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638 Wörter · 3 Min.

Gridlock'd (1997)

Schwarze Komödie über zwei Junkies, die auf Entzug wollen: Tupac und Tim Roth in Vondie Curtis-Halls Film, der vier Monate nach Tupacs Tod anlief.

Cover Gridlock'd (1997)
Cover: Gramercy Pictures
Regie und Drehbuch
Vondie Curtis-Hall (Regiedebüt; er spielt auch D-Reper)
Produktion
Damian Jones, Paul Webster, Erica Huggins; ausführende Produzenten u. a. Ted Field und Russell Simmons
Studios
PolyGram Filmed Entertainment, Interscope Communications, Def Pictures, Dragon Pictures
Verleih USA
Gramercy Pictures
Darsteller
Tim Roth (Stretch), Tupac Shakur (Spoon), Thandie Newton (Cookie), Vondie Curtis-Hall (D-Reper), Lucy Liu
Kamera
Bill Pope
Musik
Stewart Copeland
Premiere
Sundance Film Festival, Januar 1997
US-Kinostart
29. Januar 1997
Länge
ca. 91 Minuten
Einspielergebnis USA
5,6 Mio. US-Dollar, davon 2,7 Mio. am Startwochenende (Box Office Mojo)
Deutschland
Gridlock’d, Voll drauf!, Kinostart 7. August 1997 (PolyGram)

Für Roger Ebert war Gridlock’d Tupacs beste schauspielerische Leistung. In der schwarzen Komödie spielt er Spoon, einen heroinabhängigen Musiker, der mit seinem Freund Stretch (Tim Roth) clean werden will, und dabei an Behörden, Wartezimmern und Formularen scheitert. Den fertigen Film hat Tupac nie gesehen.

Daten zum Film

Die Geschichte

Silvesternacht in Detroit: Die Sängerin Cookie, mit der Spoon und Stretch ein Jazz-Trio bilden, bricht nach einer Überdosis zusammen. Während sie im Krankenhaus liegt, beschließt Spoon, mit dem Heroin aufzuhören, und überredet Stretch mitzumachen. Was folgt, ist ein Tag voller Absurditäten: Für den Entzug brauchen sie Medicaid, für Medicaid Sozialhilfe, für alles ein anderes Formular. Gleichzeitig sind ihnen Gangster und Polizei auf den Fersen, weil sie in einen Doppelmord verwickelt scheinen.

Entstehung und Besetzung

Curtis Hall schrieb das Drehbuch 1993 und verarbeitete darin eigene Erfahrungen: Als Jugendlicher in Detroits Punkszene hatte er Heroin genommen und war beim Versuch aufzuhören von Amt zu Amt geschickt worden. Tim Roth sagte als Erster zu. Für Spoon hatten Laurence Fishburne und andere abgesagt, als Ende 1995 Preston Holmes von Def Pictures Tupac vorschlug. Tupac war gerade aus der Haft entlassen, „niemand wollte ihn anfassen“erinnerte sich Curtis Hall in der Los Angeles Times. Holmes kannte ihn seit seiner Kindheit und bürgte für ihn, zwischen Tupac und Roth habe es sofort gefunkt.

Roth erzählte später, Tupac habe ihn gebeten, sich vorher keinen seiner Filme und keine Videos anzusehen: Das sei alles Hype und Show, er wolle nur über die Figuren reden.

Der Tod vor dem Start

Tupac sollte nach dem Wochenende des Tyson-Kampfs in Las Vegas ins Studio kommen, um Dialoge nachzusprechen und den Film anzusehen. Curtis Hall schilderte, Tupac habe ihm gesagt, er gehe noch zu den MTV Video Music Awards und zu Mike Tysons Kampf, danach komme er. Am 7. September 1996 wurde er in Las Vegas niedergeschossen, am 13. September starb er (siehe Tod). Manche Zeilen klangen danach wie eine Vorahnung, etwa Spoons Frage, ob Stretch auch das Gefühl habe, dass ihm das Glück ausgeht.

Kritiken

Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Roger Ebert gab drei von vier Sternen und schrieb, der Film sei ein weiterer Grund, Shakurs Tod zu betrauern, er liefere hier seine beste Leistung. Janet Maslin (New York Times) lobte seine „ansprechende Mischung aus Präsenz, Selbstbewusstsein und Humor“; Tupac selbst hatte gescherzt, er und Roth seien die neuen Danny Glover und Mel Gibson, nur sei er der Mel Gibson. Desson Howe (Washington Post) fand, Shakur und Roth wirkten wie für ihre Rollen geboren. Variety hob Tupacs entspannte Leinwandpräsenz und seinen Humor hervor. John Singleton sagte, in diesem Film sehe man erst, welches Potenzial Tupac als Schauspieler hatte. Der film-dienst lobte eine schwarze Komödie voller Ironie und Sarkasmus mit hervorragenden Darstellern.

Soundtrack

Tupac sah sich selbst als Musik-Supervisor des Soundtracks, wie er im April 1996 im Radio erzählte. Das Album erschien am 28. Januar 1997 bei Death Row und stieg laut MTV News mit mehr als 150.000 verkauften Exemplaren auf Platz 1 der Billboard-Albumcharts ein. Zugpferd war Wanted Dead or Alive mit Snoop Doggy Dogg; dazu kommen Never Had a Friend Like Me und Out the Moon (Boom, Boom, Boom). Im Film spielt Tupac außerdem Bass, während Newton singt. Mehr in der Discografie.

Personen in diesem Text

Snoop DoggMike Tyson