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821 Wörter · 4 Min.

Merchandise und Mode

Vom Bandana zur Modemarke: Wie der Nachlass Tupacs Image lizenziert, welche Kooperationen entstanden und warum Fotos vor Gericht landeten.

Das Bandana, das offene Hemd, die Goldkette: Tupacs Auftreten ist dreißig Jahre nach seinem Tod ein Geschäft. Hinter jedem T-Shirt mit seinem Gesicht verläuft eine klare Trennlinie: Entweder stammt der Stoff aus einer genehmigten Kollektion des Nachlasses, oder niemand außer dem Verkäufer verdient daran. Diese Seite ordnet ein, wie aus dem Namen ein Markt wurde.

Afeni Shakur macht Makaveli zur Modemarke

Die erste offizielle Modemarke trug Tupacs Alias. Seine Mutter Afeni Shakur gründete Makaveli Branded im Jahr 2003. Nach Angaben von Encyclopedia.com sollte ein Teil der Erlöse in das Kunstzentrum der Stiftung in Stone Mountain, Georgia, fließen (siehe Seine Firmen). Die spanische Wikipedia nennt als Idee, Tupacs Vermächtnis über Mode lebendig zu halten, und führt Rapper wie Chamillionaire und Ludacris unter den Trägern auf.

Im Januar 2007 ging ein deutscher Onlineshop ans Netz. Laut einer Archivaufnahme vom 10. Januar 2007 bot die Seite getrennte Bereiche für Männer, Frauen und Jungen, ein Outlet und einen Händlerzugang. Die damalige Fanseite stufte die Preise als überzogen ein, wie bei fast aller Hip-Hop-Mode (siehe Makaveli Branded Store). Spätestens im Februar 2015 war die Marke dort Geschichte: Die Adresse gehörte damals zu einem fremden Angebot für Übergrößen.

Jubiläen auf Stoff: Der Nachlass lizenziert selbst

In den letzten Jahren tritt der Nachlass selbst als Anbieter auf, meist zu runden Jubiläen. Im April 2018 erschien mit der Firma Bravado die Tupac Poetry Collection. Ihre Stücke tragen Zeilen aus seinen Gedichten und kosteten zwischen 30 und 200 Dollar (Gedichte). Zum 20. Jahrestag von Greatest Hits brachte der Nachlass am 24. November 2018 ein Vinyl-Set und eine Reihe mit Hüten, T-Shirts und Hoodies heraus. Als Me Against the World 25 Jahre alt wurde, meldete Hypebeast am 17. Februar 2020 Shirts und einen Hoodie im Stil von 1995 zu Preisen von 30 bis 95 Dollar. Im Februar 2022 kam eine Bravado-Linie zur Ausstellung Wake Me When I’m Free dazu.

Eine Sonderrolle hat der Hoodie mit dem Gedicht The Rose That Grew from Concrete, den der Nachlass im Dezember 2024 mit der Marke Actively Black veröffentlichte. Billboard berichtete am 19. Dezember 2024, die erste Lieferung der Linie mit Unisex-Hoodies und T-Shirts erscheine am 25. Dezember exklusiv auf der Website der Marke; das Gedicht ist in Tupacs eigener Handschrift abgebildet.

Schuhe, Marvel, Cannabis: Die Kooperationen wachsen

Am 9. November 2018 stellten der Nachlass und Marvel die Linie POP by Foot Locker vor: neun Teile, die das Design des Films Black Panther mit Tupacs Namen und Gesicht verbinden, nur bei Foot Locker erhältlich und laut Vibe zwischen 25 Dollar für T-Shirts und 50 Dollar für Hoodies bepreist. Marvels Lizenzchef Paul Gitter sagte, Musik sei ein zentraler Teil der Black-Panther-Marke.

Die bekannteste Kooperation entstand mit Fila. Am 4. Oktober 2022 erschien die Kollektion Fila x 2PAC exklusiv auf Fila.com, laut Billboard mit Hoodies, Jogginghosen, Trikots, Westen und Jacken-Hosen-Sets in Weiß, Marineblau und Braun. Der Nachlass erklärte, die Stücke gingen auf Kleidung aus Tupacs eigenem Besitz zurück. Den Anlass lieferte das Booklet von All Eyez on Me (1996), in dem Tupac auf einem Foto Filas Grant Hill 2 trägt. Der Basketballer erinnerte sich im Juni 2022, ihm Schuhe geschickt zu haben, konnte aber nicht belegen, ob es genau dieses Paar war (All Eyez on Me).

Auch Snoop Dogg nutzt den Namen. Als er am 14. Juli 2024 in der Nähe des Flughafens von Los Angeles sein erstes Cannabis-Geschäft eröffnete, brachte seine Marke Death Row Cannabis laut Mitteilung eine limitierte Kollektion zu Ehren Tupacs heraus; die Verpackung zeigte ein bisher unveröffentlichtes Tupac-Foto (Death Row Records). Am 8. Mai 2026 verteilten die Baltimore Orioles bei einem Heimspiel eine Tupac-Wackelfigur an rund 20.000 Fans.

Zwei Genehmigungen nötig: Wenn Fotos zum Streitfall werden

Wie heikel die Rechte an Bildern sind, zeigte sich im Juni 2017. Die Marke Kendall + Kylie der Schwestern Jenner verkaufte T-Shirts für 125 Dollar, auf denen ihre Gesichter über Fotos von Musikern wie Tupac und The Notorious B.I.G. montiert waren. Nach Kritik der Familie von Biggie und der Drohung mit rechtlichen Schritten zog die Marke die Reihe zurück, so der Guardian am 29. Juni 2017.

Der Fotograf Michael Miller klagte, weil seine Tupac-Aufnahmen ohne Erlaubnis verwendet worden seien; die Marke antwortete, sie habe die Bilder von einer lizenzierten Firma erhalten. Am 4. April 2018 baten beide Seiten das Gericht, das Verfahren einzustellen, jede Seite trägt ihre Anwaltskosten (Billboard). Wer Bilder und Namen zugleich nutzen will, braucht zwei Genehmigungen: die des Nachlasses und die des Fotografen. Mehr dazu auf der Seite Fotografen und berühmte Fotos.

Die Herkunft entscheidet: Orientierung für Sammler

Offizielle Ware gibt es über die Seite 2pac.com des Nachlasses und über die genannten Partner. Ob ein Stück genehmigt ist, lässt sich an der Herkunft ablesen: Alle hier genannten Kollektionen wurden jeweils vom Nachlass oder vom Partner angekündigt.

Zu den Sammlerstücken im engeren Sinn siehe Vinyl und Sammeln; zur Frage, wie weit der Nachlass sein Bild öffnet, die Seite Tupac in Videospielen.