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Freunde2003 bis 2026

Eminem und Tupac: Loyal to the Game, Killshot und ein Brief an Afeni

Sie begegneten sich nie: Wie Eminem ein posthumes Tupac-Album produzierte, an Afeni Shakur schrieb und mit einer „Killshot“-Zeile für Wirbel sorgte.

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Eminem in München, 31. Oktober 1999
Eminem in München, 31. Oktober 1999 Foto: Mika-photography, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Als Tupac 1996 starb, war Marshall Mathers ein Rapper aus Detroit ohne Vertrag bei einem großen Label. Persönlich begegnet sind sich die beiden nie. Trotzdem prägte kaum ein Künstler Tupacs Nachleben so stark wie er: Eminem produzierte ein ganzes posthumes Album, trat öffentlich als Fürsprecher auf und tauchte 2018 in einem Streit auf, der mit Tupacs Tod verknüpft wurde.

Ein Brief an Afeni und drei Songs für den Soundtrack

Eminem hat mehrfach beschrieben, was Tupac für ihn bedeutete. In einem Brief für das Paper-Magazin (2015) schrieb er, Me Against the World sei eines der größten Hip-Hop-Alben überhaupt. Tupac habe ihm als Erster gezeigt, wie man Songs mit Bedeutung baut.

In einem handgeschriebenen Brief an Afeni Shakur, der im Buch Tupac Remembered (2008) abgebildet ist, bedankte er sich für die Möglichkeiten und schrieb, Tupacs Musik habe seine ganze Karriere inspiriert. Wann dieser Brief entstand, ist unklar: Wikipedia folgt einem MTV-Interview, nach dem er Afeni darum bat, ein Album produzieren zu dürfen; Eminem selbst schrieb in Paper, er habe ihr danach für die Erlaubnis gedankt. Beides kann stimmen, wenn es zwei Briefe gab.

Afeni sagte zu. 2003 steuerte Eminem drei Stücke zum Soundtrack von Tupac: Resurrection bei, darunter Runnin’ (Dying to Live) mit The Notorious B.I.G. Danach bekam er die Aufnahmen für ein ganzes Album.

Auf Platz 1 der Charts: „Loyal to the Game“ ohne Death Row

Loyal to the Game erschien am 14. Dezember 2004 bei Amaru Entertainment und Interscope. Es war das erste posthume Album, das Afeni Shakur ohne Suge Knight und Death Row herausbrachte. Eminem und sein Keyboarder Luis Resto bauten die Instrumentals neu um Gesangsspuren aus den Jahren 1991 bis 1994.

Das Album stieg mit mehr als 330.000 verkauften Exemplaren in der ersten Woche auf Platz 1 der Billboard 200 ein; die RIAA vergab am 15. Februar 2005 Platin. Bis September 2011 verkaufte es sich in den USA 1.204.124 Mal (Wikipedia). Ghetto Gospel mit Elton John stand im Sommer 2005 auf Platz 1 der britischen Charts. Einzelheiten, Gäste und Kritik stehen auf der Seite Loyal to the Game.

Die Arbeit teilte die Fans. Gelobt wurde die Wucht der neuen Beats, kritisiert hingegen, dass Tonhöhe und Tempo von Tupacs Stimme verändert und einzelne Silben neu zusammengesetzt wurden. Rechtlich lief das Projekt mit Zustimmung der Mutter über Amaru, nicht über Death Row.

„Killshot“: Eine Zeile über Diddy weckt alte Gerüchte

Am 14. September 2018 veröffentlichte Eminem den Diss-Track Killshot gegen Machine Gun Kelly. Gegen Ende rappt er, Kelly werde erst dann einen Hit landen, wenn Sean „Diddy“ Combs zugebe, den Auftrag zu Tupacs Ermordung gegeben zu haben, und schiebt hinterher, er scherze nur. Die Zeile griff ein altes, nie belegtes Gerücht auf.

Der Rapper Jay Electronica warf Eminem noch am selben Tag vor, Combs zu beschuldigen, statt über Jimmy Iovine zu sprechen. Joe Budden erzählte am 19. September, Combs habe ihm gesagt, die Sache liege „in meinen Händen“. Eine Stellungnahme von Combs selbst nennen die gesichteten Quellen nicht.

Beweise für eine Rolle von Combs gibt es nicht; er hat jede Beteiligung bestritten, und die Behörden führten ihn nicht als Verdächtigen (Theorien). Die Einzelheiten stehen in der Meldung vom 14. September 2018.

Lob im Radio und eine Ankündigung für 2026

Im Mai 2020 nannte Eminem Tupac in seiner Sirius-XM-Sendung vielleicht den größten Songwriter aller Zeiten. Im Juni 2020 setzte er ihn auf eine ungeordnete Liste großer Rapper. Das sind Wertungen, keine Fakten, aber sie zeigen, wie hoch Tupac im Kanon steht (Einfluss auf andere Künstler).

Am 24. Juli 2026 kündigte 50 Cent an, mit Eminem und einer unveröffentlichten Tupac-Aufnahme einen Titel für den Street Fighter-Film aufgenommen zu haben; der Nachlass habe zugestimmt, die Stimme sei nicht KI-erzeugt. Erschienen war er laut den gesichteten Quellen bis zum 9. Oktober 2026 nicht.