1997-04330 Wörter · 2 Min.
Afeni Shakur verklagt Death Row auf 17 Millionen Dollar
17 Millionen Dollar, ein Vertrag aus der Zelle und 152 Songs: Wie Afeni Shakur im April 1997 gegen Death Row und Suge Knight vor Gericht zog.
Original: „Shakur’s mom sues Death Row Records“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · April 1997 (häufig mit 20. Mai 1997 angegeben)
Erst forderte Death Row 7,1 Millionen Dollar an Vorschüssen für Autos, Häuser, Schmuck und Produktionskosten vom Nachlass, dazu 20 Prozent von Tupacs Einnahmen der letzten 18 Monate als Management-Gebühr. Dann schlugen die Hinterbliebenen zurück: Im April 1997 verklagten Afeni Shakur und Nachlassverwalter Richard Fischbein vor einem Bundesgericht in Los Angeles Death Row Records, Label-Chef Suge Knight und Anwalt David Kenner auf 17 Millionen Dollar.
Der Vorwurf: Das Label habe Tupac um Tantiemen betrogen und ihm fremde Ausgaben in Rechnung gestellt, Fischbein sprach von „a pattern of fraud and deception involving millions of dollars“.
Ein Vertrag aus der Zelle und 152 verschwundene Songs
Im Kern ging es um drei Punkte: Bei All Eyez on Me (rund fünf Millionen verkaufte Exemplare) habe Tupac nach Fischbeins Rechnung weniger als eine Million Dollar gesehen und nur etwa 150.000 Dollar hinterlassen. Der handschriftliche Vertrag, den Tupac 1995 im Gefängnis unterschrieben hatte, sollte für ungültig erklärt werden. Und 152 unveröffentlichte Aufnahmen, deren Verbleib unklar war, sollten unter gerichtliche Verwaltung.
Ein Detail am Rande: Afeni Shakur hatte von Interscope fünf Millionen Dollar Vorschuss bekommen, nachdem sie gedroht hatte, The Don Killuminati zu blockieren.
Die Klage stammt vom April, nicht vom Mai 1997
Die Meldung wird häufig unter dem 20. Mai 1997 geführt. Die Klage wurde aber am Freitag, 18. April 1997, eingereicht; die Los Angeles Times berichtete am 19. April, MTV am 21. April. Die AP-Meldung, in der Fischbein „am Samstag“ zitiert wird, stammt also vom April 1997.
Der Auftakt zu Amaru und Death Rows Niedergang
Die Klage war der Anfang eines langen Kampfes um Tupacs Werk. Noch im selben Jahr gründete Afeni Shakur ihr eigenes Label Amaru; im November 1997 erschien R U Still Down? mit Songs aus der Zeit vor Death Row. Death Row selbst geriet immer tiefer in die Krise und meldete 2006 Insolvenz an.
Personen in diesem Text
Afeni Shakur: Panther, Mutter, NachlassverwalterinSuge Knight