John Singleton, geboren am 6. Januar 1968 in Los Angeles, war 23, als sein Debüt Boyz n the Hood 1991 in die Kinos kam; mit 24 wurde er dafür als erster Afroamerikaner und jüngster Regisseur überhaupt für den Regie-Oscar nominiert. Er besetzte seine Filme gern mit Musikern: Ice Cube, Janet Jackson, Q-Tip, später Tyrese, Snoop Dogg und Ludacris. Der wichtigste dieser Musiker-Schauspieler war für ihn Tupac.
„Poetic Justice“
Nach Juice (1992) galt Tupac als Schauspieltalent. Singleton hatte die männliche Hauptrolle seines zweiten Films zunächst Ice Cube angeboten, der ablehnte. So spielte Tupac in Poetic Justice (1993) den Postboten Lucky, der die trauernde Dichterin Justice (Janet Jackson) auf einer Fahrt von Los Angeles nach Oakland begleitet. Der Film bekam gemischte Kritiken, Tupacs ruhige, verletzliche Darstellung aber fiel auf.
Die Zusammenarbeit war nicht konfliktfrei. In einer Stellungnahme nach Tupacs Tod, die auf Deutsch zitiert wurde, beschrieb Singleton das Verhältnis sinngemäß so: Tupac habe gegen seine Regie rebelliert und sie zugleich respektiert, „erst stritten wir, dann zogen wir es durch“. Die Quelle dieses Zitats ist nicht mehr nachvollziehbar; es wird deshalb nur zusammengefasst.
Rollen, die es nicht mehr gab
Für Singletons nächsten Film, Higher Learning (1995), war Tupac ursprünglich als Hauptdarsteller vorgesehen; gespielt hat sie schließlich Omar Epps. Auch Baby Boy (2001) hatte Singleton ursprünglich mit Tupac als Hauptdarsteller im Kopf geschrieben, im fertigen Film hängt ein großes Tupac-Wandbild im Zimmer der Hauptfigur.
Der Tupac-Film
2013 wurde Singleton als Autor und Regisseur eines Tupac-Biopics angekündigt. Im April 2015 stieg er nach kreativen Differenzen mit der Produktionsfirma Morgan Creek aus und kündigte an, einen eigenen Film über Tupac machen zu wollen. Dazu kam es nicht; das Biopic All Eyez on Me erschien 2017 unter Regie von Benny Boom.
John Singleton erlitt im April 2019 einen Schlaganfall und starb Ende des Monats mit 51 Jahren in Los Angeles.
Sein Name wird häufig fälschlich „Singelton“ geschrieben; die Adresse john-singelton wird auf diese Seite umgeleitet. Die Anekdote, Singleton und Tupac seien in New York um die Wette gerannt, ließ sich nicht belegen.