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670 Wörter · 3 Min.

Tupac in Videospielen

Kimono, Bandana und die Zusage des Nachlasses: Tupacs digitaler Auftritt in Segas „Stranger Than Heaven“ und was Stand Oktober 2026 noch offen ist.

Am 5. Juni 2026 betrat Snoop Dogg beim Summer Game Fest in Los Angeles die Bühne. Neben ihm stand Produzent Hiroyuki Sakamoto vom Yakuza-Studio Ryu Ga Gotoku. Der Trailer, den die beiden präsentierten, endete mit einer Überraschung: einer Figur im Kimono mit Bandana, die wie Tupac aussieht. Im Spiel heißt sie Amaru.

Sega kündigt das Spiel für Januar 2027 an

Stranger Than Heaven ist ein Action-Adventure, das Sega veröffentlicht und Ryu Ga Gotoku Studio entwickelt, die Macher der Yakuza- und Like a Dragon-Reihe. Erscheinen soll es am 15. Januar 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC (Steam, Microsoft Store), außerdem im Xbox Game Pass. So melden es Gematsu und Shacknews. Die Handlung begleitet den Protagonisten Makoto Daito durch das Japan der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie Engadget zusammenfasst.

Zur Besetzung gehören laut Gematsu neben mehreren japanischen Schauspielern auch Snoop Dogg und sein Sohn Cordell Broadus sowie die Sängerin Tori Kelly. Snoop Dogg und weitere Musiker steuern zudem zum Titelsong bei. Welche Rolle Amaru in der Geschichte spielt, hat das Studio bisher nicht verraten. Engadget berichtet, konkrete Handlungsdetails seien nicht bekannt. Im Trailer spricht die Figur nicht.

Unter Aufsicht des Nachlasses und ohne künstliche Intelligenz

Der Name der Figur ist Tupacs zweiter Vorname, der auf den indigenen Anführer Túpac Amaru II. zurückgeht (siehe Namen). Zugleich heißt so die Firma des Nachlasses: Amaru Entertainment, die Afeni Shakur 1997 gegründet hatte.

Sega und das Studio erklärten, Tupacs Darstellung sei „mit Erlaubnis und fortlaufender Aufsicht“ des Nachlasses entstanden. Das Studio habe die Figur „mit größtem Respekt vor seinem Vermächtnis“ in enger Zusammenarbeit entwickelt. Ihr Design beruhe auf Archivaufnahmen und Fotos und sei ohne künstliche Intelligenz entstanden. Billboard und AllHipHop betonen, Snoop Dogg habe die Zustimmung des Nachlasses eingeholt. Snoop leitet seit 2022 Death Row Records, das Label, bei dem Tupac 1996 seine letzten Alben aufnahm.

Die Betonung dieser Zusage hat einen Grund: Digitale Auftritte Verstorbener sind umstritten, und bei Tupac gab es mit dem Konzert-Hologramm von 2012 schon einen Präzedenzfall (siehe Hologramm). Fragen der Rechte an seiner Stimme und seinem Abbild behandelt die Seite KI, Hologramm und Stimme. Engadget schlug schon in der Überschrift einen ratlosen Ton an: Man sei so verwirrt wie die Leser. Tatsächlich ist die Verbindung auf den ersten Blick nicht naheliegend: ein Rapper aus Kalifornien in einem Spiel über das Japan des 20. Jahrhunderts.

Ein Archiv-Vers für den Street-Fighter-Film

Zeitgleich lief eine zweite Verbindung zwischen Tupac und Unterhaltungsmedien, die nichts mit Stranger Than Heaven zu tun hat. Am 24. Juli 2026 sagte 50 Cent in einer US-Fernsehsendung, er habe mit Eminem und einer unveröffentlichten Tupac-Aufnahme das Titelthema für den Kinofilm Street Fighter aufgenommen. Die Verfilmung der Spielereihe startet laut Berichten am 16. Oktober 2026 in den US-Kinos.

Der Nachlass habe zugestimmt, und Tupacs Stimme sei nicht KI-erzeugt, versicherte 50 Cent. Billboard und The Source geben die Aussage wieder, der Musikexpress berichtete am 31. Juli. Ein Erscheinungstermin ist in den Berichten nicht genannt; eine Veröffentlichung des Stücks ließ sich bis zum 8. Oktober 2026 nicht belegen. Einen Überblick über die Nachlass-Veröffentlichungen gibt die Discografie.

Ob Amaru spielbar ist, lässt das Studio offen

Stand Oktober 2026 ist der Starttermin bestätigt, aber noch nicht erreicht. Belegt ist bisher nur das, was Sega und das Studio mitgeteilt haben: Name, Erlaubnis des Nachlasses, Verzicht auf KI und der Termin. Ob Amaru spielbar ist, wie manche Meldungen schreiben (AllHipHop spricht von einer „Playable Character“), oder in der Geschichte als Nebenfigur auftaucht, hat das Studio in den ausgewerteten Quellen nicht bestätigt. Äußerungen der Familie zum Projekt fanden sich dort ebenfalls nicht.

Für Fans ist die Neuigkeit zweischneidig. Sie zeigt, dass Tupacs Bild dreißig Jahre nach seinem Tod auch bei einem japanischen Studio Gewicht hat. Sie wirft aber auch die Frage auf, wie eng ein Nachlass an Spielgeschichten gebunden werden darf, die der Verstorbene nie kannte. Die Meldung zur Ankündigung steht im News-Archiv, die Einordnung der Death-Row-Geschichte auf der Seite Death Row Records. Die Rolle des Nachlasses bei Mode und Lizenzen zeigt Merchandise und Mode.

Personen in diesem Text

Snoop DoggSuge Knight