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Frauen und Beziehungen1992 bis 2025

Janet Jackson: Poetic Justice und das Gerücht vom Aids-Test

Popstar trifft Rapper: Wie Janet Jackson und Tupac 1992 für „Poetic Justice“ drehten und was hinter dem Gerücht um den Aids-Test steckt.

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Im Film Poetic Justice (1993) spielten Janet Jackson und Tupac ein Liebespaar auf Zeit. Von allen Frauen, mit denen Tupac in Verbindung gebracht wird, arbeitete er mit keiner sichtbarer zusammen als mit ihr. Dazu kursiert eine Geschichte über einen Aids-Test, die seit Jahren immer wieder in neuen Fassungen auftaucht. Diese Seite trennt, was tatsächlich belegt ist, von dem, was erzählt wird. Der Film selbst steht unter Poetic Justice.

Gedreht in Los Angeles, gestartet auf Platz 1

Regisseur John Singleton schrieb Poetic Justice nach seinem Debüt Boyz n the Hood, mit dem Wunsch, jungen schwarzen Frauen eine Stimme zu geben. Laut Wikipedia war die Rolle der Dichterin Justice für Janet Jackson geschrieben; Jada Pinkett und Lisa Bonet gehörten zu denen, die vorsprachen. Ice Cube lehnte die männliche Hauptrolle Lucky ab, weil er sich noch nicht als romantischer Hauptdarsteller sah. Tupac übernahm sie. Gedreht wurde von April bis zum 4. Juli 1992 in Los Angeles, das Budget lag bei 14 Millionen Dollar.

Der Film kam am 23. Juli 1993 in die US-Kinos, stieg mit rund 11,7 Millionen Dollar auf Platz 1 ein und spielte in den USA 27,5 Millionen Dollar ein. Kritiker verglichen ihn oft nachteilig mit Boyz n the Hood, lobten aber Jackson und Tupac. Vor allem wegen der Chemie der beiden entwickelte sich Poetic Justice seither zum Kultfilm. Jacksons Titelsong Again wurde für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert und erreichte Platz 1 der Billboard Hot 100 (Soundtrack). Tupac steuerte Definition of a Thug Nigga bei; zum Musik-Teil siehe die Soundtrack-Seite.

„Etwas an Chemie“: Stimmen von den Dreharbeiten

Zur Zusammenarbeit selbst gibt es wenig Verlässliches. Produzentin Lydia Reed erinnerte sich, dass beim Probelauf die Chemie stimmte. Regina King, die im Film Jacksons Freundin spielt, sagte später, sie wisse nicht, ob Janet es je zugeben werde, aber es habe da „etwas an Chemie“ gegeben (nach einer BET-Zusammenfassung).

Janet Jackson selbst sprach in einem Interview mit dem Telegraph warm von Tupac: Er sei verspielt und süß gewesen, sie habe ihn bewundert (zitiert nach BET). Singleton sagte, er und Tupac seien beide von Janet angetan gewesen.

Der angebliche Aids-Test vor der Kussszene

Bekannter als alles andere ist die Geschichte, Janet Jackson habe vor der Kussszene verlangt, dass Tupac einen Aids-Test macht. Die Quellenlage:

  • John Singleton erzählte 2017 in der Sendung Drink Champs, der Test sei sein eigener halb ernster Einfall gewesen: ein Scherz, den das Team später für die Werbung nutzte. Er habe der Crew gesagt, er wisse nicht, wo deren Lippen gewesen seien. Es sei „nicht ernst gewesen“ (Revolt, 14.06.2017). Laut Revolt sagte Tupac 1993 in einem MTV-Interview, er sei nicht grundsätzlich gegen einen Test, wehre sich aber dagegen, als Einziger getestet zu werden. Ein Interview von 1996, das Atlanta Black Star erwähnt, soll eine Entschuldigung Tupacs an Janet Jackson enthalten; das ließ sich nicht an der Primärquelle prüfen.
  • Jeff Pearlmans Buch Only God Can Judge Me (2025) führt die Geschichte anders: Ein Produzent behauptet dort, Jackson habe den Test verlangt, Tupac habe sich geweigert und die Sache „amüsant“ gefunden. Das ist die Aussage eines Beteiligten, wie sie der Autor wiedergibt. BET berichtete, in anderen Darstellungen sei es Jacksons Umfeld gewesen und nicht sie selbst.

Gesichert ist: Eine Kussszene wurde gedreht, und beide spielten sie. Wer den Test wann und wie ernst forderte, ist nicht gesichert. Wer das Gerücht als Beleg für Streit zwischen Tupac und Jackson liest, überdehnt die Quellen: Weder Jackson noch Singleton noch Tupac haben eine Feindschaft beschrieben.

Mehr Kollegin als Partnerin abseits der Leinwand

Im Gesamtbild von Tupacs Beziehungen (Frauen) ist Janet Jackson eher Kollegin als Partnerin: Aus den Quellen ergibt sich eine Arbeitsbeziehung mit gegenseitiger Sympathie, keine Liebesgeschichte jenseits der Leinwand. Die Aids-Test-Anekdote ist vor allem ein Lehrstück darüber, wie aus einem Set-Scherz ein Mythos wird, der sich in jeder Erzählung ein wenig verschiebt. Weitere Zitate und Kritiken zum Film stehen auf der Seite Poetic Justice.