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Firmen1995 bis 2022

Seine Firmen

Verlag, Filmfirma, eigenes Label: Tupac plante 1996 die Unabhängigkeit von Death Row. Was aus Euphanasia, Makaveli Records und Amaru wurde.

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Tupac verdiente Mitte der Neunziger Millionen für andere, für Interscope, für Death Row. Im Sommer 1996 wollte er das ändern. Er gründete Firmen, plante ein eigenes Label und sprach offen darüber, Death Row zu verlassen. Nur ein Teil dieser Pläne wurde Wirklichkeit, und das meiste davon erst nach seinem Tod. Die Verträge mit Interscope und Death Row selbst stehen auf der Seite Death Row Records.

Joshua’s Dream und Ghetto Gospel

Tupac hatte einen eigenen Musikverlag, über den die Rechte an seinen Texten liefen. Nach verbreiteter Darstellung hieß er zunächst „Ghetto Gospel Music“ und wurde später nach einem todkranken Jungen namens Joshua umbenannt, den Tupac auf Wunsch der Eltern besucht hatte: „Joshua’s Dream“. Der Name taucht in den Verlagsangaben vieler Tupac-Songs auf; die Geschichte um den Jungen ließ sich in unabhängigen Quellen nicht bestätigen.

Euphanasia

Tupac sah sich nicht nur als Rapper, sondern als Schauspieler und Regisseur. 1996 gründete er die Firma Euphanasia, mit der er eigene Filme und Videos produzieren wollte. Nach verbreiteten Angaben sollte sie jungen Leuten den Einstieg in die Filmbranche ermöglichen, Jugendzentren finanzieren und eine Beratungshotline für Jugendliche betreiben. Als Gründungsdatum wird oft der 16. September 1996 genannt, drei Tage nach Tupacs Tod. Das kann nicht stimmen; belegt ist nur das Jahr 1996.

Eng damit verbunden war nach verbreiteter Darstellung die Firma 24/7, die Videos produzieren und Musik, Clips und Drehbücher vermarkten sollte, außerdem Bücher und Kalender für wohltätige Zwecke. Die Firma „Thug Nation“ mit ähnlichen Aufgaben entstand erst nach Tupacs Tod. Für beide gibt es kaum Belege.

Makaveli Records und „One Nation“

1996 nannte sich Tupac Makaveli, nach dem Staatsdenker Niccolò Machiavelli, und so sollte auch sein Label heißen. Makaveli Records sollte die Outlawz und weitere Künstler veröffentlichen. Tatsächlich erschien The Don Killuminati: The 7 Day Theory im November 1996 mit dem Vermerk Makaveli Records neben Death Row und Interscope.

Das wichtigste Projekt war One Nation: ein Album mit Rappern von Ost- und Westküste und aus dem Süden, das den Konflikt mit New York entschärfen sollte. Mitglieder der Boot Camp Clik aus Brooklyn erinnerten sich später an gemeinsame Sessions, und ein handschriftlicher Brief Tupacs, der 2015 öffentlich wurde, listet unter anderem OutKast als Gäste. Häufig genannt werden außerdem Bone Thugs-n-Harmony, Scarface, Spice 1, die Luniz, Snoop Dogg und Melle Mel. Das Album wurde nie veröffentlicht.

Amaru Entertainment

Nach Tupacs Tod gründete seine Mutter Afeni Shakur 1997 das Label Amaru Records, später Amaru Entertainment. Es erhielt die Rechte, Tupacs unveröffentlichte Aufnahmen aus der Interscope- und der Death-Row-Zeit zu veröffentlichen, und brachte seine frühen Interscope-Alben neu heraus. Den Anfang machte 1997 R U Still Down? (Remember Me), vertrieben über Jive; später übernahm Interscope den Vertrieb. Rund ein Dutzend posthume Alben und die Dokumentation Tupac: Resurrection (2003) erschienen über Amaru.

Seit Afenis Tod im Mai 2016 verwaltet Tom Whalley das Label, der Tupac 1991 bei Interscope unter Vertrag genommen hatte. Im Januar 2022 verklagten Tupacs Schwester Sekyiwa Shakur und die Tupac Amaru Shakur Foundation ihn vor dem Superior Court in Los Angeles: Er habe sich als Verwalter unangemessen hohe Vergütungen gezahlt und ihr persönliche Gegenstände aus dem Nachlass vorenthalten. Whalleys Anwalt wies das zurück: Whalley habe nie Treuhändergebühren genommen und Amaru aus einer fast zahlungsunfähigen Lage wieder auf solide Füße gestellt. Einen Ausgang des Verfahrens fanden wir in den geprüften Quellen nicht (Stand Oktober 2026).

Makaveli Branded und die Stiftung

Unter dem Namen Makaveli Branded brachte Afeni Shakur Anfang der 2000er eine offizielle Modemarke heraus, angeblich kurz nach dem siebten Todestag. 1997 entstand außerdem die Stiftung, die heute Tupac Amaru Shakur Foundation heißt: Sie vergibt Stipendien, veranstaltet Kunst-Camps für Jugendliche und eröffnete 2005 in Stone Mountain, Georgia, ein Kunstzentrum, das 2015 wieder schloss. Das kommt dem nahe, was Tupac mit Euphanasia vorhatte.

Oft heißt es, nach Tupacs Tod seien alle Firmen bis auf Amaru sofort wieder geschlossen worden. Für die meisten Pläne trifft das zu, sie starben mit ihm.