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Meldung vom 13. Oktober 2026

40 Jahre bis lebenslang: Das Strafmaß für Duane „Keffe D“ Davis

Richterin Carli Kierny verurteilt Duane „Keffe D“ Davis zu 40 Jahren bis lebenslang. Bewährung frühestens nach 40 Jahren, Berufung ist angekündigt.

Im Regional Justice Center in Las Vegas wurde das Strafmaß verkündet. Aufnahme von 2006
Im Regional Justice Center in Las Vegas wurde das Strafmaß verkündet. Aufnahme von 2006 Foto: Coolcaesar at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Ein Schlusswort wollte Duane „Keffe D“ Davis nicht halten. „I’m good“, sagte er nur, als ihm Richterin Carli Kierny am 13. Oktober 2026 im Regional Justice Center in Las Vegas das Wort erteilte. Kurz darauf verkündete sie das Strafmaß: 40 Jahre bis lebenslange Haft für den Mord an Tupac Shakur. Davis ist 63 Jahre alt. Eine Entlassung wäre nach Berechnung von CBC erst mit rund 100 Jahren möglich.

Gut sechs Wochen nach dem Schuldspruch steht damit fest, welche Strafe der Clark County District Court für die Schüsse vom 7. September 1996 verhängt. Rechtskräftig ist sie nicht: Davis und sein Verteidiger haben Berufung angekündigt.

Zwei Strafen, die nacheinander laufen

Die Strafe besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Strafen von je 20 Jahren bis lebenslang. Zugrunde liegt der Schuldspruch vom 31. August 2026: Nach knapp drei Stunden Beratung hatte die Jury Davis des Mordes ersten Grades unter Einsatz einer tödlichen Waffe schuldig gesprochen. Den Zusatz, die Tat habe einer Gang gedient, hatte die Anklage vorher fallen gelassen (Meldung vom 31. August).

Eine Entlassung auf Bewährung, im amerikanischen Recht „parole“ genannt, ist frühestens nach 40 Jahren Haft möglich. Angerechnet werden 731 Tage Untersuchungshaft, berichtete der Sender KTNV aus Las Vegas. Für einen Mann von 63 Jahren bedeutet das: Ändert die Berufung nichts, wird er das Gefängnis voraussichtlich nicht mehr verlassen.

„Man darf einen Menschen nicht seiner Familie nehmen“

Kierny hatte bereits den Prozess geleitet. Bei der Verkündung wandte sie sich direkt an Davis. „You don’t get to take a man from his family“, sagte sie: Man darf einen Menschen nicht seiner Familie nehmen. Und weiter: „Es hat 30 Jahre gedauert, aber jetzt müssen Sie sich für das verantworten, was Sie am 7. September 1996 getan haben.“

Die Familie verlangt die Höchststrafe

Vor der Entscheidung sprachen Tupacs Angehörige. Seine Schwester Sekyiwa „Set“ Shakur, die beim Schuldspruch im August geweint hatte, beschrieb ihren Bruder als „born an icon“ und als Vaterfigur für sie selbst: „a father figure to me“. Davis verdiene „every minute“ der höchstmöglichen Strafe, also jede einzelne Minute davon.

Tupacs Stiefbruder Maurice „Mopreme“ Shakur fasste sich kürzer: „So, the longest sentence possible, your honor.“ Die längste mögliche Strafe, Euer Ehren.

Die Anklage: Arroganz als Verhängnis

Staatsanwalt Marc DiGiacomo forderte „the maximum possible sentence“, die höchstmögliche Strafe. Davis werde hinter Gittern sterben, sagte er, das sei „guaranteed“.

Oberstaatsanwalt Binu Palal erinnerte daran, wer Tupac für seine Familie war: „a brother, a son, a cousin“, ein Bruder, ein Sohn, ein Cousin. Jahrelang hätten die Angehörigen zusehen müssen, wie Davis prahlte. Diese Arroganz sei am Ende „his undoing“ gewesen, sein Verhängnis. Palal wiederholte das Bild aus dem Prozess: Nachdem sein Neffe Orlando Anderson im MGM Grand verprügelt worden war, sei Davis „auf die Jagd“ gegangen.

Bezirksstaatsanwalt Steve Wolfson sagte anschließend: „Today, justice has been served for Tupac Shakur and his loved ones.“ Heute sei Gerechtigkeit für Tupac Shakur und seine Angehörigen geschehen. Weitere Anklagen gegen andere Personen plane seine Behörde derzeit nicht. Dafür fehlten die Beweise.

Die Verteidigung: Nichts außer seinen eigenen Worten

Verteidiger Michael Sanft blieb bei der Linie, die er schon vor den Geschworenen vertreten hatte. Außer Davis’ eigenen Aussagen belege nichts, dass sein Mandant in jener Nacht überhaupt in Las Vegas war. Es gebe keine Videos und keine Telefondaten.

Sanft und Davis kündigten Berufung an. Angreifen wollen sie unter anderem die Verwertung der Aussagen aus der Vereinbarung von 2008. Gemeint ist die sogenannte Proffer-Vereinbarung, eine Absprache, die Aussagen in einem vertraulichen Gespräch mit Ermittlern vor Verwertung schützen sollte. Kierny hatte diese Aufnahmen im Juli 2026 zugelassen (Meldung vom 29. Juli). Eine Berufung war erst nach dem Strafmaß möglich; Sanft hatte im September mit bis zu einem Jahr bis zu einer Entscheidung gerechnet (Meldung vom 2. September).

Davis will seine Fotos zurück

Davis selbst sagte vor Gericht kaum etwas. Statt eines Schlussworts hatte er nur ein Anliegen: Er verlangte die Sachen zurück, die bei der Durchsuchung im Juli 2023 in Henderson beschlagnahmt worden waren, darunter Fotos (Meldung vom 17. Juli 2023).

Nach dem Schuldspruch hatte er im Hollywood Reporter seine Unschuld beteuert und erklärt, er sei in der Tatnacht nicht in Las Vegas gewesen (Meldung vom 5. September). Diese Version hat kein Gericht geprüft.

Der Einzige, der je verurteilt wurde

Davis ist der einzige Mensch, der je wegen des Mordes an Tupac angeklagt und verurteilt wurde. Laut Anklage und Urteil schoss er nicht selbst. Er habe die Waffe besorgt und die Tat geplant. Geschossen hat nach Davis’ eigener Darstellung sein Neffe Orlando „Baby Lane“ Anderson, der 1998 starb. Auch die beiden anderen Männer aus dem weißen Cadillac sind tot; Davis war der letzte Lebende im Wagen.

Tupac war an der Kreuzung Flamingo Road und Koval Lane angeschossen worden und starb am 13. September 1996. Den Weg von dieser Nacht bis zum Strafmaß zeichnet der Rückblick auf den Fall „Keffe D“ nach. Den Prozess beschreibt die Seite Der Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis, den Angeklagten Duane „Keffe D“ Davis, die Vorgeschichte Die Ermittlungen.

Mehr als 30 Jahre nach den Schüssen gibt es damit ein Strafmaß. Ob es Bestand hat, entscheidet nun das Berufungsverfahren.

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