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Firmen1993 bis 2026

Bad Boy Records: Aufstieg und Konflikt mit Death Row

New Yorks Hitfabrik und Death Rows Rivale: Wie Sean Combs mit Bad Boy Records aufstieg, wie der Streit mit Tupac eskalierte und was belegt ist.

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Wenn von „Ost gegen West“ die Rede ist, steht auf der Ostseite fast immer derselbe Name: Bad Boy. Das Label von Sean „Puffy“ Combs war zwischen 1994 und 1997 das erfolgreichste Hip-Hop-Label New Yorks, und lag im offenen Streit mit Tupacs Label Death Row. Den Verlauf der Fehde erzählt die Seite Ost gegen West; hier geht es um die Firma dahinter.

Vom Rauswurf bei Uptown zum 100-Millionen-Dollar-Label

Combs gründete Bad Boy 1993, nachdem Andre Harrell ihn bei Uptown Records entlassen hatte. Laut Wikipedia handelte er mit Arista Records unter Clive Davis einen Vertrag aus, dessen Volumen auf 10 bis 15 Millionen Dollar geschätzt wird. Die erste Veröffentlichung war Craig Macks Flava in Ya Ear (1994). Im selben Jahr folgte Ready to Die von The Notorious B.I.G., das sechsfach Platin erhielt. Biggie war derselbe Rapper, den Tupac 1993 noch als Freund unter seine Fittiche genommen hatte.

1997 erreichte das Label seinen kommerziellen Höhepunkt: Life After Death von Biggie erschien im März, belegte Platz 1 und verkaufte sich über zehn Millionen Mal. Combs’ eigenes Debüt No Way Out stieg im Juli auf Platz 1 ein und verkaufte etwa sieben Millionen Exemplare, während Mases Harlem World Vierfach-Platin erreichte. Den Gesamtwert des Labels schätzte Wikipedia für das Jahr 1997 auf rund 100 Millionen Dollar.

Vom Foyer der Quad Studios bis zu „Hit ‘Em Up“

Der Streit zwischen den beiden Lagern entwickelte sich in mehreren Stufen.

Am 30. November 1994 wurde Tupac im Foyer der Quad Studios in Manhattan überfallen und angeschossen. Im selben Haus nahmen Biggie und Leute aus dem Bad-Boy-Umfeld auf. Tupac vermutete, sie hätten von dem Anschlag gewusst. Beweise dafür gab es nie (Shooting 1994).

Bei den Source Awards am 3. August 1995 wurde der Konflikt öffentlich: Suge Knight nutzte seinen Auftritt, um von der Bühne aus über Combs zu spotten. Death Row und Bad Boy standen sich damit öffentlich als Gegner gegenüber.

Im September 1995 folgte die nächste Eskalation. In Atlanta wurde Jake Robles erschossen, ein Freund Knights. Knight gab Combs’ Umfeld die Schuld; die Tat ist nicht aufgeklärt (Wikipedia).

Als Suge Knight Tupac im Oktober 1995 aus der Haft holte, wurde dieser zu Death Rows Gesicht in diesem Konflikt (Death Row Records). Tupac behauptete öffentlich, mit Biggies Ehefrau Faith Evans geschlafen zu haben. Evans hat das stets bestritten. Im Dezember 1995 drehten Tha Dogg Pound und Snoop Dogg das Video zu New York, New York in Brooklyn (Tha Dogg Pound). Im Juni 1996 erschien schließlich Hit ‘Em Up, der härteste Angriff auf Bad Boy, Biggie und Combs (Song).

Nach den Morden: Davis’ Vorwurf und Combs’ Dementi

Tupac wurde am 7. September 1996 in Las Vegas angeschossen und starb am 13. September. Biggie wurde am 9. März 1997 in Los Angeles erschossen; der Fall gilt offiziell als ungelöst. Für Tupacs Tod sprach eine Jury in Las Vegas am 31. August 2026 Duane „Keffe D“ Davis schuldig; das Strafmaß ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt.

Davis hatte in früheren Vernehmungen behauptet, Combs habe 1996 eine Million Dollar für einen Mord geboten. Combs hat jede Beteiligung stets bestritten, und die Polizei von Las Vegas führte ihn nach eigenen Angaben nie als Verdächtigen (Verdächtige). Auch Eminems Killshot-Zeile von 2018 spielte auf das Gerücht an; belegt ist es nicht (Eminem).

Nach dem Boom: Vertriebswechsel und Haftstrafe für Combs

Nach 1997 verblasste Bad Boy: Mase zog sich 1999 zurück, und das Label verlor in den frühen 2000ern an Einfluss. Im Juni 2002 trennte sich Combs von Arista und behielt Katalog und Künstler. Der Vertrieb wechselte danach mehrfach: Universal (2003 bis 2005), ein Joint Venture mit Warner Music Group mit Atlantic als Vertrieb (2005 bis 2009), Interscope (2009 bis 2015) und Epic (2015 bis 2022). 2016 gab es zum 20-jährigen Bestehen eine Wiedervereinigungstour. 2023 gründete Combs mit Love Records ein neues Label.

Im Juli 2025 sprach eine Jury in New York Combs in einem Bundesverfahren, das nichts mit Tupac oder Biggie zu tun hat, in zwei Punkten wegen Beförderung zur Prostitution schuldig und von den schwersten Vorwürfen frei. Im Oktober 2025 wurde er zu 50 Monaten Haft verurteilt. Über seine Berufung, die im April 2026 verhandelt wurde, war bis Anfang Oktober 2026 nicht entschieden (Stand 9. Oktober 2026).