568 Wörter · 3 Min.
Against All Odds
Der schärfste Diss auf „Makaveli“: Tupac rechnet mit Rivalen ab, nennt angebliche Drahtzieher von 1994 beim Namen, und löst eine Klage aus.
- Album
- The Don Killuminati: The 7 Day Theory, 5. November 1996 (Titel 12, Schlusstitel)
- Label
- Makaveli Records / Death Row Records / Interscope Records
- Produktion
- Hurt-M-Badd (Tyrone Wrice), Makaveli (Tupac) als Co-Produzent
- Autoren
- Tupac Shakur, Tyrone Wrice
- Länge
- 4:37
- Single
- keine
Am Ende des Albums rechnet Tupac ab. Auf dem Schlusstrack von The Don Killuminati: The 7 Day Theory treibt er die Fehde weiter als auf jedem anderen Stück: Er greift Rapper, Manager und Geschäftsleute namentlich an und macht sie für die Nacht in den Quad Studios mitverantwortlich. Against All Odds beschließt die Platte, die er im Sommer 1996 als Makaveli aufnahm.
Aufgenommen wenige Wochen vor Las Vegas
Das Album entstand im Sommer 1996 in den Can-Am Studios, nach Angaben der Beteiligten in wenigen Tagen. Hurt-M-Badd lieferte die meisten Beats; ein Sample ist für diesen Titel nicht belegt. Von rund 21 fertigen Stücken der Sessions schafften es laut Wikipedia nur zwölf aufs Album. Ein ähnlich scharfer Diss, Watch Ya Mouth, wurde aussortiert und tauchte erst später im Netz auf.
Against All Odds blieb dagegen drauf und setzt den Schlusspunkt. Schon das Intro Bomb First (My Second Reply) schlug dieselbe Richtung ein, zielte aber vor allem auf Bad Boy. Der Song entstand auf dem Höhepunkt der Fehde zwischen Death Row und Bad Boy (Ost gegen West), wenige Wochen vor den Schüssen von Las Vegas.
Abrechnung mit Rivalen und angeblichen Hintermännern
Nach der englischen Wikipedia nennt der Song unter anderem Nas, Dr. Dre, Mobb Deep, Puff Daddy, Kool G Rap und De La Soul. Dazu kommen die New Yorker Geschäftsleute Jimmy „Henchman“ Rosemond, Jacques „Haitian Jack“ Agnant und Walter „King Tut“ Johnson. Tupac hatte sie schon 1995 im Vibe-Magazin verdächtigt (Interview), den Überfall von 1994 organisiert zu haben. Die Genannten bestritten das (siehe Shooting 1994); gerichtlich bestätigt wurde nichts davon.
Nas geriet wegen einer Zeile auf The Message ins Visier, die Tupac auf sich bezogen hatte. Nas stellte später klar, der Vers habe Biggie gegolten. Tupac schoss auf Against All Odds und im Albumintro zurück. Am 4. September 1996 versöhnten sich beide bei den MTV Video Music Awards, wenige Tage vor Tupacs Tod. Nas erzählte später, er habe geweint, als er den Song hörte, weil er Tupac bewunderte (Nas).
Die übrigen Namen fallen teils nur am Rande: De La Soul etwa werden in einem höhnischen Zwischenruf genannt; einen erkennbaren Anlass nennen die Quellen nicht.
Eine abgewiesene Klage und neue Vorwürfe
Der Song hatte juristische Folgen: Jacques Agnant klagte gegen den Nachlass, weil der Text ihn als Spitzel bezeichnet. Ein Bundesgericht in New York wies die Klage im Dezember 1998 ab (Agnant v. Shakur, 30 F.Supp.2d 420; siehe Rechtsfälle).
Rosemond wiederum stand 2011/2012 im Blick der Medien, als ein Häftling behauptete, er habe ihn für den Überfall bezahlt. Rosemonds Anwalt bestritt das (siehe Bericht).
Späte Anerkennung und ein Song ohne Gäste
Die Kritik reagierte auf das Album zunächst verhalten, fand später aber zu sehr guten Bewertungen. J. Cole bezeichnete Makaveli laut Wikipedia als sein Lieblingsalbum und hob dabei Hail Mary, Krazy und Against All Odds hervor.
Belastbare Zahlen liegen für den Titel nicht vor: Das Spotify-Profil von 2Pac weist nur eine Randversion aus, Zertifizierungen und Charts sind nicht belegt. Gäste gibt es keine: Tupac rappt den Song komplett allein, anders als die Outlawz-Stücke des Albums. Den Liedtext druckt diese Seite bewusst nicht ab.
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