Derek Keith Barbosa, geboren am 8. April 1974 in der Bronx und aufgewachsen in East Orange, New Jersey, wurde als Chino XL für seine Wortspiele bewundert und gefürchtet. Rick Rubin nahm ihn mit 16 Jahren für sein Label American Recordings unter Vertrag, 1996 erschien sein gefeiertes Debüt Here to Save You All mit den Singles Riiiot! und Kreep. Bekannt blieb er aber auch als einer der Rapper, mit denen Tupac im Streit lag, die Los Angeles Times nannte ihn in ihrem Nachruf ausdrücklich so.
Der Auslöser
Auslöser war eine Zeile auf Riiiot!, der bekanntesten Single des Debütalbums: Darin spielte Chino XL auf Gerüchte an, Tupac sei im Gefängnis sexuell missbraucht worden. Solche Anspielungen auf Tupacs Haftzeit waren 1995/96 in New York verbreitet, und Tupac reagierte darauf besonders empfindlich. In Hit ‘Em Up (Juni 1996) nannte er Chino XL ausdrücklich unter denen, denen er den Tod wünschte. Als weiterer Anlass wird eine College-Radiosendung genannt, in der Chino XL Ähnliches behauptet haben soll; das ließ sich nicht prüfen.
„Nur Lyrics“
Laut einem längeren Zitat, das in Fankreisen kursiert, sagte Chino XL später, es habe keinen echten Beef gegeben. Er habe Tupac angerufen und ihm gesagt, es seien für ihn nur Texte gewesen; den Song über ihn habe er nie veröffentlicht. Als Tupac starb, habe er geweint. Er habe lange mit den Outlawz gesprochen und betrachte sich als Fan, der alle Tupac-Alben besitze. Eine Verbindung gab es auch über die Tourmanager: Chinos Roadmanager war der Bruder von Tupacs Roadmanager.
Allerdings heißt es auch, Chino XL habe nach Tupacs Tod in einem Song namens Jesus gespottet, „Makaveli“ klinge wie „Macarena“. Beide Angaben stammen aus Quellen, die heute nicht mehr nachprüfbar sind; sie stehen hier nur als Wiedergabe, nicht als gesicherte Tatsache.
Tod
Chino XL starb am 28. Juli 2024 mit 50 Jahren. Die Nachrufe würdigten ihn als einen der technisch stärksten Rapper seiner Generation. Der Streit mit Tupac war darin eine Fußnote, für ihn selbst offenbar eine, die er bedauerte.