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Crew1992 bis 2025

The Outlawz: Tupacs eigene Crew

Jugendfreunde, Cousins, Wahlbrüder: wie aus Dramacydal 1995 Tupacs Outlaw Immortalz wurden und welche Wege die Mitglieder nach 1996 gingen.

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Young Noble von den Outlawz, 2006
Young Noble von den Outlawz, 2006 Foto: Mogkilluminati, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Im September 1996 hielten junge Männer Wache vor einem Krankenzimmer in Las Vegas. Abwechselnd mit dem Death-Row-Videoregisseur Gobi Rahimi bewachten Mitglieder der Outlawz das Zimmer, in dem Tupac nach den Schüssen lag, aus Angst, die Täter könnten zurückkommen. Es waren Freunde aus Kindertagen, Cousins und Wahlbrüder, und Tupac hatte sie selbst zu Rappern gemacht.

Die Outlawz waren seine eigene Crew. Sie standen an seiner Seite im Kriegsjahr 1996, im Studio, auf der Bühne und in der Nacht von Las Vegas. Später deutete die Gruppe den Namen auch als Abkürzung: „Operating Under Thug Laws As Warriors“. Das ist eine nachträgliche Lesart und nicht der Ursprung des Namens.

Die Wurzeln liegen in New Jersey, nicht in Los Angeles

Die Geschichte der Outlawz beginnt an der Ostküste. 1992 gründeten Tupacs Cousin Katari Cox (Kastro), dessen Schulfreund Malcolm Greenidge und Tupacs Wahlbruder Yafeu Fula ein Rap-Trio. Sie nannten sich Thoro Headz und Young Thugz, Fula rappte als „Young Hollywood“.

Am 4. Februar 1993 erschien ihr erster Auftritt auf Platte: Flex, die B-Seite von Tupacs Single Holler If Ya Hear Me. Die B-Seite war das Zusatzstück auf der Rückseite einer Single.

Aus Dramacydal werden die Outlaw Immortalz

Ende 1993 kam Mutah Beale dazu, ein Freund der Familie Fula. Die Gruppe hieß nun Dramacydal und rappte auf Me Against the World (1995) in Me Against the World und Outlaw.

Als Tupac im Oktober 1995 aus der Haft kam und bei Death Row unterschrieb, formte er daraus die Outlaw Immortalz. Dazu gehörten Hussein Fatal und Yaki Kadafi (die zusammen als Fatal-N-Felony auftraten), Big Syke und Mopreme aus Thug Life sowie die Dramacydal-Mitglieder. Ihr offizieller Einstand war When We Ride auf All Eyez on Me.

Namen von Diktatoren, gewählt als Provokation

Tupac gab jedem Mitglied den Namen eines Diktators oder Gegners der USA. Er selbst verstand diese Provokation als Bild für Kämpfer gegen ein System. Sich selbst nannte er Makaveli, nach Niccolò Machiavelli.

NameBürgerlichBenannt nachWeg
MakaveliTupac ShakurNiccolò Machiavellistarb am 13. September 1996
Yaki KadafiYafeu Akiyele FulaMuammar al-Gaddafistarb am 10. November 1996
E.D.I. MeanMalcolm GreenidgeIdi Aminblieb bis zuletzt
KastroKatari CoxFidel CastroTupacs Cousin, Ausstieg 2009
NapoleonMutah BealeNapoleon BonaparteAusstieg nach Übertritt zum Islam
Hussein FatalBruce Washington Jr.Saddam Husseinstarb am 10. Juli 2015
MussoliniTyruss Himes (Big Syke)Benito MussoliniAusstieg Anfang 1996, starb am 5. Dezember 2016
KomaniMaurice Shakur (Mopreme)Ruhollah KhomeiniTupacs Stiefbruder, Ausstieg Anfang 1996
StormDonna Harkness–einzige Frau, Ausstieg nach 1996
Young NobleRufus Cooper III–letztes von Tupac aufgenommenes Mitglied, starb am 4. Juli 2025

Gelegentlich wird außerdem Young Ritzy alias Gonzoe als späteres Mitglied geführt. Er gehörte nach 1996 zeitweise zum Umfeld, ist in den Mitgliederlisten aber nicht durchgehend genannt.

