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Die Tupac Amaru Shakur Foundation und das Kunstzentrum in Stone Mountain
Afeni Shakurs Stiftung, das Kunstzentrum in Stone Mountain und der Neuanfang: Die Tupac Amaru Shakur Foundation von 1997 bis zur Gegenwart.
Als Geschäftsfrau brachte sie seine Alben heraus, als Stifterin wollte sie der Jugend etwas zurückgeben: Tupacs Mutter Afeni Shakur verwaltete das Erbe ihres Sohnes auf zwei Wegen. Die Tupac Amaru Shakur Foundation (TASF) überdauerte die Jahrzehnte. Ihr Kunstzentrum in Stone Mountain bei Atlanta schloss dagegen nach zehn Jahren. Dieser Text erzählt die Geschichte beider Projekte.
1997: Was Tupac in Baltimore gelernt hatte
Afeni Shakur rief die Stiftung 1997 ins Leben, im Jahr nach Tupacs Tod. Nach eigener Darstellung trug die Organisation zunächst den Namen Shakur Family Foundation. Ein jährlicher Tageskurs für darstellende Künste richtete sich an Jugendliche aus Atlanta und Umgebung. Der Rolling Stone führte die Initiative darauf zurück, dass Afeni gesehen hatte, wie viel Tupac an der Baltimore School for the Arts gelernt hatte.
Im Camp unterrichteten laut dem Bericht unter anderem die Schauspielerin Jasmine Guy und die Tanzlehrerin Junella Segura Cooper. Die Rechtsanwältin Dina LaPolt erklärte den Jugendlichen das Urheberrecht.
2005: Ein Kunstzentrum für vier Millionen Dollar
Am 11. Juni 2005 eröffnete in Stone Mountain das Tupac Amaru Shakur Center for the Arts, ganz in der Nähe des Hauses, das Tupac für seine Mutter gekauft hatte (Rolling Stone). Ein früherer Farbenladen wurde zum Tanzstudio, an den Wänden hingen Gold- und Platinplatten. Das ehemalige Kino nebenan sollte ebenfalls umgebaut werden.
Dazu kam ein Peace Garden mit einer Bronzestatue, die am 13. September 2005 vor mehr als 1.000 Gästen eingeweiht wurde (NME; mehr auf der Seite Denkmäler). Zur Finanzierung ließ die Stiftung Ziegel am Teich verlegen: Förderer zahlten dafür bis zu 1.000 Dollar mit ihrem Namen, darunter Eminem, Dr. Dre, Michael Jackson und Quincy Jones.
Das Zentrum kostete laut Rolling Stone vier Millionen Dollar. LaPolt sagte 2005, 80 Prozent seien aus den Erlösen von Amaru Entertainment bezahlt worden, der Firma, die Tupacs posthume Alben veröffentlicht (Firmen).
Oktober 2007: Eine Schlinge um den Hals der Statue
Am frühen Morgen des 20. Oktober 2007 beschmierten Unbekannte das Gebäude und legten der Statue eine Schlinge um den Hals. Die Behörde in DeKalb County ermittelte wegen eines Hassverbrechens, später wurde ein Mann festgenommen. An der Statue fanden sich Flugblätter mit wirren Anspielungen auf den 11. September und den Hurrikan Katrina sowie mit Drohungen gegen Plattenfirmen und Rapper (UPI, 24.10.2007).
Afeni Shakur reagierte versöhnlich: Die Herzen seien vorübergehend verletzt, doch die Seelen hätten den Tätern bereits vergeben (Meldung).
Versiegende Einnahmen: Das Ende des Zentrums 2015
Das Zentrum lebte vom Geld, das mit Tupacs Musik hereinkam. Laut Rolling Stone verdiente der Nachlass 2008 noch 15 Millionen Dollar, zwei Jahre später nur noch ein Viertel davon, weil der Vorrat an unveröffentlichten Aufnahmen schrumpfte. Der Interscope-Manager David Cohen, seit kurz nach der Eröffnung im Stiftungsrat, berichtete, das Zentrum habe auf Sparflamme gearbeitet. Viel Geld habe Afeni aus eigenem Vermögen zugeschossen.
Das Kino konnte die Stiftung nie umbauen; „das Gebäude selbst war ein großer Fehler“, so Cohen. Afeni Shakur widerstand dem Verkauf lange, ohne die Schließung je offiziell zu verkünden.
Die Preisangaben in den Quellen sind uneinheitlich: Der Rolling Stone nennt 1,2 Millionen Dollar für ein Angebot im August 2015, den tatsächlichen Kauf durch den Immobilieninvestor Jim Burnett im Dezember 2015 aber für 600.000 Dollar. Wie beides zusammenhängt, lässt der Artikel offen; auch anderswo wird 1,2 Millionen als Verkaufspreis genannt. Die Familie räumte das Gelände, die Statue verschwand. Afeni Shakur starb am 2. Mai 2016 im Alter von 69 Jahren (Billboard).
Pläne für Spielhalle und Wasserpark: Das Gelände nach 2015
Käufer Burnett wollte laut Rolling Stone den Namen Shakur nicht sterben lassen. Vorgesehen waren Büros im früheren Tanzstudio, eine Indoor-Spielhalle im Kino und ein Wasserpark im Garten. Das Gelände nannte er laut Atlanta Black Star Peace Garden Park and Amphitheater.
2017 kündigte er eine neue Bronzestatue an, die nach Berichten von 2020 nicht belegt fertig wurde (XXL, Atlanta Black Star). Ein späterer Stand ist in den gesichteten Quellen nicht belegt.
Die Stiftung heute: Fünf Schwerpunkte und ein Friedenspfahl
Die TASF arbeitet weiter, geführt von Tupacs Schwester Sekyiwa Shakur, die auf der Stiftungsseite als Präsidentin genannt wird. Nach Eigendarstellung (Stand Oktober 2026) umfasst die Arbeit fünf Bereiche: psychische Gesundheit, Jugend und Kunst, Unterstützung von Familien Inhaftierter, Prävention von Frauen- und Kinderhandel sowie Frieden und Konfliktlösung.
Gemeinsam mit der Stiftung von Taraji P. Henson sammelte die TASF im Mai 2020 laut The Source 25.000 Dollar für kostenlose Therapie in der Corona-Krise (Meldung). Im Mai 2026 pflanzte Sekyiwa Shakur bei der Straßenumbenennung in Baltimore einen Peace Pole im Mullan Park; laut Pressemitteilung vom 8. Mai 2026 soll dieses Projekt Frieden als Alternative zur Gewalt in den Gemeinden fördern.
Zum Erbe der Familie gehört auch die Nachlassverwaltung; Streitfälle behandelt die Seite Rechtsfälle.
Personen in diesem Text
Afeni Shakur: Panther, Mutter, NachlassverwalterinSekyiwa Shakur