28.01.1997301 Wörter · 1 Min.
Über 150 unveröffentlichte Tupac-Songs
Im Januar 1997 berichtet Johnny „J“ Jackson von über 150 fertigen Tupac-Songs. Es ist der Auftakt zu einem der längsten Kapitel posthumer Musikgeschichte.
Original: „More Tupac Material Discovered“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 28. Januar 1997
Im Januar 1997 genügte eine Zahl, um das Ausmaß von Tupacs Nachlass greifbar zu machen: Mehr als 150 fertige Songs habe der Rapper vor seinem Tod hinterlassen. Die kurze MTV-Meldung griff dazu eine Geschichte der Los Angeles Times auf und zitierte Johnny „J“ Jackson, einen von Tupacs wichtigsten Produzenten. Die meisten Stücke stammten aus dem Jahr 1995, entstanden während der Aufnahmen zu All Eyez on Me.
Klage gegen Death Row und zwei Soundtracks
Jackson hatte kurz zuvor Death Row verklagt, weil ihm das Label nach seiner Darstellung Tantiemen für seine Arbeit an All Eyez on Me schuldete. Einige der Songs sollten bald auf den Soundtracks zu Gridlock’d und Gang Related erscheinen, den beiden Filmen, die Tupac noch abgedreht hatte. Was mit dem großen Rest geschehen würde, blieb unklar.
Aus 150 Songs werden Jahre voller Alben
Die Zahl „über 150“ legte das Fundament für eines der längsten Kapitel in Tupacs Geschichte: die posthumen Veröffentlichungen. Schon im Frühjahr 1997 stritten Afeni Shakur und Death Row um 152 unveröffentlichte Aufnahmen (siehe Afeni Shakur verklagt Death Row).
Es folgten Jahre voller Alben: R U Still Down? (1997) mit Material aus der Zeit vor Death Row, das Greatest Hits-Album (1998), Still I Rise (1999), Until the End of Time (2001) und weitere. Die Kritik sah das nicht immer freundlich: Die Los Angeles Times nannte R U Still Down? 1997 zu großen Teilen Füllmaterial, mit I Wonder If Heaven Got a Ghetto als Höhepunkt. Unter Fans halten die Debatten über nachträglich veränderte Beats und Gastbeiträge an; umstritten bleibt, wie viel davon Tupac selbst so veröffentlicht hätte.
Johnny „J“ Jackson, der Produzent hinter Songs wie How Do U Want It und All About U, starb am 3. Oktober 2008.