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10.12.1997397 Wörter · 2 Min.

Billy Garland geht beim Nachlass leer aus

820 Dollar und eine Kinokarte: Ein Gericht in Los Angeles spricht Tupacs leiblichem Vater William Garland im Dezember 1997 jeden Anteil am Nachlass ab.

Original: „Tupac’s Deadbeat Dad Shut Out Of Estate“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 10. Dezember 1997

Die Hälfte gefordert, leer ausgegangen

Rund 820 Dollar, eine Tüte Erdnüsse und eine Kinokarte für Rollerball: Mehr hatte William Garland in 25 Jahren nicht zum Unterhalt seines Sohnes beigetragen. Trotzdem forderte der Lkw-Fahrer aus New Jersey nach Tupacs Tod die Hälfte des Nachlasses. Am 10. Dezember 1997 berichtete MTV News über die Entscheidung eines Gerichts in Los Angeles: Garland geht komplett leer aus.

Richter Arnold Gold nannte Garlands Beitrag zu Pflege und Unterhalt des Kindes „minuscule“, also verschwindend gering. Afeni Shakur hatte sich mit aller Kraft gegen die Forderung gewehrt. In dem dreitägigen Verfahren hörte das Gericht vor allem ihre Aussage: 15 seiner 25 Lebensjahre hatte Garland seinen Sohn überhaupt nicht gesehen. MTV schloss mit dem Hinweis, dass der Nachlass in viele Rechtsstreitigkeiten verwickelt sei und Millionen wert sein könne.

99,97 Prozent Vaterschaft reichen vor Gericht nicht aus

Die Fakten der Meldung decken sich mit dem Bericht der Los Angeles Times vom selben Tag. Dort steht auch, dass ein DNA-Test Garlands Vaterschaft mit 99,97 Prozent Sicherheit bestätigt hatte. Entscheidend war jedoch das kalifornische Erbrecht: Ein Vater, der nicht mit der Mutter verheiratet war, erbt nur dann, wenn er eine echte Beziehung zum Kind hatte und für dessen Unterhalt aufkam.

Die Schlagzeile „Deadbeat Dad“ griff einen Satz des Nachlassanwalts Richard Fischbein auf, der das Urteil eine „große Niederlage für säumige Väter“ nannte. Garlands Anwalt kündigte damals Berufung an. Ganz vorbei war der Streit damit noch nicht: Im Oktober 1998 meldete MTV einen außergerichtlichen Vergleich. Garland verzichtete auf alle weiteren Ansprüche und erhielt nach diesen Angaben 540.000 Dollar sowie gut 350.000 Dollar für Anwaltskosten.

Panther-Vergangenheit und das späte Treffen am Krankenbett

Garlands Geschichte ist mehr als die Rolle des abwesenden Vaters. Wie Afeni war er Ende der Sechzigerjahre bei den Black Panthers in Jersey City aktiv. Nach eigener Darstellung verlor er Mitte der Siebzigerjahre den Kontakt und meldete sich erst wieder, als Tupac berühmt war.

Tupac selbst erzählte 1995 in einem MTV-Interview, nach den Schüssen in New York 1994 habe plötzlich ein Mann an seinem Krankenbett gestanden, der ihm ähnlich sah und sagte, er sei sein Vater. Wie nah sich beide danach kamen, schildern Garland und Afenis Seite unterschiedlich. Belastbar ist vor allem, was im Gerichtssaal festgestellt wurde.

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