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Familie1949 bis 2023

Billy Garland

Tupacs leiblicher Vater: Panther aus Jersey City, jahrzehntelang abwesend, 1994 wieder da und 1997 vor Gericht im Streit um das Erbe gescheitert.

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„No love from my daddy, ‘cause the coward wasn’t there“rappte Tupac 1995 in Dear Mama. Gemeint war Billy Garland, sein leiblicher Vater, ein Mann, den er die meiste Zeit seines Lebens für tot hielt und der erst nach dem Überfall von 1994 wieder auftauchte.

Panther aus New Jersey

William „Billy“ Garland wurde 1949 in New Jersey geboren und wuchs in Somerville auf. Nach der Ermordung von Martin Luther King 1968 schloss er sich der Black Panther Party in Jersey City an. Im Herbst 1970 lernte er bei einem Treffen Afeni Shakur kennen, die damals gegen Kaution frei war und im Panther-21-Prozess vor Gericht stand. Laut der autorisierten Biografie fuhr er sie im Lieferwagen der Partei jeden Morgen zum Gericht. Die Affäre dauerte nur wenige Tage.

Afeni war sich zunächst nicht sicher, ob Garland oder Kenneth „Legs“ Saunders der Vater war. Erst ein DNA-Test im Erbstreit 1997 klärte die Frage: Garland war mit 99,97-prozentiger Wahrscheinlichkeit Tupacs Vater.

Abwesend

Laut People hatte Garland ab Tupacs fünftem Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu ihm; verheiratet waren er und Afeni nie. Tupac wuchs ohne ihn auf und hielt ihn lange für tot, daher die Zeilen in Dear Mama.

Wiedersehen im Krankenhaus

Anfang der 1990er-Jahre erkannte Garland seinen Sohn auf dem Plakat zum Film Juice (1992). Nach dem Überfall in den Quad Studios im November 1994 stand er an Tupacs Krankenbett im Bellevue Hospital. Ein Blick in Garlands Gesicht genügte, und Tupac wusste, wen er vor sich hatte. „In dem Moment dachte ich, ich sei gestorben und im Himmel“, zitierte Vanity Fair Tupac.

Während Tupac 1995 in der Clinton Correctional Facility saß, besuchte Garland ihn nach eigener Aussage regelmäßig. Im Prozess 1997 legte er ein signiertes Foto vor, auf dem Tupac ihn „Pops“ nannte und bat, die Familie solle ihn besuchen. Nach den Schüssen in Las Vegas im September 1996 flog Garland nach eigenen Angaben sofort dorthin.

Der Streit um das Erbe

Nach Tupacs Tod verlangte Garland die Hälfte des Nachlasses. Afeni bekämpfte die Forderung erbittert. Im August 1997 kam es vor einem Gericht in Los Angeles zum Eklat; Afeni sagte über Garland: „Er kennt nicht einmal den Geburtstag meines Sohnes.“ Garland wiederum warf ihr vor, mit dem Kind wie eine Nomadin umhergezogen zu sein, sodass er ihn nicht habe finden können.

Am 9. Dezember 1997 wies Richter Arnold Gold vom Superior Court in Los Angeles die Klage ab. Garlands Beitrag zu Unterhalt und Erziehung sei „verschwindend gering“ gewesen. Belegt waren nach den Prozessberichten 820 Dollar, eine Tüte Erdnüsse und eine Kinokarte für Rollerball; 15 von Tupacs 25 Lebensjahren hatte Garland ihn nicht gesehen. Der Nachlassverwalter Richard Fischbein nannte das Urteil eine „Niederlage für Rabenväter“: Nur der „designierte Samenspender“ zu sein, reiche nicht.

Heute

Garland hat weitere Kinder. Tupacs Halbschwester Takerra Allen ist Romanautorin; N’Neka Garland, Emmy-prämierte Produzentin der Serie General Hospital, starb im März 2023 mit 49 Jahren. Garland trat in Nick Broomfields Film Biggie & Tupac (2002) und in der Dokuserie Dear Mama (2023) auf und erzählt seine Sicht seither auch in langen Interviews.

Häufige Irrtümer

Oft heißt es, Garland habe Tupac „in dem Film Juice (1993)“ wiedergesehen und die Mutter verklagt, die „Anklage“ sei abgewiesen worden. Richtig ist: Juice kam 1992 in die Kinos, und es handelte sich um eine erbrechtliche Zivilforderung, die das Gericht 1997 zurückwies.