1996: Auf den Platten, im Video, im Wagen dahinter

Die Outlawz waren 1996 überall, wo Tupac war. Hussein Fatal, Kadafi und E.D.I. Mean rappten auf Hit ‘Em Up, dem Diss gegen Bad Boy vom Juni 1996, also einem Song, der den Gegner direkt angreift. Kastro und Napoleon spielten im Video mit.

Auf All Eyez on Me waren sie unter anderem in When We Ride, All About U, Tradin’ War Stories und Thug Passion zu hören. Das posthume, also nach Tupacs Tod veröffentlichte The Don Killuminati: The 7 Day Theory prägten sie über das ganze Album, etwa mit Hail Mary und Bomb First (My Second Reply).

In der Nacht des 7. September 1996 saß Kadafi mit Leibwächtern im Wagen direkt hinter dem BMW von Suge Knight, in dem Tupac in Las Vegas angeschossen wurde. In den Tagen danach hielten Mitglieder der Outlawz die eingangs beschriebene Wache an seinem Krankenbett.

Kadafi: für Tupac wie ein jüngerer Bruder

Yafeu Fula war der Sohn von Yaasmyn Fula, einer engen Freundin von Tupacs Mutter Afeni. Für Tupac war er wie ein jüngerer Bruder. Nach Tupacs Tod kehrte er mit Hussein Fatal nach New Jersey zurück.

Die Polizei von Las Vegas wollte ihn als möglichen Augenzeugen befragen. Am 10. November 1996 wurde Kadafi in Orange, New Jersey, erschossen. Er war 19 Jahre alt.

Ohne Tupac ging es weiter

Die Gruppe machte weiter. 1997 waren die Outlawz auf dem Soundtrack zu Tupacs letztem Film Gang Related vertreten. Am 21. Dezember 1999 erschien Still I Rise, ein gemeinsames Album von 2Pac und den Outlawz aus unveröffentlichten Aufnahmen.

Es stieg auf Platz 7 der Billboard 200 ein, der wichtigsten Albumcharts der USA, erreichte später Platz 6 und wurde im Februar 2000 mit Platin ausgezeichnet. Danach gründeten die Outlawz ihr eigenes Label Outlaw Recordz und veröffentlichten Ride wit Us or Collide wit Us (2000), Novakane (2001) und Neva Surrenda: The Rap-A-Lot Sessions (2002).

Später folgten unter anderem Outlaw 4 Life: 2005 A.P. und Perfect Timing (2011). Mit Mitgliedern von Bone Thugs-n-Harmony entstanden gemeinsame Projekte, 2017 etwa Thug Brothers 2 von Young Noble und Krayzie Bone.

Getrennte Wege, frühe Tode

Hussein Fatal hatte sich nach Tupacs Tod geweigert, bei Death Row zu bleiben, und war auf Still I Rise nicht dabei. Er veröffentlichte Soloalben und kehrte 2010 zu den Outlawz zurück. Am 10. Juli 2015 starb er mit 42 Jahren bei einem Autounfall in Banks County, Georgia.

Napoleon hatte als Dreijähriger die Ermordung seiner Eltern miterlebt. Ab dem Ramadan 2001 wandte er sich dem Islam zu, zog sich in den folgenden Jahren aus der Musik zurück und arbeitet heute als Redner. Sein Buch heißt Life Is Raw. Wann er die Gruppe verließ, ist uneinheitlich überliefert: Häufig wird April 2003 genannt, andere Darstellungen nennen 2005.

Kastro verließ die Gruppe 2009. Big Syke starb am 5. Dezember 2016 mit 48 Jahren eines natürlichen Todes. Young Noble nahm sich am 4. Juli 2025 im Großraum Atlanta das Leben; er war 47. Damit endete die Geschichte der Outlawz als aktive Gruppe. Ihre Stimmen bleiben auf den Platten, auf Hit ‘Em Up und Hail Mary, direkt neben seiner.

Mehr zu einzelnen Mitgliedern: Big Syke, Mopreme Shakur, Kastro. Wie Tupac die Gruppe aus Thug Life heraus aufbaute, steht unter Thug Life.