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480 Wörter · 2 Min.

Tupac: Resurrection (2003)

Oscar-nominierte Doku von Lauren Lazin (2003): Tupac erzählt sein Leben nur mit eigener Stimme aus Interviews. Mit Afeni Shakurs Firma Amaru entstanden.

Filmplakat Tupac: Resurrection (2003)
Filmplakat: Paramount Pictures, MTV Films
Regie
Lauren Lazin
Produktion
Lauren Lazin, Preston Holmes, Karolyn Ali; MTV Films und Amaru Entertainment
Verleih
Paramount Pictures
Premiere
22. Januar 2003, Sundance Film Festival
US-Kinostart
14. November 2003
Länge
rund 112 Minuten
DVD
Paramount Home Video (US-Veröffentlichung am 15. Juni 2004)

Tupac: Resurrection ist der bekannteste Dokumentarfilm über Tupac Shakur und der einzige, der es bis zu einer Oscar-Nominierung gebracht hat. Sein Kniff: Es gibt keinen Erzähler aus dem Off und keine Experten, die über Tupac reden. Tupac erzählt selbst, zusammengesetzt aus Interviews, die er zwischen seiner Jugend und 1996 gegeben hat.

Weil der Film eine Dokumentation ist, steht er hier bei den Dokus.

Daten zum Film

Amaru Entertainment ist die Firma von Tupacs Mutter Afeni Shakur, die den Nachlass verwaltete. Der Film ist damit eine autorisierte Produktion, mit Zugriff auf Heimvideos, Konzertmitschnitte, Gedichte und Tagebuchseiten, die vorher niemand gesehen hatte.

Worum es geht

Der Film folgt Tupacs Leben chronologisch: die Kindheit mit einer Mutter, die als Black Panther vor Gericht stand und später mit Drogen kämpfte, die Jahre in Baltimore und Marin City, der Weg über Digital Underground zum Solo-Star und Schauspieler. Dann die Brüche: Prozesse, das Gefängnis, die Schüsse von 1994, die Zeit bei Death Row unter Suge Knight und der Tod in Las Vegas 1996.

Weil die Stimme durchgehend Tupacs eigene ist, wirkt der Film wie eine Autobiografie. Er spricht über Gedichte, über seine Freundschaft mit Jada Pinkett, über die Medien und über eigene Fehler. Roger Ebert hob genau das hervor: Tupacs Erzählung klinge nicht wie die üblichen Promi-Interviews, sondern wie geschriebene Prosa.

Rezeption

Der Film spielte in Nordamerika rund 7,7 Millionen US-Dollar ein, für einen Dokumentarfilm ein großer Erfolg. Bei den Oscars 2005 war er als bester Dokumentarfilm nominiert; der Preis ging an Born into Brothels. Bei Rotten Tomatoes liegt er bei 78 Prozent positiver Kritiken, bei Metacritic bei 66 von 100 Punkten.

Der häufigste Einwand: Resurrection ist eine Hommage, keine Untersuchung. Weil der Nachlass mitproduzierte und Tupac sich selbst erklärt, bleiben schwierige Themen wie der Missbrauchsprozess von 1994 oder seine Rolle in der Fehde mit der Ostküste weitgehend seine eigene Version. Die Kritiker-Zusammenfassung bei Rotten Tomatoes nennt den Film einseitig, aber dank Tupacs Ausstrahlung fesselnd.

Soundtrack und Buch

Zum Film erschien am 11. November 2003 ein Soundtrack bei Amaru und Interscope, ausführend produziert von Afeni Shakur und Eminem. Er mischt bekannte Stücke mit neu zusammengesetzten Songs wie Runnin’ (Dying to Live) mit The Notorious B.I.G. und One Day at a Time mit Eminem und den Outlawz. Das Album stieg auf Platz 2 der Billboard 200 ein. Mehr dazu: Tupac: Resurrection, Soundtrack. Parallel kam der Bildband Tupac: Resurrection 1971-1996 heraus.

Einordnung

Wer nur einen Film über Tupac sehen will, sollte diesen sehen. Er ist seriös gemacht, sorgfältig montiert und bietet viel Originalmaterial. Man muss nur wissen, dass er Tupacs Selbstbild zeigt, für kritische Gegenstimmen und die Mordermittlungen braucht es andere Filme.