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Meldung vom 17. April 2003

Harvard widmet Tupac ein Symposium: „All Eyez on Me“

Gramsci, Machiavelli und die Legende vom Weiterleben: Am 17. April 2003 diskutierten Forscher in Harvard einen Tag lang über Tupac Shakur.

Am 17. April 2003 war Tupac Shakur Thema einer wissenschaftlichen Tagung an der Harvard University. Unter dem Titel „All Eyez on Me: Tupac Shakur and the Search for the Modern Folk Hero“ trafen sich Forscher im Thompson Room des Barker Centers, einem holzgetäfelten Saal mit Porträts früherer Harvard-Größen. An diesem Tag hingen dort Fotos des Rappers. Veranstalter waren das Hiphop Archive, das W.E.B. Du Bois Institute, das Programm für Folklore und Mythologie sowie die Universität Oslo.

Vom Volkshelden bis „Tupac lebt“

Die Vorträge suchten nach Erklärungen dafür, warum Tupacs Anhängerschaft nach seinem Tod weiter wuchs. Der Anglist Mark Anthony Neal von der State University of New York in Albany las Tupac mit dem Begriff des „organischen Intellektuellen“ von Antonio Gramsci, also als Stimme, die die Anliegen seiner Herkunftsgruppe ausspricht. Murray Forman von der Northeastern University untersuchte die Legende, Tupac lebe noch, und ihre Verbreitung im Internet. Den Fans sei es gelungen, Tupac im Netz als eine Art körperlose Kraft weiterleben zu lassen.

Der Kulturwissenschaftler Knut Aukrust aus Oslo, damals Gast in Harvard, erzählte, er habe Tupacs Musik zum ersten Mal auf der Fahrt nach Florenz gehört, wo er über Niccolò Machiavelli forschen wollte. Dessen Namen hatte Tupac als Makaveli aufgegriffen.

Kein glattes Schema

Die Harvard Gazette bilanzierte, keinem Redner sei es gelungen, Tupac in einen sauberen Rahmen zu fassen. Einig seien sich aber alle gewesen, dass seine Musik und sein bewegtes Leben die wissenschaftliche Mühe lohnten. Mehr zur Rezeption an Hochschulen: Tupac in der Wissenschaft.

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