Sie gehörten nicht zu Thug Life und waren kein Teil der Outlawz: Als Tupac im Winter 1995/96 an All Eyez on Me arbeitete, waren Tha Dogg Pound seine wichtigsten Labelnachbarn. Die beiden Rapper und Produzenten aus Los Angeles, Kurupt (Ricardo Brown) und Daz Dillinger (Delmar Arnaud), hatten bereits 1992 als einige der ersten Künstler bei Death Row unterschrieben. Sie waren kein fester Teil von Tupacs persönlichem Kreis, prägten aber den Sound seiner letzten Monate entscheidend mit.
Dr. Dres Rat bringt Platz 1 für „Dogg Food“
Dr. Dre soll den beiden nach den Aufnahmen zu The Chronic empfohlen haben, als Gruppe aufzutreten (Wikipedia). Ihr Debütalbum Dogg Food erschien am 31. Oktober 1995, knapp drei Wochen nachdem Suge Knight Tupac aus dem Gefängnis geholt hatte. Es stieg laut Wikipedia auf Platz 1 der Billboard 200 ein und erhielt später Doppelplatin. Die erste Single Let’s Play House schaffte es in die Top 50 der Hot 100.
Daz Dillinger formt den Sound von „All Eyez on Me“
Auf Tupacs Doppelalbum war Daz Dillinger einer der Produzenten, die den Sound formten. Wie viele Titel er tatsächlich beisteuerte, unterscheidet sich je nach Quelle. Wikipedia nennt drei von ihm produzierte Hits, darunter 2 of Amerikaz Most Wanted. In seiner Klage von 2026 spricht Daz dagegen von fünf Songs, bei denen er mitschrieb und produzierte: Ambitionz az a Ridah, Skandalouz, Got My Mind Made Up, 2 of Amerikaz Most Wanted und I Ain’t Mad at Cha (Billboard).
Kurupt rappt auf Got My Mind Made Up zusammen mit Daz, Method Man und Redman (Method Man). Dr. Dre zog sich zu dieser Zeit aus dem Studio zurück und verließ Death Row im März 1996 (Dr. Dre).
Schüsse in Brooklyn und keine Zielscheibe auf „Hit ‘Em Up“
Im Dezember 1995 drehten Tha Dogg Pound und Snoop Dogg in Brooklyn das Video zu New York, New York. An der Ostküste galt das Lied als Provokation. Berichten zufolge wurde auf das Set geschossen; der Schütze wurde nie ermittelt. Der Song fügte sich in die Fehde zwischen Death Row und Bad Boy Records, die 1996 eskalierte (Ost gegen West). Als Tupac im Juni 1996 mit Hit ‘Em Up Bad Boy, The Notorious B.I.G. und deren Umfeld angriff, waren Tha Dogg Pound keine Zielscheibe: Sie gehörten zu Tupacs Seite.
Aus einem Interview von Daz aus dem Jahr 2003 stammt eine Geschichte: Tupac sei in Cancún auf einen betrunkenen Kurupt losgegangen, nachdem dieser im Studio eine Flasche umgestoßen hatte. Das ist die Darstellung eines Beteiligten Jahre später; Kurupt hat sich dazu nicht dokumentiert geäußert.
Zerfall des Labels, Namensstreit und Rückkehr zu Snoop Dogg
Nach Tupacs Tod im September 1996 und Suge Knights Haftstrafe 1997 löste sich das Label auf. Kurupt verließ Death Row im Januar 1998, Daz im Dezember 1998. Weil Death Row die Rechte am Gruppennamen beanspruchte, traten sie zeitweise als D.P.G. auf, darunter mit dem Album Dillinger & Young Gotti (2001). Daz klagte im August 2001 gegen Death Row und Knight auf mehr als eine Million Dollar Tantiemen; wie das Verfahren ausging, ließ sich nicht klären.
Ende 2002 kehrte Kurupt überraschend in einer Führungsrolle zu Death Row zurück, was zum Streit mit Daz und Snoop Doggs Umfeld führte. Im April 2005 schlossen die beiden Frieden und veröffentlichten Dillinger & Young Gotti II; 2006 folgte Cali Iz Active mit Snoop Dogg als ausführendem Produzenten. Am 31. Mai 2024 erschien das Album W.A.W.G. (We All We Got) bei Death Row, dem Label, das seit 2022 Snoop Dogg gehört (Death Row Records).
Klage um Tantiemen: Daz gegen Amaru im Jahr 2026
Auch das Nachspiel vor Gericht verbindet die Gruppe mit Tupac. Am 8. Mai 2026 klagte Daz Dillinger gegen Amaru Entertainment auf Tantiemen für mehr als ein Dutzend Tupac-Songs. Amaru bestreitet das und wirft ihm vor, Archivstücke verkauft zu haben (HotNewHipHop, August 2026). Kurupt ist an dem Verfahren nach den gesichteten Quellen nicht beteiligt. Die Vorwürfe sind nicht entschieden.