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GedichtTeil „The Rose That Grew from Concrete“

Life Through My Eyes

Armut, Mord und seltene Momente wie Gold: Wie der junge Tupac in Marin City auf seine Welt blickte, und warum er ihr entkommen wollte.

Buch
The Rose That Grew from Concrete (1999)
Teil
The Rose That Grew from Concrete
Originaltext
nicht abgedruckt (Urheberrecht); nachzulesen im Buch

Das Leben, durch seine blutunterlaufenen Augen gesehen, würde einen Spießer zu Tode erschrecken: Mit dieser Provokation eröffnet Life Through My Eyes. Der Text gehört zum ersten Teil des Buchs The Rose That Grew from Concrete und ist eines der kürzesten Sozialporträts darin. Eine Widmung gibt es nicht.

Spaß wie Gold, danach zurück in die Armut

Auf die Provokation folgt eine knappe Aufzählung: Armut, Mord, Gewalt und nie ein Moment der Ruhe. Spaß und Spiel seien selten, aber wertvoll wie Gold, gerade weil der Sprecher weiß, dass er danach an seinen Platz in der Armut zurückkehren muss.

In der letzten Strophe wechselt das Gedicht in einen trotzigen Ton. Man könne über ihn lachen, aber sein Herz werde nicht weiterleben, wenn sich sein Schicksal nicht erfülle und all dem ein Ende setze. Ob damit Erfolg gemeint ist oder der Ausstieg aus dem Viertel, lässt der Text offen.

Geschrieben in Marin City zwischen 1989 und 1991

Laut Vorwort von Afeni Shakur entstanden die Gedichte zwischen 1989 und 1991. Ein genaues Datum ist nicht belegt. Tupac lebte damals in Marin City, einer armen Siedlung in der San Francisco Bay Area, in die die Familie 1988 aus Baltimore gezogen war. Leila Steinberg schreibt in ihrer Einleitung, er sei der Einzige in ihrem Schreibkreis gewesen, der Armut wirklich erlebt habe.

Von hier aus führt eine direkte Linie zu Tupacs frühen Songs: Die Mischung aus Anklage und Fluchtwunsch prägt etwa Trapped auf 2Pacalypse Now (1991). Im Buch steht das Gedicht neben verwandten Texten wie dem unbetitelten Gedicht über den „prisoner of poverty“ (Untitled) und Or My Soul.

Mehr zum Buch in der Einführung.