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Freunde1968 bis 1995

Stretch

Vom besten Freund zum Verräter in Tupacs Augen: Die Geschichte von Randy „Stretch“ Walker und einer tödlichen Nacht, die sich fast auf die Minute wiederholte.

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In der Nacht zum 30. November 1995, kurz nach Mitternacht, verfolgten zwei oder drei Männer in einem anderen Wagen einen Minivan durch Queens Village und schossen auf ihn. Der Fahrer starb an seinen Verletzungen. Es war Randy „Stretch“ Walker, laut Polizei ereignete sich die Tat ein Jahr und etwa fünf Minuten nach den Schüssen auf Tupac. Walkers gewaltsamer Tod markierte den Schlusspunkt einer Geschichte, die 1991 als Tupacs engste Freundschaft in New York begonnen hatte.

Von Queens an Tupacs Seite

Randy Walker, geboren am 21. August 1968, wuchs in Queens, New York, auf. Mit seinem Bruder Christopher („Majesty“) und DJ K-Low gründete er Ende der Achtziger die Gruppe Live Squad. Wegen seiner Größe von gut zwei Metern nannte man ihn Stretch. Im Sommer 1991 lernte er Tupac über das Umfeld von Digital Underground kennen; schnell wurden sie beste Freunde. Bei den Dreharbeiten zu Juice standen Stretch und Treach als Komparsen am Set.

Danach rappte und produzierte Stretch auf Tupacs ersten Alben: Auf 2Pacalypse Now (1991) rappte und produzierte er bei Crooked Ass Nigga, für Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. (1993) produzierte er 5 Deadly Venomz, The Streetz R Deathrow und Holler If Ya Hear Me. Er trat in Tupacs Film Bullet auf und stand an seiner Seite auf der Bühne.

Die Keimzelle von Thug Life

1992 nahmen Tupac, Stretch und Big Syke den Song Thug Life auf, die Keimzelle der Gruppe, die 1994 Thug Life, Volume I veröffentlichte. Stretch steuerte Raps und Beats bei, viele gemeinsam mit Tupac. Oft wird er nur als Mitgründer von Thug Life erwähnt, der die Gruppe „aus unbestimmten Gründen“ verlassen habe. Tatsächlich zählt das Ende ihrer Verbindung zu den dunkelsten Kapiteln in Tupacs Leben.

Der Bruch in Manhattan

In der Nacht des 30. November 1994 begleitete Stretch Tupac zu den Quad Studios in Manhattan. Im Foyer wurden sie von drei Bewaffneten überfallen; Tupac wurde ausgeraubt und mehrfach angeschossen, Stretch blieb unverletzt. Einzelheiten stehen unter Shooting 1994.

Im Gefängnis wuchs Tupacs Misstrauen. Im Vibe-Interview vom April 1995 deutete er an, der gut zwei Meter große Stretch hätte mehr tun müssen: Die Täter hätten Stretch nicht angerührt, sondern seien direkt auf Tupac losgegangen. Später warf Tupac ihm vor, ihn im Gefängnis nie besucht und sich stattdessen mit The Notorious B.I.G. gezeigt zu haben. Stretch hielt dagegen, unbewaffnet hätte er nichts ausrichten können.

Auf Me Against the World (März 1995) fehlt seine Strophe in So Many Tears; als Koproduzent und im Hintergrundgesang wird er weiter genannt.

Ein unaufgeklärter Mord

Die Tat in Queens Village ist nicht aufgeklärt. Gerüchte brachten sie mit dem Bruch zwischen Stretch und Tupac in Verbindung, andere mit einem Streit im Drogenmilieu; belegt ist keine dieser Versionen. Manche Hörer deuten Zeilen auf All Eyez on Me als Anspielungen auf Stretch.

Stretch wurde 27 Jahre alt. Live-Squad-Produktionen erschienen noch nach seinem Tod, etwa Take It in Blood und Silent Murder auf Nas’ It Was Written (1996) und mit Nothing to Lose auf Tupacs R U Still Down? (1997).