580 Wörter · 3 Min.
Ambitionz az a Ridah
Frisch aus der Haft direkt ans Mikrofon: Mit „Ambitionz az a Ridah“ eröffnete Tupac 1996 sein Death-Row-Kapitel, heute über eine Milliarde Mal gestreamt.
- Album
- All Eyez on Me, 13. Februar 1996
- Label
- Death Row Records / Interscope Records
- Produktion
- Daz Dillinger
- Aufnahme
- 13. Oktober 1995, Can-Am Studios, Tarzana (Los Angeles)
- Sample
- Pee-Wee’s Dance von Joeski Love
- Autoren
- Tupac Shakur, Delmar „Daz“ Arnaud
- Länge
- 4:38
Die Zeilen stammten aus der Haft, die Aufnahme entstand am Tag nach der Entlassung: Mit Ambitionz az a Ridah eröffnete Tupac Shakur All Eyez on Me und setzte den Ton für seine Zeit bei Death Row Records. Für viele Fans ist der Track sein wichtigster Moment auf dem Label. Am 5. Oktober 2026 meldete uDiscoverMusic, dass das Stück die Marke von einer Milliarde Spotify-Streams erreicht hat.
Aus der Zelle ohne Umweg ins Studio
Tupac schrieb die Verse 1995 im Gefängnis. Seine handgeschriebenen Blätter kamen am 10. September 2015 zur Versteigerung (New York Daily News). Nach Angaben von Beteiligten fuhr er nach der Freilassung ohne Umweg ins Studio. Kurupt erzählte XXL 2015, Tupac habe die erste Strophe in 45 Minuten aufgenommen. Danach habe er gar nicht feiern wollen, sondern sofort weiter ans Mikrofon.
Zusammen mit I Ain’t Mad at Cha gehörte der Song laut Revolt (2018) zu den ersten beiden Stücken, die Tupac nach seiner Haft aufnahm. Die Sessions gaben den Takt vor: In den folgenden Nächten entstanden jeweils zwei bis drei Songs.
Der Beat stammt von Daz. Seine Grundlage ist Pee-Wee’s Dance (Joeski Love, 1986), eine Hommage an die Kunstfigur Pee-wee Herman, die ihrerseits auf Tequila von The Champs (1958) aufbaut. Daz sagte XXL, die Idee sei aus dem Pee-wee-Sample entstanden: „Ich habe nur den Gangsta-Dreh dazugegeben.“ Er überließ Tupac den Beat, kam zurück ins Studio, und die Aufnahme war fertig. Zu hören ist außerdem der Ringsprecher Michael Buffer mit seinem Kampfruf.
Abrechnung mit Feinden und ein Text für Mike Tyson
Im Song kündigt Tupac an, sich allem in den Weg zu stellen und Rache an jenen zu nehmen, die ihn hintergangen haben. Er spricht den Überfall von 1994 an (Shooting 1994), thematisiert seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs und nennt Mike Tyson, der kurz zuvor selbst eine Haftstrafe verbüßt hatte.
Dazu passt eine Alternativfassung mit dem Titel Ambitionz az a Fighta. Laut Angaben der Wikipedia nahm Tupac sie 1995 für Tysons Comeback-Kampf gegen Buster Mathis Jr. auf. Der Text drehte sich um Tysons eigene Haftzeit und seinen Weg zurück zum Weltmeistertitel.
Keine Single, aber über eine Milliarde Streams
1996 wurde der Song gar nicht als Single ausgekoppelt. Dennoch entwickelte er sich zu einem der meistgestreamten Titel des Katalogs: Am 7. Oktober 2026 verzeichnete kworb.net exakt 1.001.574.252 Spotify-Streams. Der Track ist in Dänemark (Platin, 2025), Deutschland (Gold, 2023), Italien (Gold, 2024), Neuseeland (4-fach Platin, 2025) und Großbritannien (Platin, 2024) zertifiziert. Der britische NME zählte ihn schon 1996 zu den „unsettling, unprecedented renderings of the fear-soaked, hardcore-G mentality“.
Vom letzten Konzert bis zum Streit vor dem Club
Tupac eröffnete mit dem Song am 4. Juli 1996 sein letztes Konzert im House of Blues (Live at the House of Blues). Neu gemischt erschien er 2003 auf Nu-Mixx Klazzics, eine Livefassung mit den Outlawz folgte 2004 auf dem Album Live.
Jahre später sorgte der Beat für ein Nachspiel. Cam’ron nahm 2002 für Live My Life eine Neuauflage des Beats auf, die Daz produziert hatte. Nach Darstellung von Cam’ron stellte ihn Suge Knight deswegen vor einem Club in Los Angeles zur Rede; Daz bestätigte die Geschichte später. In den Credits auf Cam’rons Album blieb der Produzent allerdings ungenannt (Complex).
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