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1997-09447 Wörter · 2 Min.

MTV-Rückblick: Ein Jahr ohne Tupac (Teil 1)

Ein Jahr nach Tupacs Tod zieht MTV mit Treach Bilanz: Gerüchte um ein vorgetäuschtes Ende, der Absturz von Death Row und der Kampf ums Erbe.

Original: „Tupac Review, Pt. I“ · MTV, The Week in Rock · Moderation Kurt Loder · September 1997

Am ersten Todestag, dem 13. September 1997, flimmerte Tupac pausenlos über die Bildschirme. Ein ganzes Jahr lang hatten Platten und Videos ihn ständig in Gewaltszenen gezeigt, ohne dass sein tatsächlicher Tod je Thema war. Kurt Loder widmete seine MTV-Sendung The Week in Rock deshalb einem Rückblick auf das Jahr ohne ihn.

Zwischen James Dean und Malcolm X

Als Gesprächspartner holte MTV Treach von Naughty by Nature, einen Freund aus den frühen Tagen. Der erste Teil der Sendung kreist um die Frage, wer Tupac war: ein Gangsta, der es bis ins Grab „real“ hielt, ein rebellischer James Dean oder eine politische Stimme in der Tradition von Malcolm X?

Mit dem Album The Don Killuminati: The 7 Day Theory waren im November 1996 Gerüchte gewuchert, Tupac habe nach Machiavellis Vorbild seinen Tod nur vorgetäuscht. Treach nannte ihn deshalb den „schwarzen Elvis“. Der Autor Michael Eric Dyson hielt dagegen: Wer mit Kugeln und Waffen lebe, sterbe eben auch daran. Die „Er lebt“-Theorien halten sich ohnehin beharrlich, obwohl Autopsie, Totenschein und polizeiliche Ermittlungen eindeutig sind. Erst 2026 sprach eine Jury in Las Vegas Duane „Keffe D“ Davis des Mordes schuldig (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).

Fakten-Check: Treach und Digital Underground

MTV vertauschte im Gespräch ein Detail aus der Anfangszeit der beiden Rapper. Tupac war 1990 Roadie und Tänzer bei Digital Underground, Naughty by Nature gehörten zum Umfeld von Queen Latifahs Flavor Unit. Dennoch blieben Treach und Tupac eng befreundet: Treach spielte 1995 in Tupacs Video zu So Many Tears mit und veröffentlichte nach dessen Tod den Song Mourn You Til I Join You.

Der Absturz von Death Row

Der zweite Strang der Sendung beleuchtet Death Row. Ohne Tupac rückte Snoop Dogg wieder nach vorn, doch sein zweites Album Tha Doggfather verpuffte. Es erschien Mitte November, nur eine Woche nach The Don Killuminati, das am 5. November 1996 herauskam und direkt auf Platz 1 einstieg.

Gleichzeitig zerfiel das Label: Suge Knight saß wegen der Schlägerei im MGM Grand in Haft, Bundesbehörden ermittelten, die Künstler liefen davon. Am 28. Februar 1997 wurde Knight zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, weil der Angriff auf Orlando Anderson gegen seine Bewährungsauflagen verstieß. Death Row erholte sich davon nie und meldete 2006 Insolvenz an.

Wer bekommt die unveröffentlichten Songs?

Am Ende erinnert MTV daran, dass Tupac über 170 Aufnahmen und Hunderte Gedichte hinterließ, und dass um dieses Erbe ein heftiger Rechtsstreit entbrannt war. Dieser endete zunächst mit einem Vergleich: Afeni Shakur bekam 1997 die Rechte an den unveröffentlichten Aufnahmen und gründete Amaru Entertainment.

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