Meldung vom 14. Dezember 2011
Afeni Shakur schreibt über Hip-Hop und die Occupy-Bewegung
Wut braucht ein Ziel, nicht Gewalt: Im Dezember 2011 veröffentlichte Tupacs Mutter bei AllHipHop einen Text über Occupy Wall Street und „die 99 Prozent“.
Am 14. Dezember 2011 meldete sich auf AllHipHop eine Stimme zur Occupy-Bewegung zu Wort, die Protest aus eigener Erfahrung kannte: Afeni Shakur, die sich inzwischen Afeni Shakur-Davis nannte, veröffentlichte einen Text über Occupy Wall Street und die Rolle des Hip-Hop. Die Bewegung verstand sie als Antwort auf die Wut arbeitender Menschen über ein System, das Gewinn „mit allen Mitteln“ anstrebe.
Kapitalismus, Jobs und ein Smartphone
Das Problem sei nicht der Kapitalismus an sich, schrieb sie, sondern wie er in Amerika betrieben werde. Sie verwies auf ins Ausland verlagerte Fabrikarbeit und darauf, dass viele Afroamerikaner seit Langem kaum Arbeit fänden, und fragte, was ein Smartphone kosten würde, wenn es ganz in den USA gebaut würde.
Wut in Arbeit verwandeln
Dann wurde sie persönlich. Sie erinnerte an ihre Zeit bei der Black Panther Party und schrieb, ihre Wut habe sie später in die Sucht geführt: „Wut hat Folgen.“ Als ihr Sohn 1996 durch Gewalt starb, habe sie nicht mit Wut oder Gewalt geantwortet. Seit rund 15 Jahren leite sie die Tupac Amaru Shakur Foundation, die unter anderem Kreativität, Konfliktlösung, Trauerbegleitung und Mentoring für junge Frauen fördere. Diese Menschen nannte sie „die 99 Prozent“.
Ihr Rat an die Bewegung: die Wut in Taten verwandeln, nicht in Gewalt, und mehr tun, als ein T-Shirt mit dem Slogan zu tragen.