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02.09.1997381 Wörter · 2 Min.

Tupacs Erbe vor Gericht: Ein Jahr voller Klagen

150.000 Dollar auf dem Konto, aber Klagen über Millionen: Ein Jahr nach Tupacs Tod stritten Label, Vater und Kläger um den Nachlass.

Original: „Rapper leaves legacy of litigation“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 2. September 1997

Als Tupac Shakur starb, lagen auf seinem Konto gerade einmal 150.000 Dollar. Er hinterließ zwei Autos, aber weder Immobilien noch Aktien. Dennoch entbrannte um seinen Nachlass sofort ein Millionenkampf: Zum ersten Todestag zog die Associated Press die Bilanz, Tupacs nachhaltigstes Erbe sei vorerst nicht musikalisch, sondern juristisch.

Im Zentrum stand Richard Fischbein, der die Hinterlassenschaft seit dem 23. Oktober 1996 gemeinsam mit Afeni Shakur verwaltete. Der New Yorker Anwalt brachte den Ansturm auf den Punkt: „Tupac has an estate. He’s dead. People see a payday.“

Death Row fordert Vorschüsse, der Nachlass schlägt zurück

Death Row forderte 7,1 Millionen Dollar an Vorschüssen zurück. Der Nachlass klagte postwendend zurück und warf dem Label vor, Tupac um rund 50 Millionen gebracht zu haben. Laut Nachlass hatte Death Row ihm Dinge in Rechnung gestellt, die ihm nie gehörten, etwa Reparaturen an einem Porsche, der Knight gehörte. Streitpunkt blieben zudem über 150 unveröffentlichte Songs, deren Bänder Death Row hatte.

Zehn Millionen für ein Sexleben, 16,6 Millionen für eine Kugel

Auch abseits des Labels meldeten sich Kläger. C. DeLores Tucker verlangte zehn Millionen Dollar, weil Tupacs Texte über sie ihr Sexleben beschädigt hätten. Billy Garland, Tupacs leiblicher Vater, forderte die Hälfte des Erbes; Afeni nannte ihn einen Goldgräber, Fischbein einen „deadbeat dad“. Jacquelyn McNealey, 1993 bei einem Tupac-Konzert in Pine Bluff (Arkansas) von einer Kugel getroffen und teilweise gelähmt, hielt ein Versäumnisurteil über 16,6 Millionen Dollar.

Die meisten Klagen endeten innerhalb von zwei Jahren

Die meisten Verfahren endeten innerhalb von zwei Jahren. Ein Richter am Los Angeles Superior Court sprach Garland im Dezember 1997 jeden Anteil ab; im Oktober 1998 einigte man sich laut MTV auf 540.000 Dollar plus Anwaltskosten, damit er Tupacs Namen nicht vermarkten kann. Das Urteil für McNealey erklärte ein Gericht in Los Angeles im Juli 1998 für nicht vollstreckbar, weil Tupac sich nie habe verteidigen können; danach zeichnete sich ein Vergleich über zwei Millionen ab.

Über ihr neues Label Amaru brachte Afeni Shakur ab November 1997 unveröffentlichte Aufnahmen heraus, zuerst R U Still Down? mit Songs aus der Zeit vor Death Row. Fischbeins Prognose, der Streit werde Jahre dauern, traf trotzdem zu: Um Tantiemen wurde noch Jahrzehnte später prozessiert.