Freilassung im Oktober 1995 wurden aus Dramacydal und weiteren Weggefährten die Outlaw Immortalz. Tupac benannte Kadafi nach dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi. Nach gängiger Darstellung trat er mit Hussein Fatal zusätzlich als Duo Fatal-N-Felony auf; ältere Fanquellen ordnen den Namen „Felony“ allerdings Young Noble zu.

Von „Hit ‘Em Up“ bis zu den Nachlass-Alben

Kadafi rappt die vierte Strophe von Hit ‘Em Up, dem Diss gegen Bad Boy vom Juni 1996, und ist auf All About U aus All Eyez on Me zu hören. Auf dem posthumen Makaveli-Album gehört er zu den Stimmen von Hail Mary.

Viele seiner Aufnahmen aus dem Jahr 1996 erschienen erst nach seinem Tod: When I Get Free II auf R U Still Down? (Remember Me) (1997), zahlreiche Strophen auf Still I Rise (1999), Who Do U Believe In auf Better Dayz (2002) und Soon As I Get Home auf Pac’s Life (2006), das einzige Stück dieses Albums, das in seiner ursprünglichen Fassung blieb.

Eine Wagenlänge hinter Tupacs BMW

Am 7. September 1996 fuhr Kadafi im Konvoi zum Club 662 im Wagen direkt hinter dem BMW, in dem Suge Knight am Steuer saß und Tupac daneben. Den Wagen fuhr Leibwächter Frank Alexander, mit im Auto saß E.D.I. Mean. Die Polizei befragte Kadafi nach den Schüssen nur kurz. In den Tagen danach wachten die Outlawz abwechselnd an Tupacs Krankenbett (siehe Die letzte Woche).

Für die Ermittler blieb Kadafi ein wichtiger Zeuge. Sergeant Kevin Manning von der Mordkommission in Las Vegas sagte im November 1996, er stehe seit der Tat mit Kadafis Anwalt in Kontakt, um ihn für eine zweite Befragung nach Las Vegas zu holen. Dazu kam es nicht mehr.

In späteren Darstellungen heißt es, Kadafi habe gesagt, er könne den Schützen womöglich erkennen. In den Polizeiangaben, die die Las Vegas Sun 1996 und 1997 wiedergab, findet sich das nicht. Mit dem Cadillac und seinen Insassen befasste sich ein Gericht erst 2026 im Prozess gegen Duane Davis, fast 30 Jahre nach Kadafis Tod.

Erschossen im dritten Stock von Orange

Nach Tupacs Tod kehrte Kadafi nach New Jersey zurück; er wohnte in Montclair. Am frühen Morgen des 10. November 1996, eines Sonntags, fand die Polizei ihn gegen 3:45 Uhr im Flur des dritten Stocks eines Wohnhauses in Orange, wo er jemanden besucht hatte. Er war mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Die Polizei in Orange rechnete mit einer baldigen Festnahme und sagte, sie sehe derzeit keinen Zusammenhang mit dem Fall Shakur.

Wer schoss, wurde erst später über Umwege öffentlich. Complex schrieb 2015, Kadafi sei Berichten zufolge versehentlich von einem Cousin Napoleons getroffen worden. 2017 sprachen Napoleon, E.D.I. Mean und Young Noble in einem Interview mit VladTV über den Fall. Kadafis Mutter widersprach danach öffentlich: Es sei Mord gewesen, und Zeugen seien unter Druck gesetzt worden.

Ob und mit welchem Ergebnis der Fall vor Gericht kam, lässt sich mit öffentlich zugänglichen Quellen nicht klären; XXL nannte ihn 2017 ungelöst. Für die These, Kadafi sei getötet worden, weil er zum Mord an Tupac hätte aussagen können, gibt es keinen Beleg (siehe Theorien).

Strophen an der Seite des Patenbruders

Kadafi wurde 19 Jahre alt. Seine Mutter Yaasmyn Fula hat sein Leben und seinen Tod in Büchern aufgearbeitet, darunter Spirit of an Outlaw über ihren Sohn und Tupac. Die übrigen Mitglieder stellt die Seite Weitere Outlawz vor, die Geschichte der Gruppe The Outlawz.

Auf den Alben der Outlawz und auf Tupacs Nachlassplatten stehen seine Strophen dauerhaft neben denen seines Patenbruders.