Kidada Jones war die Frau an Tupacs Seite, als er starb. Dass gerade sie es wurde, ist eine Geschichte für sich, denn wenige Jahre zuvor hatte Tupac ihren Vater öffentlich beleidigt.
Ein schwieriger Anfang
Kidada Jones, geboren 1974, ist die Tochter des Produzenten Quincy Jones und der Schauspielerin Peggy Lipton, ihre jüngere Schwester ist die Schauspielerin Rashida Jones. 1993 kritisierte Tupac in einem Interview mit dem Magazin The Source Quincy Jones dafür, dass er weiße Frauen geheiratet hatte. Rashida, damals Teenagerin, antwortete mit einem wütenden offenen Brief.
Im Gefängnis 1995 änderte Tupac seine Haltung. Er habe sich bei Quincy Jones „für all das Zeug“ entschuldigt, das er über ihn und seine Frauen gesagt habe, erzählte er dem Magazin VIBE.
Liebe in Los Angeles
Kennengelernt hatten sich die beiden laut Vanity Fair in einem Club, kurz vor Tupacs Prozess Ende 1994. Beim ersten Treffen sprach Kidada nicht mit ihm, auch wegen ihres Vaters. Beim zweiten entschuldigte er sich, beim dritten stellte er sie seiner Mutter vor und kündigte an, sie werde seine Frau. Eine Szene aus der Reportage: Nachts in einem Deli in Los Angeles legte ein Mann Tupac die Hände auf die Schultern, Quincy Jones. Die beiden gingen an einen anderen Tisch, um zu reden, und als Kidada aufsah, umarmten sie sich.
Nach seiner Entlassung im Oktober 1995 schickte Tupac ihr laut Vanity Fair jeden Tag ein Gedicht und eine Rose. Bald lebten die beiden in einem von Death Row gemieteten Haus in Calabasas, das ständig voll war: Afeni und Sekyiwa kamen für Wochen, die Outlawz gingen ein und aus. Quincy Jones schreibt in seiner Autobiografie, die beiden hätten vier Monate zusammengelebt. Kidada trug seinen Ring; sie galten als verlobt.
Ende Juni 1996 reiste das Paar mit Tupacs Leibwächter Frank Alexander zur Herren-Modewoche nach Mailand. Tupac lief dort im goldenen Samtanzug an Kidadas Arm bei Versace über den Laufsteg; laut dem italienischen Magazin Panorama holte auch der Designer Romeo Gigli die ganze Gruppe auf seine Bühne. Sekyiwa Shakur plante nach Angaben ihrer Mutter mit Kidada eine eigene Kosmetiklinie.
Las Vegas, September 1996
Anfang September 1996 reiste das Paar nach Las Vegas, wo Tupac mit Suge Knight den Boxkampf von Mike Tyson sehen wollte. Beim Packen in Calabasas griff Kidada laut Vanity Fair nach der kugelsicheren Weste, die er zuletzt oft trug. Tupac lehnte ab: „Es wird zu heiß.“ Anderswo wird eine andere Antwort überliefert, wonach Tupac in Las Vegas „sogar die Crips“ möge; dafür gibt es keinen Beleg.
Kidada blieb während des Kampfes im Hotel Luxor. Nach dem Kampf kam Tupac kurz zurück, aufgewühlt von einer Schlägerei im MGM Grand, und sagte ihr, sie solle im Hotel bleiben. Wenig später wurde er an einer Ampel angeschossen.
Kidada war in den folgenden Tagen im University Medical Center. Sie spielte ihm im Krankenzimmer Vincent von Don McLean vor, eines seiner Lieblingslieder. Tupac starb am 13. September 1996.
Korrekturen
Gelegentlich heißt es, die Suite im Luxor habe an der „Sunset BLVD 110“ gelegen; dazu kursiert ein unbelegtes Gerücht über Tupacs Motive. Das Luxor liegt am Las Vegas Boulevard, für das Gerücht gibt es keinen Beleg.