Hintergrund · Dear Mama
Im Februar 1995 erschien ein Lied, in dem ein Sohn die Crack-Abhängigkeit seiner Mutter beim Namen nennt und ihr trotzdem für alles dankt. Dear Mama ist eine Liebeserklärung an Afeni Shakur, aber keine geschönte. Kaum ein Lied prägte sein öffentliches Bild stärker.
Ehrlichkeit statt Heiligenbild
Das Lied erzählt von einer Kindheit in Armut und ohne Vater, von Streit zwischen Mutter und Sohn, von ihrer Sucht und seiner eigenen Wut. Am Ende stehen Dankbarkeit und Versöhnung.
Musikalisch klingt eine Interpolation von Sadie mit: Die Melodie des Spinners-Songs wird nachgespielt, nicht gesampelt.
Ein Video aus dem Familienalbum
Beim Videodreh saß Tupac im Gefängnis, also arbeitete Regisseur Lionel C. Martin mit Familienfotos und nachgestellten Szenen aus seiner Kindheit.
Erste Single, viele Ausgaben
Dear Mama war die erste Single aus Me Against the World und stieg in die Top 10 der Hot 100. Rapper wie Eminem und Kendrick Lamar nannten das Lied später als prägend.
In Europa wurde es mehrfach neu aufgelegt, vor allem 1999 im Umfeld von Greatest Hits. Insgesamt gibt es sechs Ausgaben: diese und Remix, 2-Track, 4-Track, CD 1 und CD 2.
Ein Platz im Archiv
Die Library of Congress nahm Dear Mama als erste Hip-Hop-Aufnahme eines Solokünstlers in ihr National Recording Registry auf, die Liste der als bewahrenswert eingestuften Tonaufnahmen (Auswahl für 2009, bekanntgegeben 2010).
Sie nannte es eine bewegende Hommage an Mütter, die unter schwierigen Bedingungen ihre Kinder großziehen. Aus dem Brief eines Sohnes war ein Lied für viele Mütter geworden.
Diese Ausgabe: die US-Maxi-Single
Diese Ausgabe ist die US-Maxi-Single (CD 95774-2, auch als 12"), eine Single mit mehreren Zusatztiteln. Der mitunter genannte 21. März 1995 als Datum liegt einen Monat zu spät.
